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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - J.R.s Joker-Runde]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 08:55:30 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Die Tanten-Mutanten-Variante (britisch-kritisch B 1.1.7)]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5350</link>
			<pubDate>Thu, 19 Nov 2020 10:36:53 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5350</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Tanten-Mutanten-Variante</span><br />
<br />
 <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">(britisch-kritisch B 1.1.7)</span><br />
<br />
<br />
Ich hatte einmal eine Tante,<br />
- - die hatte im Hals 'ne Variante,<br />
- - -  die bisher wohl noch keiner kannte.<br />
- - - - -  Man nannte diese dann Mutante.<br />
- - - - - - - Die Variante.<br />
- - - - - - - -  Nicht die Tante.<br />
<br />
Als diese dann am Meer entspannte,<br />
- -  weil nach Entspannung sie verlangte,<br />
- - -  ihre Händy-Äpp sofort entbrannte,<br />
- - - - - so dass sie sich zum Arzt hin wandte.<br />
<br />
Der Doktor sich sofort ermannte<br />
- - und tief ihr in den Rachen langte.<br />
- - - - Wobei das Wattestäbchen brannte,<br />
- - - - - -  als er's ihr in die Nase rammte.<br />
<br />
Das Testergebnis aber schwankte<br />
- - zwischen der bekannten Variante,<br />
- - - -  ihrer häufigsten Mutante<br />
- - - - - -  und einer Mutanten-Variante.<br />
- - - - - - - - - Nachdem die Tante<br />
- - - - - - - - - - -  sich entspannte,<br />
<br />
Der Doktor gleich sein Geld verlangte.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Tanten-Mutanten-Variante</span><br />
<br />
 <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">(britisch-kritisch B 1.1.7)</span><br />
<br />
<br />
Ich hatte einmal eine Tante,<br />
- - die hatte im Hals 'ne Variante,<br />
- - -  die bisher wohl noch keiner kannte.<br />
- - - - -  Man nannte diese dann Mutante.<br />
- - - - - - - Die Variante.<br />
- - - - - - - -  Nicht die Tante.<br />
<br />
Als diese dann am Meer entspannte,<br />
- -  weil nach Entspannung sie verlangte,<br />
- - -  ihre Händy-Äpp sofort entbrannte,<br />
- - - - - so dass sie sich zum Arzt hin wandte.<br />
<br />
Der Doktor sich sofort ermannte<br />
- - und tief ihr in den Rachen langte.<br />
- - - - Wobei das Wattestäbchen brannte,<br />
- - - - - -  als er's ihr in die Nase rammte.<br />
<br />
Das Testergebnis aber schwankte<br />
- - zwischen der bekannten Variante,<br />
- - - -  ihrer häufigsten Mutante<br />
- - - - - -  und einer Mutanten-Variante.<br />
- - - - - - - - - Nachdem die Tante<br />
- - - - - - - - - - -  sich entspannte,<br />
<br />
Der Doktor gleich sein Geld verlangte.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Tanten-Mutanten-Variante]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5349</link>
			<pubDate>Thu, 19 Nov 2020 10:36:53 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5349</guid>
			<description><![CDATA[Ich hatte einmal eine Tante,<br />
- - die hatte im Hals 'ne Variante,<br />
- - -  die bisher wohl noch keiner kannte.<br />
- - - - -  Man nannte diese dann Mutante.<br />
- - - - - - - Die Variante.<br />
- - - - - - - -  Nicht die Tante.<br />
<br />
Als diese dann am Meer entspannte,<br />
- -  weil nach Entspannung sie verlangte,<br />
- - -  ihre Händy-Äpp sofort entbrannte,<br />
- - - - - so dass sie sich zum Arzt hin wandte.<br />
<br />
Der Doktor sich sofort ermannte<br />
- - und tief ihr in den Rachen langte.<br />
- - - - Wobei das Wattestäbchen brannte,<br />
- - - - - -  als er's ihr in die Nase rammte.<br />
<br />
Das Testergebnis aber schwankte<br />
- - zwischen der bekannten Variante,<br />
- - - -  ihrer häufigsten Mutante<br />
- - - - - -  und einer Mutanten-Variante.<br />
- - - - - - - - - Wofür die Tante<br />
- - - - - - - - - - -  sich bedankte.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich hatte einmal eine Tante,<br />
- - die hatte im Hals 'ne Variante,<br />
- - -  die bisher wohl noch keiner kannte.<br />
- - - - -  Man nannte diese dann Mutante.<br />
- - - - - - - Die Variante.<br />
- - - - - - - -  Nicht die Tante.<br />
<br />
Als diese dann am Meer entspannte,<br />
- -  weil nach Entspannung sie verlangte,<br />
- - -  ihre Händy-Äpp sofort entbrannte,<br />
