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Sonnets 078
#1
William Shakespeare
1564 – 1616 England



LXXVIII.

So oft have I invoked thee for my Muse
And found such fair assistance in my verse
As every alien pen hath got my use
And under thee their poesy disperse.
Thine eyes that taught the dumb on high to sing
And heavy ignorance aloft to fly
Have added feathers to the learned's wing
And given grace a double majesty.
Yet be most proud of that which I compile,
Whose influence is thine and born of thee:
In others' works thou dost but mend the style,
And arts with thy sweet graces graced be;
But thou art all my art and dost advance
As high as learning my rude ignorance



.
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#2
Übersetzung von
Terese Robinson



LXXVIII.


Oft rief ich dich als meine Muse an,
Und du hast so viel Kraft dem Lied geschenkt,
Daß manche Feder es mir nachgetan
Und nun zu deinem Preis zu dichten denkt.
Dein Auge lehrt ja selbst den Stummen singen,
Macht träge Dumpfheit schwebend und beredt,
Beflügelt neu des schon Beschwingten Schwingen,
Gibt seiner Anmut Kraft und Majestät.
Doch stolzer sei auf meiner Lieder Spiel,
Aus dir geboren, ziehn sie deine Pfade;
In Andrer Werk verschönst du nur den Stil,
Begnadest Kunst mit deiner Schönheit Gnade;

Doch meine Kunst bist du, der mich erhebt,
So hoch wie Weisheit über Dumpfheit schwebt.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



LXXVIII.

So oft rief ich, als meine Muse dich,
So mild behülflich war sie mir zum Singen,
Daß jeder Fremdlingsmund nun tut wie ich,
In deinem Namen aller Reime klingen.

Dein Auge, das den Stimmen Jubellieder,
Beschränkter Trägheit Himmelsflug gelehrt,
Gab Dichterflügeln neues Schwunggefieder,
Der Anmut Majestät und Siegeswert.

Doch sei am stolzesten auf meine Blätter!
Die sind dein Einfluß, sind von dir gesät:
An andern machst du nur die Weisen glätter,
Vollendest Künste, die dein Reiz erhöht:

Doch meine ganze Kunst bist du; sie beut
Mir Rohen Schätze der Gelehrsamkeit.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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