30.01.2025, 11:21
Narkissos
Ein Wunderwerk an Angesicht und Leibe,
Läßt doch umsonst von Fraun du dich umwerben,
Selbst Echo muß im Durst nach dir verderben,
Denn keine Liebe hegt dein Herz zum Weibe.
Da blickst ins wasser du zum Zeitvertreibe
Und schaust dein Bild, und – o der Qual, der herben! –
In Sehnsucht nach dir selber mußt du sterben,
Daß nur der Blum’ dereinst dein Name bleibe.
Dir gleicht, Narziß, das seltsame Geschlechte
Der Männer, die in Schönheit nur versunken
Von Jünglings Art, doch nicht der Weiber Knechte.
O laß, Kultur, in ihren Liebesfunken
Die Duldung wehn, gib ihnen Menschenrechte,
Sonst sterben sie, an eigner Schönheit trunken!
Ein Wunderwerk an Angesicht und Leibe,
Läßt doch umsonst von Fraun du dich umwerben,
Selbst Echo muß im Durst nach dir verderben,
Denn keine Liebe hegt dein Herz zum Weibe.
Da blickst ins wasser du zum Zeitvertreibe
Und schaust dein Bild, und – o der Qual, der herben! –
In Sehnsucht nach dir selber mußt du sterben,
Daß nur der Blum’ dereinst dein Name bleibe.
Dir gleicht, Narziß, das seltsame Geschlechte
Der Männer, die in Schönheit nur versunken
Von Jünglings Art, doch nicht der Weiber Knechte.
O laß, Kultur, in ihren Liebesfunken
Die Duldung wehn, gib ihnen Menschenrechte,
Sonst sterben sie, an eigner Schönheit trunken!
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