- - - - - so dass sie sich zum Arzt hin wandte.<br />
<br />
Der Doktor sich sofort ermannte<br />
- - und tief ihr in den Rachen langte.<br />
- - - - Wobei das Wattestäbchen brannte,<br />
- - - - - -  als er's ihr in die Nase rammte.<br />
<br />
Das Testergebnis aber schwankte<br />
- - zwischen der bekannten Variante,<br />
- - - -  ihrer häufigsten Mutante<br />
- - - - - -  und einer Mutanten-Variante.<br />
- - - - - - - - - Wofür die Tante<br />
- - - - - - - - - - -  sich bedankte.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Salvator Mundi]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5114</link>
			<pubDate>Wed, 13 Nov 2019 17:59:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5114</guid>
			<description><![CDATA[Hans Kemmer (1495-1561)<br />
Salvator Mundi-Tafel des Carsten Timmermann (1537)<br />
<br />
Josef Riga<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Ehe</span><br />
<br />
Der Ehemann sieht aus wie Martin Luther,<br />
Die Ehefrau passt wunderbar zu ihm.<br />
Die Beiden sind recht gut im Futter.<br />
Auch die Gewänder wirken sehr bequem.<br />
<br />
Seit Menschen Ackerbau betrieben<br />
Und zahme Tiere in die Pferche zwängten,<br />
Wurde der große Spaß beerdigt,<br />
Bei dem sich einst die Frauen hin <br />
In die Arme mehrerer Männern drängten.<br />
Es wurde die Monogamie gepredigt,<br />
Und diese macht nur dann recht Sinn,<br />
Wenn man dadurch alle Lust erledigt.<br />
<br />
Ein Beispiel rutscht hier auf den Knien,<br />
Wahrscheinlich hat der ihnen schon verziehen,<br />
Der segnend hoch dahinter steht.<br />
Denn er verzeiht uns ja fast alles.<br />
Die gläserne Kugel braucht er nicht<br />
Um etwa im Falle eines Falles<br />
Darin in die mögliche Zukunft zu sehen.<br />
Der bedauernde Ausdruck in seinem Gesicht<br />
Sagt bereits: ich weiß, es wird wieder geschehen.<br />
<br />
Die Ehe ist ein Palindrom,<br />
Sie liest sich von vorn wie von hinten.<br />
Da hilft keine Pille und auch kein Kondom, <br />
Da helfen auch keine Binden.<br />
Sie ist ein sinnloser Versuch,<br />
Die Natur zu überlisten.<br />
Sie frustriert Atheist und Muselman<br />
Und ganz bestimmt viele Christen.<br />
<br />
Die Beiden im Bild haben kapituliert,<br />
Sie fühlen sich längst schon angeschmiert,<br />
Da helfen keine goldenen Ringe,<br />
Keine Brokatgewänder, kein Pelzbesatz,<br />
Ein jeder sehnt sich nach seinem Schatz<br />
Und würde den Partner gern killen.<br />
Doch die Kriminaltechnik ist zu perfekt:<br />
Sie ist ein Support für den göttlichen Willen.<br />
Wer möchte schon gerne am Galgen hängen,<br />
Nur weil ihn die lüsternen Triebe bedrängen. <br />
Gott will, dass wir uns alle quälen,<br />
Solang ein Mörder in uns steckt.<br />
Nur so können wir von seiner Gnade erzählen<br />
Und hoffen, dass er nicht alles entdeckt. <br />
<br />
P.S. Die Glaskugel ist, wie heißt es doch gleich,<br />
Ein Geschenk für den häuslichen Eingangsbereich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hans Kemmer (1495-1561)<br />
Salvator Mundi-Tafel des Carsten Timmermann (1537)<br />
<br />
Josef Riga<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Ehe</span><br />
<br />
Der Ehemann sieht aus wie Martin Luther,<br />
Die Ehefrau passt wunderbar zu ihm.<br />
Die Beiden sind recht gut im Futter.<br />
Auch die Gewänder wirken sehr bequem.<br />
<br />
Seit Menschen Ackerbau betrieben<br />
Und zahme Tiere in die Pferche zwängten,<br />
Wurde der große Spaß beerdigt,<br />
Bei dem sich einst die Frauen hin <br />
In die Arme mehrerer Männern drängten.<br />
Es wurde die Monogamie gepredigt,<br />
Und diese macht nur dann recht Sinn,<br />
Wenn man dadurch alle Lust erledigt.<br />
<br />
Ein Beispiel rutscht hier auf den Knien,<br />
Wahrscheinlich hat der ihnen schon verziehen,<br />
Der segnend hoch dahinter steht.<br />
Denn er verzeiht uns ja fast alles.<br />
Die gläserne Kugel braucht er nicht<br />
Um etwa im Falle eines Falles<br />
Darin in die mögliche Zukunft zu sehen.<br />
Der bedauernde Ausdruck in seinem Gesicht<br />
Sagt bereits: ich weiß, es wird wieder geschehen.<br />
<br />
Die Ehe ist ein Palindrom,<br />
Sie liest sich von vorn wie von hinten.<br />
Da hilft keine Pille und auch kein Kondom, <br />
Da helfen auch keine Binden.<br />
Sie ist ein sinnloser Versuch,<br />
Die Natur zu überlisten.<br />
Sie frustriert Atheist und Muselman<br />
