<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Stefan Zweig]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 09:38:15 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Herbstsonett]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=33045</link>
			<pubDate>Fri, 07 Mar 2025 07:30:42 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=33045</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Herbstsonett</span><br />
<br />
Die Tage stiegen längst die goldne Leiter<br />
Des Sommers nieder. Spätglanz wärmt das Land.<br />
Die Schatten wachsen früh und fallen breiter<br />
Von allen Bäumen in des Abends Hand.<br />
<br />
Im Laube glänzt noch, wie vom Wind verschlagen,<br />
Manch reife Frucht. Der Felder Brust liegt bloß,<br />
Und Wolken, die sich westwärts überjagen,<br />
Machen den Himmel ernst und ruhelos.<br />
<br />
Über die Wälder, die sich rasch entblättern,<br />
Zittert schon unrastvoll der Schwalben Flug.<br />
Und all dies mahnt: Nun sei dem Herbst bereit.<br />
<br />
Beugst du dich morgen zu der Landschaft Buch,<br />
So blinkt vielleicht schon aus den bunten Lettern<br />
Des Lebens liebstes Wort: Vergänglichkeit.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Herbstsonett</span><br />
<br />
Die Tage stiegen längst die goldne Leiter<br />
Des Sommers nieder. Spätglanz wärmt das Land.<br />
Die Schatten wachsen früh und fallen breiter<br />
Von allen Bäumen in des Abends Hand.<br />
<br />
Im Laube glänzt noch, wie vom Wind verschlagen,<br />
Manch reife Frucht. Der Felder Brust liegt bloß,<br />
Und Wolken, die sich westwärts überjagen,<br />
Machen den Himmel ernst und ruhelos.<br />
<br />
Über die Wälder, die sich rasch entblättern,<br />
Zittert schon unrastvoll der Schwalben Flug.<br />
Und all dies mahnt: Nun sei dem Herbst bereit.<br />
<br />
Beugst du dich morgen zu der Landschaft Buch,<br />
So blinkt vielleicht schon aus den bunten Lettern<br />
Des Lebens liebstes Wort: Vergänglichkeit.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Nacht der Gnaden]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30399</link>
			<pubDate>Fri, 23 Feb 2024 15:19:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30399</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Nacht der Gnaden<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ein Reigen Sonette</span><br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Ein schwarzer Flor umkränzte die Gelände.<br />
Wie Boote segelten am Himmelsmeer<br />
Die letzten lauen Abendwolken her<br />
Und gossen Schattenschleier um die Wände.<br />
<br />
Das Zimmer dunkelte. Die heißen Hände<br />
Der beiden lagen willenlos und schwer<br />
In ihrem Schoß und suchten sich nicht mehr.<br />
Die leeren Worte waren längst zu Ende.<br />
<br />
Sie bebten beide. Und ein Schweigen kam<br />
Mit banger Schwüle. Er hielt sie umfangen<br />
Und flehte ohne Wort: "Sei mein! Sei mein!"<br />
<br />
Sie zitterte. Die Blüte junger Scham<br />
Wuchs purpurn über ihre blassen Wangen,<br />
Und Tränen stammelten: "Es darf nicht sein."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Nacht der Gnaden<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ein Reigen Sonette</span><br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Ein schwarzer Flor umkränzte die Gelände.<br />
Wie Boote segelten am Himmelsmeer<br />
Die letzten lauen Abendwolken her<br />
Und gossen Schattenschleier um die Wände.<br />
<br />
Das Zimmer dunkelte. Die heißen Hände<br />
Der beiden lagen willenlos und schwer<br />
In ihrem Schoß und suchten sich nicht mehr.<br />
Die leeren Worte waren längst zu Ende.<br />
<br />
Sie bebten beide. Und ein Schweigen kam<br />
Mit banger Schwüle. Er hielt sie umfangen<br />
Und flehte ohne Wort: "Sei mein! Sei mein!"<br />
<br />
Sie zitterte. Die Blüte junger Scham<br />
Wuchs purpurn über ihre blassen Wangen,<br />
Und Tränen stammelten: "Es darf nicht sein."]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>