05.03.2025, 11:32
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IV.
Darf ich im Spiegel noch mein Antlitz schaun
Wie früher, Aug in Auge, Licht im Licht?
Darf ich getrost den eignen Zügen traun,
Der eigne Blick dem eignen Angesicht?
Bin ich es selbst, der stündlich Lügen sprach,
Die halb nur mein und halb mir anbefohlen?
Warum, o sag, häng ich dem Zweifel nach,
Als hätt ich selber mir mein Bild verhohlen?
O falsches Glas! Ich bin's nicht den du zeigst -
Und bin ich's doch? Wer von uns beiden trog?
Weh mir, Verschwiegenes! Da du glänzt und schweigst,
Sag du mit Ernst: ich bin es nicht, der log.
Bald schwindet schmerzlich eigne Zwiegestalt
In Gram ermüdet und in Kummer alt.
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IV.
Darf ich im Spiegel noch mein Antlitz schaun
Wie früher, Aug in Auge, Licht im Licht?
Darf ich getrost den eignen Zügen traun,
Der eigne Blick dem eignen Angesicht?
Bin ich es selbst, der stündlich Lügen sprach,
Die halb nur mein und halb mir anbefohlen?
Warum, o sag, häng ich dem Zweifel nach,
Als hätt ich selber mir mein Bild verhohlen?
O falsches Glas! Ich bin's nicht den du zeigst -
Und bin ich's doch? Wer von uns beiden trog?
Weh mir, Verschwiegenes! Da du glänzt und schweigst,
Sag du mit Ernst: ich bin es nicht, der log.
Bald schwindet schmerzlich eigne Zwiegestalt
In Gram ermüdet und in Kummer alt.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