Und ganz bestimmt viele Christen.<br />
<br />
Die Beiden im Bild haben kapituliert,<br />
Sie fühlen sich längst schon angeschmiert,<br />
Da helfen keine goldenen Ringe,<br />
Keine Brokatgewänder, kein Pelzbesatz,<br />
Ein jeder sehnt sich nach seinem Schatz<br />
Und würde den Partner gern killen.<br />
Doch die Kriminaltechnik ist zu perfekt:<br />
Sie ist ein Support für den göttlichen Willen.<br />
Wer möchte schon gerne am Galgen hängen,<br />
Nur weil ihn die lüsternen Triebe bedrängen. <br />
Gott will, dass wir uns alle quälen,<br />
Solang ein Mörder in uns steckt.<br />
Nur so können wir von seiner Gnade erzählen<br />
Und hoffen, dass er nicht alles entdeckt. <br />
<br />
P.S. Die Glaskugel ist, wie heißt es doch gleich,<br />
Ein Geschenk für den häuslichen Eingangsbereich.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Marco Palmezzano: Madonna mit Kind und Johannesknaben]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5113</link>
			<pubDate>Wed, 13 Nov 2019 15:46:34 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5113</guid>
			<description><![CDATA[Marco Palmezzano (ca. 1460 – 1539)<br />
<br />
Maria mit Kind und Johannesknaben<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Anmeldung zur Kita</span><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Entschuldigung. Bin ich hier richtig? Ich möchte meinen Jungen für die Ganztagsbetreuung anmelden. </span><br />
Name des Jungen? <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Jeschua</span><br />
Geboren?<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Am 24. Dezember.</span><br />
Immer diese römische Zählweise. Kannst du das nicht nach unserem jüdischen Kalender angeben?    (Die Kindergärtnerin rechnet mürrisch nach.) Dein Name?<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Maria, aus Nazareth.</span><br />
Und der Vater?<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Naja, … unbekannt.</span><br />
„Unbekannt“ … du weißt schon, dass wir ein sehr anständiger hebräischer Kindergarten sind!<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ist mir bewusst. </span><br />
Na gut, Mädel, kann ja mal passieren … Du hast die Schriftrolle mit den Preisen und den Öffnungszeiten eingesehen? Gut! Abholen immer pünktlich zum Ende der 10. Stunde. Nichtkoscheres Essen kostet extra.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Heh, pass doch auf Kleiner! Du piekst den Jeschu ja mit deinem Stöckchen.</span><br />
Das ist der Johannes. Wir basteln Kreuze.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kommen die Kinder denn auch genug an die frische Luft?</span><br />
Klar. Wir machen sogar Ausflüge mit ihnen. <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ach, wie schön!</span><br />
Ja, bei uns werden die Kinder richtig aufs Leben vorbereitet. Heute Nachmittag gehen wir mit den Größeren sogar zu einer Steinigung!<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Einer Steinigung?</span><br />
Ja, einer Steinigung. Das ist immer ein Heidenspaß. Das spielen die Kinder dann im Sandkasten nach. Natürlich nur mit Lehmklumpen.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ach wissen sie, Frau …?</span><br />
Frau Webb. Webb wie Netz, nur mit zwei b …<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Frau Webb, ich glaube, ich muss mir das nochmal überlegen, das mit der Kita.</span><br />
Was? Also hör’ mal! Und dafür red’ ich mir hier den Mund fusselig. Wir haben genug Anfragen nach Plätzen. Dann noch einen schönen Schabbat!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Marco Palmezzano (ca. 1460 – 1539)<br />
<br />
Maria mit Kind und Johannesknaben<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Anmeldung zur Kita</span><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Entschuldigung. Bin ich hier richtig? Ich möchte meinen Jungen für die Ganztagsbetreuung anmelden. </span><br />
Name des Jungen? <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Jeschua</span><br />
Geboren?<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Am 24. Dezember.</span><br />
Immer diese römische Zählweise. Kannst du das nicht nach unserem jüdischen Kalender angeben?    (Die Kindergärtnerin rechnet mürrisch nach.) Dein Name?<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Maria, aus Nazareth.</span><br />
Und der Vater?<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Naja, … unbekannt.</span><br />
