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Sonnets 011
#5
In Übersetzung von
Emil Wagner
(eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode)


XI.

So schnell du welkst, so schnell wächst du von Neu’m
In deinem Sprößling, seit du ihn geboren;
Das frische Blut, das jung du wirst verleih’n,
Heißt dein’s, wenn du die Jugend auch verloren.

Darin lebt Zuwachs, Weisheit, Lieblichkeit,
Darohne Alter und thörichter Sinn;
Dächt’ Jeder so, wär’s bald aus mit der Zeit,
In sechzig Jahren stirbt die Welt dahin.

Die nicht zur Frucht Natur bestimmte hier,
Die mögen häßlich, rauh, unfruchtbar enden;
Mehr als den Bestbegabten gab sie dir,
Drum ihre Fülle schätz’ mit vollen Händen.

Sie schnitt zu ihrem Siegel dich, daß leer
Dies Bild nicht Sterbe, und du abdruckst mehr.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Sonnets 011 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 011 - von ZaunköniG - 23.02.2023, 19:42
RE: Sonnets 011 - von ZaunköniG - 24.06.2024, 09:32
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