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Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 03 Glossen zu R. Wagners Musikdramen
#14
Die Wunde ist’s, die nie sich schließen will
Parsifal, I.


Um Amfortas des alten Ritters Klage
Tönt wie ein Aufschrei mir der eig’nen Brust,
Der gleichen Drangsal fühl’ ich mich bewußt,
Den gleichen Dorn ich tiefst im Herzen trage.

Ruft stündlich auch mein göttlich Teil: Entsage!
Im Dienst des Grals liegt alles Heil und Lust!
Der Weltlust Dämon schreit voll Hohn: Du mußt,
mußt trinken! – und ich trinke, und – verzage!

O Zwienatur, mit Satan Gott im Bunde!
Wer heilt die Martern je der off’nen Wunde?
Wer schweigt die Sehnsucht meines Fleisches still?

Rein, keusch und gotthaft fühl’ ich doch im Grunde!
Was wehrt mir Templer, daß ich gottgesunde?
„Die Wunde ist’s, die nie sich schließen will.“


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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RE: Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 03/14 Parsifal, I. - von ZaunköniG - 22.09.2024, 01:17

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