„Unbekannt“ … du weißt schon, dass wir ein sehr anständiger hebräischer Kindergarten sind!<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ist mir bewusst. </span><br />
Na gut, Mädel, kann ja mal passieren … Du hast die Schriftrolle mit den Preisen und den Öffnungszeiten eingesehen? Gut! Abholen immer pünktlich zum Ende der 10. Stunde. Nichtkoscheres Essen kostet extra.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Heh, pass doch auf Kleiner! Du piekst den Jeschu ja mit deinem Stöckchen.</span><br />
Das ist der Johannes. Wir basteln Kreuze.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kommen die Kinder denn auch genug an die frische Luft?</span><br />
Klar. Wir machen sogar Ausflüge mit ihnen. <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ach, wie schön!</span><br />
Ja, bei uns werden die Kinder richtig aufs Leben vorbereitet. Heute Nachmittag gehen wir mit den Größeren sogar zu einer Steinigung!<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Einer Steinigung?</span><br />
Ja, einer Steinigung. Das ist immer ein Heidenspaß. Das spielen die Kinder dann im Sandkasten nach. Natürlich nur mit Lehmklumpen.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ach wissen sie, Frau …?</span><br />
Frau Webb. Webb wie Netz, nur mit zwei b …<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Frau Webb, ich glaube, ich muss mir das nochmal überlegen, das mit der Kita.</span><br />
Was? Also hör’ mal! Und dafür red’ ich mir hier den Mund fusselig. Wir haben genug Anfragen nach Plätzen. Dann noch einen schönen Schabbat!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Montagnana: Beweinung Christi]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5102</link>
			<pubDate>Mon, 04 Nov 2019 16:28:27 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5102</guid>
			<description><![CDATA[Jacobo da Montagnana (1440/43-1499)<br />
Beweinung Christi (1480/90)<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alles ist Nacht</span><br />
<br />
Mitten am Tag,<br />
Eine helle Nacht. <br />
Die Gesichter sind deutlich,<br />
Gedeutet durch das was geschieht.<br />
Es gibt keine Flucht.<br />
Umrandet vom Licht.<br />
Unentrinnbar offen. <br />
Dunkel nur der, der ging.<br />
Kalt wie Stein, <br />
Wie eine Statue<br />
Liegt er vor ihnen.<br />
Der unfassbare, gefrorene Moment.<br />
Noch ist das Licht auf den <br />
Gesichtern ein blankes Entsetzen.<br />
Alles was war ist wie herauspoliert, <br />
Ausgelöscht durch die neue Wirklichkeit.<br />
<br />
Realität des Todes. <br />
Auch ihre Gesichter sind tot.<br />
Ein Nachhall, <br />
Dessen was ihm geschah <br />
Und ein Vorgriff auf das,<br />
Was ihnen geschehen wird. <br />
<br />
Die helle Nacht ohne Trost.<br />
Grelle Verzweiflung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Jacobo da Montagnana (1440/43-1499)<br />
Beweinung Christi (1480/90)<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alles ist Nacht</span><br />
<br />
Mitten am Tag,<br />
Eine helle Nacht. <br />
Die Gesichter sind deutlich,<br />
Gedeutet durch das was geschieht.<br />
Es gibt keine Flucht.<br />
Umrandet vom Licht.<br />
Unentrinnbar offen. <br />
Dunkel nur der, der ging.<br />
Kalt wie Stein, <br />
Wie eine Statue<br />
Liegt er vor ihnen.<br />
Der unfassbare, gefrorene Moment.<br />
Noch ist das Licht auf den <br />
Gesichtern ein blankes Entsetzen.<br />
Alles was war ist wie herauspoliert, <br />
Ausgelöscht durch die neue Wirklichkeit.<br />
<br />
Realität des Todes. <br />
Auch ihre Gesichter sind tot.<br />
Ein Nachhall, <br />
Dessen was ihm geschah <br />
Und ein Vorgriff auf das,<br />
Was ihnen geschehen wird. <br />
<br />
Die helle Nacht ohne Trost.<br />
Grelle Verzweiflung.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Thronende Mutter Gottes]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5098</link>
			<pubDate>Fri, 01 Nov 2019 17:30:11 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5098</guid>
			<description><![CDATA[Thronende Muttergottes <br />
(niedersächsisch, um 1160)<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fehlende Hände</span><br />
<br />
Was ist so schön an ihr, der so viel fehlt,<br />
Wär sie lebendig, blickte sie zerquält<br />
Auf ihre fehlenden Hände.<br />
<br />
Rissig und rau,<br />
Trockenes Lindenholz,<br />
Wurmlochzerfressen,<br />
