10.07.2024, 10:15
Als Übertragung von
Rainer Maria Rilke
XXX.
Ich seh dein bild durch Tränen heute nacht
und war doch froh, da ich dich sah bei Tag.
Bist du’s, Geliebter, der mich traurig macht?
Bin ich es selbst? wer klärt das auf? So mag
der Akoluth unter Musik und Riten
hinfallen auf sein Angesicht verstört,
und wie er dann vom Chor das Amen hört,
unfähig, seinen Sinnen zu gebieten,
hör ich bestürzt und zweifelnd deinen Schwur,
wenn du nicht da bist, Liebst du? War es nur
in meinem Traum, wo diese Herrlichkeit
mit überwand, mein liebstes Traumbild weit
über mein Schaun erweiternd? Kehrt sie wieder
und fällt wie diese Tränen greifbar nieder?
.
Rainer Maria Rilke
XXX.
Ich seh dein bild durch Tränen heute nacht
und war doch froh, da ich dich sah bei Tag.
Bist du’s, Geliebter, der mich traurig macht?
Bin ich es selbst? wer klärt das auf? So mag
der Akoluth unter Musik und Riten
hinfallen auf sein Angesicht verstört,
und wie er dann vom Chor das Amen hört,
unfähig, seinen Sinnen zu gebieten,
hör ich bestürzt und zweifelnd deinen Schwur,
wenn du nicht da bist, Liebst du? War es nur
in meinem Traum, wo diese Herrlichkeit
mit überwand, mein liebstes Traumbild weit
über mein Schaun erweiternd? Kehrt sie wieder
und fällt wie diese Tränen greifbar nieder?
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

