22.10.2025, 07:49
Übersetzung von Karl Förster
1784 – 1841
CCLXV.
Das wilde Herz, das rauhe Widerstreben,
Die in demütigem Engelleibe schalten,
Sollt alte Strenge lange noch sich halten –
Siegen sie auch, ist’s ehrenvoll nicht eben.
Ob Blüten, Gräser sterben oder leben,
Ob Nächte dunkeln, Strahlen sich entfalten,
Ich wein, und darf die Klage lassen walten
Ob des Geschicks, der Lieb und Herrin Weben.
Von Hoffnung leb ich nur, seit ich gesehen,
Daß wenger Tropfen wiederholte Schläge
Marmor und feste Steine schon durchdrangen.
Nicht gibt’s so hartes Herz, das nicht durch Flehen,
Durch Lieb und Tränen endlich sich bewege;
Kein kalter Sinn, der Glut nicht sollt empfangen.
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1784 – 1841
CCLXV.
Das wilde Herz, das rauhe Widerstreben,
Die in demütigem Engelleibe schalten,
Sollt alte Strenge lange noch sich halten –
Siegen sie auch, ist’s ehrenvoll nicht eben.
Ob Blüten, Gräser sterben oder leben,
Ob Nächte dunkeln, Strahlen sich entfalten,
Ich wein, und darf die Klage lassen walten
Ob des Geschicks, der Lieb und Herrin Weben.
Von Hoffnung leb ich nur, seit ich gesehen,
Daß wenger Tropfen wiederholte Schläge
Marmor und feste Steine schon durchdrangen.
Nicht gibt’s so hartes Herz, das nicht durch Flehen,
Durch Lieb und Tränen endlich sich bewege;
Kein kalter Sinn, der Glut nicht sollt empfangen.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