Die Gestalt einer Frau,<br />
Ohne ein Gegenüber.<br />
Auch das Kind fehlt, <br />
Das auf dem Schoß gesessen.<br />
<br />
Und doch ist sie schön. Und auch stolz.<br />
<br />
Die Farben: verblasst.<br />
Und die Haare fast<br />
Zu schwer hinter zierlichen Schultern.<br />
<br />
Die wertvollen Steine<br />
Aus ihrem Gewand,<br />
Vom Kleidersaum und vom Kragenrand,<br />
Wurden längst herausgebrochen.<br />
<br />
So sehr beraubt und am Körper verletzt<br />
Bleibt sie doch schön und ihr Ausdruck ist jetzt<br />
Noch immer unversehrt.<br />
Denn während Menschen etwas widerfährt,<br />
Bleibt ihr Wesen unwidersprochen.<br />
<br />
Ihre Schönheit erhält sich in jedem Fragment,<br />
Und egal wie man ihren Körper zertrennt,<br />
Bleibt sie stets <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">eine</span> Monade.<br />
<br />
Zerbrochen, doch heil <br />
Wie ein Spiegelteil,<br />
In dem sich der Mensch nach dem Bade,<br />
Obwohl es zersplittert, doch im Ganzen erkennt,<br />
Ist das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kunstwerk</span> <br />
Für uns Menschen ein Element<br />
Der bleibenden göttlichen Gnade.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Thronende Muttergottes <br />
(niedersächsisch, um 1160)<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fehlende Hände</span><br />
<br />
Was ist so schön an ihr, der so viel fehlt,<br />
Wär sie lebendig, blickte sie zerquält<br />
Auf ihre fehlenden Hände.<br />
<br />
Rissig und rau,<br />
Trockenes Lindenholz,<br />
Wurmlochzerfressen,<br />
Die Gestalt einer Frau,<br />
Ohne ein Gegenüber.<br />
Auch das Kind fehlt, <br />
Das auf dem Schoß gesessen.<br />
<br />
Und doch ist sie schön. Und auch stolz.<br />
<br />
Die Farben: verblasst.<br />
Und die Haare fast<br />
Zu schwer hinter zierlichen Schultern.<br />
<br />
Die wertvollen Steine<br />
Aus ihrem Gewand,<br />
Vom Kleidersaum und vom Kragenrand,<br />
Wurden längst herausgebrochen.<br />
<br />
So sehr beraubt und am Körper verletzt<br />
Bleibt sie doch schön und ihr Ausdruck ist jetzt<br />
Noch immer unversehrt.<br />
Denn während Menschen etwas widerfährt,<br />
Bleibt ihr Wesen unwidersprochen.<br />
<br />
Ihre Schönheit erhält sich in jedem Fragment,<br />
Und egal wie man ihren Körper zertrennt,<br />
Bleibt sie stets <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">eine</span> Monade.<br />
<br />
Zerbrochen, doch heil <br />
Wie ein Spiegelteil,<br />
In dem sich der Mensch nach dem Bade,<br />
Obwohl es zersplittert, doch im Ganzen erkennt,<br />
Ist das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kunstwerk</span> <br />
Für uns Menschen ein Element<br />
Der bleibenden göttlichen Gnade.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hans Süss von Kulmbach: Die Heiligen Sebastian und Rochus]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5089</link>
			<pubDate>Wed, 09 Oct 2019 04:25:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5089</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga<br />
</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Feierabendgespräch<br />
</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Der Heilige Sebastian trifft auf den Heiligen Rochus. Beide haben einen langen Himmlischen Tag hinter sich und sind auf dem Weg zu ihren Appartements in der Straße der Märtyrer. Sie beschließen, zusammen zu gehen und sich ein wenig auszutauschen. Der Durchlöcherte beginnt:</span><br />
<br />
Basti: Also ich find’s ja schon ein bisschen öde, dass wir hier in den himmlischen Gefilden dauernd als Zeugen unseres Martyriums herumlaufen sollen. Immer muss ich dieses Bündel Pfeile mit mir herumtragen. Schwer sind sie zwar nicht …<br />
Rochus: …und ich soll dauernd den Rock heben, so dass jeder einen Blick auf die Pestwunde werfen kann. Ich finde, es reicht langsam mit dieser dauernden Elendspräsentation.<br />
Basti: ER will doch nur zeigen, wie umfassend er uns gerettet hat, selbst die Gemarterten und Gepeinigten, die …<br />
Rochus: die Kranken und die Siechen, die Juden wie die Griechen, ich weiß, ich weiß …<br />
Und die Engel die alten Aufpasser, sorgen schon dafür, dass du deine Attribute schön immer mit dir führst, wenn du ausgehst.<br />
Basti: Wie die iranische Religionspolizei. Hast du’s nicht dabei, gibt’s eindringliche Ermahnungen. Weißt du wie Luzifer neulich die Engel genannt hat?<br />
