22.06.2024, 01:31
Als Übertragung von
Rainer Maria Rilke
XXII.
Wenn schweigend, Angesicht in Angesicht,
sich unsrer Seelen ragende Gestalten
so nahe stehn, daß, nicht mehr zu verhalten,
ihr Feuerschein aus ihren Flügeln bricht:
was tut unsw diese Erde dann noch Banges?
Und stiegst du lieber durch die Engel? Kaum; -
sie schütteten uns sterne des Gesanges
in unsres Schweigens lieben tiefen Raum.
Nein, laß uns besser auf der Erde bleiben,
wo alles Trübe, was die andern treiben,
die Reinen einzeln zueinander hebt.
Da ist gerade Platz zum Stehn und Lieben
für einen Tag, von Dunkelheit umschwebt
und von der Todesstunde rund umschrieben.
.
Rainer Maria Rilke
XXII.
Wenn schweigend, Angesicht in Angesicht,
sich unsrer Seelen ragende Gestalten
so nahe stehn, daß, nicht mehr zu verhalten,
ihr Feuerschein aus ihren Flügeln bricht:
was tut unsw diese Erde dann noch Banges?
Und stiegst du lieber durch die Engel? Kaum; -
sie schütteten uns sterne des Gesanges
in unsres Schweigens lieben tiefen Raum.
Nein, laß uns besser auf der Erde bleiben,
wo alles Trübe, was die andern treiben,
die Reinen einzeln zueinander hebt.
Da ist gerade Platz zum Stehn und Lieben
für einen Tag, von Dunkelheit umschwebt
und von der Todesstunde rund umschrieben.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

