05.09.2025, 09:37
In Übersetzung von
Peter Cornelius
1824 - 1874
Weg über den Abgrund von Tschufut-Kale
Mirza
Nun bete! Los den Zaum! Die Blicke wende!
Hier muß dem Pferd der Reiter sich vertrauen.
Das wackre Tier! Es mißt der Tiefe Grauen,
Prüft mit dem Huf des Abgrunds Felsenrände.
Schau nicht hinab! Die Tiefe hat kein Ende,
Wie Kairos Brunnen, ohne Grund zu schauen;
Streck nicht die Hand aus, darfst dir’s nicht getrauen,
Denn keine Flügel haben deine Hände.
Selbst die Gedanken mußt du an dich halten!
Wirf nicht den Anker aus in solchen Schlünden,
Sonst mit dem Anker wird das Boot verschlungen.
Pilger
Und dennoch schaut’ ich – durch des Weltalls Spalten;
Doch was ich schaut’, im Tod nur kann ich’s künden,
Denn unaussprechlich ist es irdschen Zungen.
.
Peter Cornelius
1824 - 1874
Weg über den Abgrund von Tschufut-Kale
Mirza
Nun bete! Los den Zaum! Die Blicke wende!
Hier muß dem Pferd der Reiter sich vertrauen.
Das wackre Tier! Es mißt der Tiefe Grauen,
Prüft mit dem Huf des Abgrunds Felsenrände.
Schau nicht hinab! Die Tiefe hat kein Ende,
Wie Kairos Brunnen, ohne Grund zu schauen;
Streck nicht die Hand aus, darfst dir’s nicht getrauen,
Denn keine Flügel haben deine Hände.
Selbst die Gedanken mußt du an dich halten!
Wirf nicht den Anker aus in solchen Schlünden,
Sonst mit dem Anker wird das Boot verschlungen.
Pilger
Und dennoch schaut’ ich – durch des Weltalls Spalten;
Doch was ich schaut’, im Tod nur kann ich’s künden,
Denn unaussprechlich ist es irdschen Zungen.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

