05.05.2024, 01:14
Als Übertragung von
Rainer Maria Rilke
I.
Und es geschah mir einst, an Theokrit
zu denken, der von jenen süßen Jahren
gesungen hat und wie sie gütig waren
und gebend und geneigt bei jedem Schritt:
und wie ich saß, antikischem Gedicht
nachsinnend, sah ich durch mein Weinen leise
die süßen Jahre, wie sie sich im Kreise
aufstellten, traurig, diese von Verzicht
lichtlosen Jahre: meine Jahre. Da
stand plötzlich jemand hinter mir und riß
aus diesem Weinen mich an meinem Haar.
Und eine Stimme rief, die furchtbar war:
„Rate, wer hält dich so?“ – „Der Tod gewiß.“
- „Die Liebe“ – klang es wieder, sanft und nah.
.
Rainer Maria Rilke
I.
Und es geschah mir einst, an Theokrit
zu denken, der von jenen süßen Jahren
gesungen hat und wie sie gütig waren
und gebend und geneigt bei jedem Schritt:
und wie ich saß, antikischem Gedicht
nachsinnend, sah ich durch mein Weinen leise
die süßen Jahre, wie sie sich im Kreise
aufstellten, traurig, diese von Verzicht
lichtlosen Jahre: meine Jahre. Da
stand plötzlich jemand hinter mir und riß
aus diesem Weinen mich an meinem Haar.
Und eine Stimme rief, die furchtbar war:
„Rate, wer hält dich so?“ – „Der Tod gewiß.“
- „Die Liebe“ – klang es wieder, sanft und nah.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