Rochus: Nein.<br />
Basti: „Die glatten Schaufensterpuppen göttlicher Selbstgefälligkeit.“<br />
Rochus: Ha! Ha! Das ist gut!<br />
Basti: Kuck mal, da kniet schon wieder so ein Adorant, der vom Groupiedasein nicht genug kriegen kann.<br />
Rochus: Dass die sich immer so klein machen müssen. Als hätten wir so viel mehr geleistet als sie, um in den Himmel zu kommen. Die Menschheit wird selbst hier nicht klug.<br />
Basti: Ja, Dummheit scheint unsere unerlösbare Eigenart zu sein. Dummheit und falsche Bescheidenheit. Als wenn ich damals selbst auf die Idee gekommen wäre, mich erschießen zu lassen. Also, daraus einen Kult zu machen …<br />
Rochus: Und mir hat’s eigentlich auch viel gegeben, diese Pestkranken zu pflegen. Es waren so viele schöne Frauen dabei. So jung und so hilflos …<br />
Basti: Ach ja!<br />
Rochus: Komm, lass uns noch einen Trinken gehen, bevor noch mehr von dieser Sorte Wegelagerer hier auftauchen.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die Beiden biegen vom Weg ab und erreichen die nächste Kneipe.</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga<br />
</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Feierabendgespräch<br />
</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Der Heilige Sebastian trifft auf den Heiligen Rochus. Beide haben einen langen Himmlischen Tag hinter sich und sind auf dem Weg zu ihren Appartements in der Straße der Märtyrer. Sie beschließen, zusammen zu gehen und sich ein wenig auszutauschen. Der Durchlöcherte beginnt:</span><br />
<br />
Basti: Also ich find’s ja schon ein bisschen öde, dass wir hier in den himmlischen Gefilden dauernd als Zeugen unseres Martyriums herumlaufen sollen. Immer muss ich dieses Bündel Pfeile mit mir herumtragen. Schwer sind sie zwar nicht …<br />
Rochus: …und ich soll dauernd den Rock heben, so dass jeder einen Blick auf die Pestwunde werfen kann. Ich finde, es reicht langsam mit dieser dauernden Elendspräsentation.<br />
Basti: ER will doch nur zeigen, wie umfassend er uns gerettet hat, selbst die Gemarterten und Gepeinigten, die …<br />
Rochus: die Kranken und die Siechen, die Juden wie die Griechen, ich weiß, ich weiß …<br />
Und die Engel die alten Aufpasser, sorgen schon dafür, dass du deine Attribute schön immer mit dir führst, wenn du ausgehst.<br />
Basti: Wie die iranische Religionspolizei. Hast du’s nicht dabei, gibt’s eindringliche Ermahnungen. Weißt du wie Luzifer neulich die Engel genannt hat?<br />
Rochus: Nein.<br />
Basti: „Die glatten Schaufensterpuppen göttlicher Selbstgefälligkeit.“<br />
Rochus: Ha! Ha! Das ist gut!<br />
Basti: Kuck mal, da kniet schon wieder so ein Adorant, der vom Groupiedasein nicht genug kriegen kann.<br />
Rochus: Dass die sich immer so klein machen müssen. Als hätten wir so viel mehr geleistet als sie, um in den Himmel zu kommen. Die Menschheit wird selbst hier nicht klug.<br />
Basti: Ja, Dummheit scheint unsere unerlösbare Eigenart zu sein. Dummheit und falsche Bescheidenheit. Als wenn ich damals selbst auf die Idee gekommen wäre, mich erschießen zu lassen. Also, daraus einen Kult zu machen …<br />
Rochus: Und mir hat’s eigentlich auch viel gegeben, diese Pestkranken zu pflegen. Es waren so viele schöne Frauen dabei. So jung und so hilflos …<br />
Basti: Ach ja!<br />
Rochus: Komm, lass uns noch einen Trinken gehen, bevor noch mehr von dieser Sorte Wegelagerer hier auftauchen.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die Beiden biegen vom Weg ab und erreichen die nächste Kneipe.</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Paul Bril: Landschaft mit Vesta-Tempel]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5088</link>
			<pubDate>Wed, 09 Oct 2019 04:19:36 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5088</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ombra mai fu</span><br />
<br />
Wir können nicht anders,<br />
Wir werden in allem Geschehen,<br />
In allem was uns begegnet,<br />
Stets menschliche Formen sehen.<br />
<br />
Hier ist es die Felsenwand,<br />
Sie bildet ein Gesicht,<br />
Unter dem Haar der Bäume,<br />
Den Mund geöffnet der Gischt<br />
<br />
Des fallenden Wasserstrahls.<br />
Als tränke er daraus,<br />
So öffnet sich der Mund.<br />
Es ist ein tiefes Zuhaus’<br />
<br />
Und auch eine Fremdheit darin,<br />
Ein Teil der Natur zu sein.<br />
Wir leben und weben in ihr,<br />
