06.07.2024, 05:44
Geständnis
Gestehn wir uns: uns läßt der Geist im Stiche,
Die deutsche Dichtkunst liegt gebannt im Schlummer,
Verurteilt wär’ zum kläglichsten Verstummer,
Wer heut’ den größten deutschen Sängern gliche.
Heut’ führen bloß Reklam’ und nied’re Schliche
Zu Ruhm empor, Genie zu Qual und Kummer,
Talent besiegt ein Kranker oder Dummer,
Der statt Gedanken bringt – Gedankenstriche.
O deutsche Dichtkunst, schlummernde Walküre,
Wo weilt dein Siegfried, der dich weckt, der Frohe?
O dürft’ ich selbst mich deinen Wecker nennen!
Nicht ziemt mir dies – Allein. bei Gott! ich spüre
Zu meinen Füßen längst die Waberlohe
Wildwütend mir um Leib und seele brennen.
Gestehn wir uns: uns läßt der Geist im Stiche,
Die deutsche Dichtkunst liegt gebannt im Schlummer,
Verurteilt wär’ zum kläglichsten Verstummer,
Wer heut’ den größten deutschen Sängern gliche.
Heut’ führen bloß Reklam’ und nied’re Schliche
Zu Ruhm empor, Genie zu Qual und Kummer,
Talent besiegt ein Kranker oder Dummer,
Der statt Gedanken bringt – Gedankenstriche.
O deutsche Dichtkunst, schlummernde Walküre,
Wo weilt dein Siegfried, der dich weckt, der Frohe?
O dürft’ ich selbst mich deinen Wecker nennen!
Nicht ziemt mir dies – Allein. bei Gott! ich spüre
Zu meinen Füßen längst die Waberlohe
Wildwütend mir um Leib und seele brennen.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

