15.05.2024, 11:47
In Übertragung von
Richard Zoozmann
1863 – 1934
XXXVI. Der Verliebte
Als ich gehört, wie mir Vernunft gegeben
So guten Rat, bedacht und ohne Tücke,
Der Eintracht mir und Frieden gab zum Glücke
Mit ihr, die mir verleidet nur das Leben,
Sprach ich: „Vernunft, ich wählte schon soeben!
Ich laß von meinem Herrn in keinem Stücke;
Treu bin ich ihm und weiche nicht zurücke:
Den Vater liebt kein Sohn mit heißerm Streben.
Darüber ist nicht nötig erst zu grübeln,
Noch daß wir bweide länger drüber sprechen;
Als unerfüllbar muß ich drum verübeln
Dir das Verlangen, meinen Schwur zu brechen.
Eher will ich den Haß Fortunas wählen,
Als länger mit Gedanken mich zu quälen.“ -
.
Richard Zoozmann
1863 – 1934
XXXVI. Der Verliebte
Als ich gehört, wie mir Vernunft gegeben
So guten Rat, bedacht und ohne Tücke,
Der Eintracht mir und Frieden gab zum Glücke
Mit ihr, die mir verleidet nur das Leben,
Sprach ich: „Vernunft, ich wählte schon soeben!
Ich laß von meinem Herrn in keinem Stücke;
Treu bin ich ihm und weiche nicht zurücke:
Den Vater liebt kein Sohn mit heißerm Streben.
Darüber ist nicht nötig erst zu grübeln,
Noch daß wir bweide länger drüber sprechen;
Als unerfüllbar muß ich drum verübeln
Dir das Verlangen, meinen Schwur zu brechen.
Eher will ich den Haß Fortunas wählen,
Als länger mit Gedanken mich zu quälen.“ -
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