Und bleiben doch endlich allein.<br />
<br />
Wir sind von ihr abgetrennt,<br />
Wir kauern und stehen gebannt,<br />
Wir staunen und fühlen uns klein,<br />
Der Wasserfall ist ein Rand,<br />
<br />
Den wir nicht überschreiten.<br />
Der Tempel der Vesta ist fern.<br />
Zu fern um ihn zu erreichen?<br />
Sein Herdfeuer hätten wir gern.<br />
<br />
Doch hier steht er nur als ein Zeichen<br />
Für die Sehnsucht nach einem Zuhause.<br />
Der Abend wird kalt sein<br />
Und weit ist der Weg zur Klause.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ombra mai fu</span><br />
<br />
Wir können nicht anders,<br />
Wir werden in allem Geschehen,<br />
In allem was uns begegnet,<br />
Stets menschliche Formen sehen.<br />
<br />
Hier ist es die Felsenwand,<br />
Sie bildet ein Gesicht,<br />
Unter dem Haar der Bäume,<br />
Den Mund geöffnet der Gischt<br />
<br />
Des fallenden Wasserstrahls.<br />
Als tränke er daraus,<br />
So öffnet sich der Mund.<br />
Es ist ein tiefes Zuhaus’<br />
<br />
Und auch eine Fremdheit darin,<br />
Ein Teil der Natur zu sein.<br />
Wir leben und weben in ihr,<br />
Und bleiben doch endlich allein.<br />
<br />
Wir sind von ihr abgetrennt,<br />
Wir kauern und stehen gebannt,<br />
Wir staunen und fühlen uns klein,<br />
Der Wasserfall ist ein Rand,<br />
<br />
Den wir nicht überschreiten.<br />
Der Tempel der Vesta ist fern.<br />
Zu fern um ihn zu erreichen?<br />
Sein Herdfeuer hätten wir gern.<br />
<br />
Doch hier steht er nur als ein Zeichen<br />
Für die Sehnsucht nach einem Zuhause.<br />
Der Abend wird kalt sein<br />
Und weit ist der Weg zur Klause.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Pesellino: Madonna mit Kind]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5087</link>
			<pubDate>Wed, 09 Oct 2019 04:17:17 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5087</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einmal in Ruhe lesen</span><br />
<br />
Auch für Maria war das erste Jahr<br />
Nicht eben einfach mit dem Knaben.<br />
Sie ist sehr jung und all ihr Schwung<br />
Brach sich an diesem Wellenbrecher.<br />
Wie jedes Kind wuchs er geschwind,<br />
Und rasch entwickelten sich seine Gaben.<br />
Er greift ins Kleid, sie ist es leid,<br />
Ihr Lächeln wirkt zunehmend schwächer.<br />
Als ein Versuch greift sie zum Buch,<br />
Die müden Lider werden Fächer;<br />
Bei sich zu sein und ganz allein:<br />
Noch einmal möchte sie das haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einmal in Ruhe lesen</span><br />
<br />
Auch für Maria war das erste Jahr<br />
Nicht eben einfach mit dem Knaben.<br />
Sie ist sehr jung und all ihr Schwung<br />
Brach sich an diesem Wellenbrecher.<br />
Wie jedes Kind wuchs er geschwind,<br />
Und rasch entwickelten sich seine Gaben.<br />
Er greift ins Kleid, sie ist es leid,<br />
Ihr Lächeln wirkt zunehmend schwächer.<br />
Als ein Versuch greift sie zum Buch,<br />
Die müden Lider werden Fächer;<br />
Bei sich zu sein und ganz allein:<br />
Noch einmal möchte sie das haben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Drachenkampf]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5086</link>
			<pubDate>Wed, 09 Oct 2019 04:13:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5086</guid>
			<description><![CDATA[Der Drachenkampf des Hl. Georg <br />
Nieders. (ca. 1520)<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Business as usual<br />
</span><br />
Ich sehe ein bisschen gelangweilt aus, <br />
So, als machte ich das jeden Tag.<br />
Einen Drachen umreiten.<br />
Tu ich auch.<br />
Um genau zu sein, macht das Pferd eigentlich den Job.<br />
Mein Part dabei ist nur gut auszusehen, grimmig drein zu<br />
Blicken und immer einen frisch plissierten roten<br />
Waffenrock zu tragen.<br />
Prima Idee von der Marketing Abteilung, übrigens. Das mit dem „Georgskreuz“ in Rot/Weiß, genau abgestimmt auf den Rock und diesmal sogar nur als leichtes Flatterband. Ist ja viel leichter als die lästige, schwere Fahnenstange und wirkt genauso gut.<br />
Ist eben entscheidend, dass man schon ’ne Marke ist, dass das Branding funktioniert hat. In England hat es sich ja bereits gut durchgesetzt. Da habe ich dem Kollegen Martin aber den Rang gehörig abgelaufen mit seiner Mantelnummer.<br />
