16.05.2025, 13:41
Übertragung von
Richard Zoozmann
CVI. Amor und Trügemund.
„Du predigst also laut der Armut segen
Und lobst sie.“ – „Freilich; doch nur andern immer,
Denn ich bin nicht ihr Freund, und war es nimmer,
Ja, steh als grimmer Feind ihr stets entgegen.
Viel eher wollt ich treue Freundschaft pflegen
Mit Frankreichs König; denn ich halts für schlimmer,
Dem nachzutun, der bettelnd mit Gewimmer
Vorm Tor steht und fast stirbt des Mangels wegen.
Und ob auch eines Heiligen Seele wohne
Im armen Mann, ich geb ihm kein Geleite,
Nein, schieb nach Möglichkeit ihn auch beiseite,
Denn Trug ists, wenn ich ihm mit Liebe lohne.
Doch lob ich mir solch Mäntelchen als Decke,
Daß ich den Anschein frommen Manns erwecke.“
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Richard Zoozmann
CVI. Amor und Trügemund.
„Du predigst also laut der Armut segen
Und lobst sie.“ – „Freilich; doch nur andern immer,
Denn ich bin nicht ihr Freund, und war es nimmer,
Ja, steh als grimmer Feind ihr stets entgegen.
Viel eher wollt ich treue Freundschaft pflegen
Mit Frankreichs König; denn ich halts für schlimmer,
Dem nachzutun, der bettelnd mit Gewimmer
Vorm Tor steht und fast stirbt des Mangels wegen.
Und ob auch eines Heiligen Seele wohne
Im armen Mann, ich geb ihm kein Geleite,
Nein, schieb nach Möglichkeit ihn auch beiseite,
Denn Trug ists, wenn ich ihm mit Liebe lohne.
Doch lob ich mir solch Mäntelchen als Decke,
Daß ich den Anschein frommen Manns erwecke.“
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

