22.10.2025, 07:50
Übertragung von
Richard Zoozmann
CLXXXIV.
„Wenn einer, rein aus Bosheit, unverhohlen
Gesteht, daß schon ein Weib ihm unbeschränkte
Liebe so heiß geweiht, daß sie s nicht kränkte,
Würd jeder Freund ihr seinethalb gestohlen,
So ärgre sie sich nicht an dem Frivolen;
Doch tu sie so, als ob ihrs Schmerz verhängte,
Wo sie doch mehr, als wenn er sich ertränkte,
Sich freun sollt, daß er sich so schlecht empfohlen.
Dann sage sie ihm, diese Rache solle
Nur durch sie selbst geschehen, und sie werde
Zur Strafe spielen eine andre Rolle.
Nach dieser Drohung würd ich gleich verschwinden,
Als wüßt ich einen neuen schon zu finden,
Und ließ ihn stecken so in der Beschwerde.“
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Richard Zoozmann
CLXXXIV.
„Wenn einer, rein aus Bosheit, unverhohlen
Gesteht, daß schon ein Weib ihm unbeschränkte
Liebe so heiß geweiht, daß sie s nicht kränkte,
Würd jeder Freund ihr seinethalb gestohlen,
So ärgre sie sich nicht an dem Frivolen;
Doch tu sie so, als ob ihrs Schmerz verhängte,
Wo sie doch mehr, als wenn er sich ertränkte,
Sich freun sollt, daß er sich so schlecht empfohlen.
Dann sage sie ihm, diese Rache solle
Nur durch sie selbst geschehen, und sie werde
Zur Strafe spielen eine andre Rolle.
Nach dieser Drohung würd ich gleich verschwinden,
Als wüßt ich einen neuen schon zu finden,
Und ließ ihn stecken so in der Beschwerde.“
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

