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Sonnets 079
#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



LXXIX.

Als ich allein um deinen Beistand bat,
war all dein Herz allein mit meinem Dichten:
Nun aber welkt der Lieder holde Saat,
Und scheu vor andern muß die Muse flüchten.

Gesteh’ ich’s nur Du, süßer Gegenstand,
Verdienest würdigerer Meister Streben.
Doch, was dein Dichter je von dir erfand,
Nahm er von dir, um dir’s zurückzugeben.

Er leiht dir Tugend, und von deinem Wert
Stahl er dies Wort; rühmt deiner Schönheit Prangen,
Das deine Wang’ ihm bot: wie er dich ehrt,
so war’s in dir lebendig aufgegangen.

Drum dank’ ihm nicht für das, was er gemalt.
Was er dir schuldig, hast du selbst bezahlt.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Nachrichten in diesem Thema
Sonnets 079 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 079 - von ZaunköniG - 12.04.2023, 19:21
RE: Sonnets 079 - von ZaunköniG - 27.11.2025, 09:06

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