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W. Wordsworth: Not Love, Not War
#1
GB 
NOT Love, not War, nor the tumultuous swell,
Of civil conflict, nor the wrecks of change,
Nor Duty struggling with afflictions strange--
Not these 'alone' inspire the tuneful shell;

But where untroubled peace and concord dwell,
There also is the Muse not loth to range,
Watching the twilight smoke of cot or grange,
Skyward ascending from a woody dell.

Meek aspirations please her, lone endeavour,
And sage content, and placid melancholy;
She loves to gaze upon a crystal river—

Diaphanous because it travels slowly;
Soft is the music that would charm for ever;
The flower of sweetest smell is shy and lowly.
1823.


Nicht Liebe, nicht der Krieg, noch Intrigieren
im Bruderstreit und nicht das Wrack der Zeiten,
auch nicht der Pflicht bizarre Eigenheiten -
allein kann keines Klänge inspirieren;

Wo Harmonie und Frieden still regieren,
da will die Muse gern des Weges schreiten,
sehn in der Dämmerung den Rauch sich weiten,
der steigt aus Katen und aus Waldspalieren.

Gern sieht sie sanfte Hoffnung, banges Streben,
und weise Ruhe und Melancholie;
sie liebt den Blick auf klarer Flüsse Leben--

so diaphan in ihrem Lauf voll Lethargie;
die leisen Töne endlos Zauber weben;
und schlicht die Blüten, duftend süß wie nie.
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#2
Oh, dieser Wordsworth, mit seinen Wurmsätzen...

Verständlich ist er ja immerhin, aber die Vrse laufen nicht rund, formal alles stimmt, zumindest im Original.

"Nicht Liebe oder Krieg, ..." würde, glaube ich, etwas flüssiger laufen. Du bist zwar auch so im Jambus, aber durch das Komma macht man doch unwillkürlich eine längere Pause.

Die Vierte Zeile beginnst du auftaktig. Alternativ könnte man den Gedankenstrich nach den "Eigenheiten" weglassen und den Satz fortführen: "kann ganz allein..." oder hältst du die Zäsur an der Stelle für wichtig?

Bei "Spalieren" denke ich zunächst an Obstspaliere, jene Bäume, die mit Seilen und Latten in Reih und Glied in den Schrebergärten oder an Hauswänden zur Frucht gedrillt werden, das paßt für mein empfinden nicht recht zum Wald, auch wenn ich auf das "Tal" an der Stelle nicht unbedingt bestehen würde.

Z. 12: "diaphan" ist natürlich ein schönes Wort, aber ich fürchte, daß es die wenigsten Leser verstehen. Ich mußte jedenfallst nachschlagen. "transparent" wäre eine Alternative, die auch in das Metrum paßt.




Oder sind die klanglich rohen Quartinen Absicht, weil er auch inhaltlich vom Profanen zum Musischen kommt? Wie macht man es richtig...


LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
Hallo Zaunkönig,
dann werde ich mal vor allem am ersten Quartett noch etwas feilen.
Wie wär's mit einer einfachen Umstellung in Z 4:

Allein kann keines Klänge inspirieren ?

Die Spaliere waren natürlich reimbedingt, aber ich sehe sie sowieso eher bildlich, also die beiderseitige Umsäumung (Spalier stehen), was ja zum Wald dann eigentlich doch wieder einigermaßen passt, oder? Waldrevieren wäre vielleicht eine andere Möglichkeit.

"Diaphan" erinnert mich an James Joyce und gefällt mir viel besser als ein blasses 'transparent'. So ab und zu darf man doch den Wortschatz des Lesers erweitern, finde ich.
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#4
Hallo Silja,

Zitat:beiderseitige Umsäumung (Spalier stehen), was ja zum Wald dann eigentlich doch wieder einigermaßen passt, oder?

Nun, auf moderne Forste, mit ihren altersgleichen Monokulturen mag das auch einigermaßen passen....
Revieren würde ich doch bevorzugen.

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#5
Hallo Silja,

das einzige, was mir nicht gefällt ist die "LEthargie" in der zweiten Terzine. Das Wasser im Original fließt lediglich langsam, lethargisch scheint mir da unpassend.

Ansonsten passt es für mich.

Gruß

Sneaky
Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
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#6
Ich hab mal an den Quartetten noch ein wenig gebastelt. Vielleich ist es so etwas glatter?

Nicht Liebe, weder Krieg noch Intrigieren
im Bruderzwist und nicht das Wrack der Zeiten,
auch nicht der Pflicht bizarre Eigenheiten -
allein kann keines Klänge inspirieren;

Wo Harmonie und Frieden still regieren,
da will die Muse gern des Weges schreiten,
sehn in der Dämmerung den Rauch sich weiten,
der steigt aus Katen und aus Waldrevieren.


Eigentlich ist es ja kein echter Bandwurmsatz, denn die Semikolons entsprechen hier wohl den Punkten.
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#7
Hallo Silja,

die neuen Quartette finde ich besser, nur die Zeilen 3/4 bin ich versucht, trotz Gedankenstrich, immer wieder durchgängig zu lesen. Aber vielleicht geht mir das auch nur alleine so...

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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