Hat den britischen Pfeffersäcken wohl nicht so gut gefallen, die Vorstellung einen guten Stoff einfach so kaputtzuschneiden, weil einer dieser Hungerleider vor Kälte mit den Zähnen klappert. Bei denen kommt mein SUV, mein Schimmel-Ungestüm-Vehikel einfach besser!<br />
Jetzt nutzen sie das Georgskreuz in der City schon als Staatssymbol und als <br />
Handelsflagge. Rule Britannia!<br />
Das Einzige, was mich stört ist, dass ich niemals eine von den Jungfrauen zu Gesicht bekomme, die ich doch angeblich vor diesen Drachen rette.<br />
Und frische Drachen zum Niederreiten zu bekommen wird auch immer schwieriger. Die kommen ja jetzt praktisch alle aus Zuchtbetrieben in China.<br />
Die haben die Marktlücke sofort erkannt und werden jedes Jahr teurer und unverschämter in ihren Lieferbedingungen. Aber solange der Gaul es noch aushält, mache ich den Job noch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Drachenkampf des Hl. Georg <br />
Nieders. (ca. 1520)<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Business as usual<br />
</span><br />
Ich sehe ein bisschen gelangweilt aus, <br />
So, als machte ich das jeden Tag.<br />
Einen Drachen umreiten.<br />
Tu ich auch.<br />
Um genau zu sein, macht das Pferd eigentlich den Job.<br />
Mein Part dabei ist nur gut auszusehen, grimmig drein zu<br />
Blicken und immer einen frisch plissierten roten<br />
Waffenrock zu tragen.<br />
Prima Idee von der Marketing Abteilung, übrigens. Das mit dem „Georgskreuz“ in Rot/Weiß, genau abgestimmt auf den Rock und diesmal sogar nur als leichtes Flatterband. Ist ja viel leichter als die lästige, schwere Fahnenstange und wirkt genauso gut.<br />
Ist eben entscheidend, dass man schon ’ne Marke ist, dass das Branding funktioniert hat. In England hat es sich ja bereits gut durchgesetzt. Da habe ich dem Kollegen Martin aber den Rang gehörig abgelaufen mit seiner Mantelnummer.<br />
Hat den britischen Pfeffersäcken wohl nicht so gut gefallen, die Vorstellung einen guten Stoff einfach so kaputtzuschneiden, weil einer dieser Hungerleider vor Kälte mit den Zähnen klappert. Bei denen kommt mein SUV, mein Schimmel-Ungestüm-Vehikel einfach besser!<br />
Jetzt nutzen sie das Georgskreuz in der City schon als Staatssymbol und als <br />
Handelsflagge. Rule Britannia!<br />
Das Einzige, was mich stört ist, dass ich niemals eine von den Jungfrauen zu Gesicht bekomme, die ich doch angeblich vor diesen Drachen rette.<br />
Und frische Drachen zum Niederreiten zu bekommen wird auch immer schwieriger. Die kommen ja jetzt praktisch alle aus Zuchtbetrieben in China.<br />
Die haben die Marktlücke sofort erkannt und werden jedes Jahr teurer und unverschämter in ihren Lieferbedingungen. Aber solange der Gaul es noch aushält, mache ich den Job noch.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Daniel Seghers: Die Heilige Familie im Blumenschmuck]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5074</link>
			<pubDate>Thu, 26 Sep 2019 05:39:40 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5074</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie steigert man diesen Schmuck <br />
</span><br />
Wie steigert man diesen Schmuck,<br />
Hat nicht die Schönheit genug<br />
Unserem Auge zu geben?<br />
Sind nicht die Blumen, so bunt,<br />
In ihrem jubelnden Rund<br />
Genug, um die Stimmung zu heben?<br />
<br />
In der Mitte scheint die Vision<br />
Einer Mutter mit ihrem Sohn<br />
Im Blütenrahmen zu schweben.<br />
So wird rasch der Mittelgrund<br />
Zum beherrschenden Vordergrund,<br />
Denn hier pulsiert das Leben.<br />
<br />
Die Blüten sind längst abgerissen.<br />
Sie werden ein welkendes Kissen<br />
Für Maria und das ewige Kind.<br />
Sie nährt es mit ihrer Güte<br />
Und reicht ihm die schönste Blüte<br />
Und blickt es an ganz lind.<br />
<br />
Der Stiefvater hält sich im Dunkeln,<br />
Dort mag er grübeln und munkeln,<br />
Über das, was ihm widerfährt.<br />
Aber so nahe zu sein dem Leben<br />
Und zum Schutz ihm alles zu geben,<br />
Ist jede Zurückhaltung wert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie steigert man diesen Schmuck <br />
</span><br />
Wie steigert man diesen Schmuck,<br />
Hat nicht die Schönheit genug<br />
Unserem Auge zu geben?<br />
Sind nicht die Blumen, so bunt,<br />
In ihrem jubelnden Rund<br />
Genug, um die Stimmung zu heben?<br />
<br />
In der Mitte scheint die Vision<br />
Einer Mutter mit ihrem Sohn<br />
Im Blütenrahmen zu schweben.<br />
So wird rasch der Mittelgrund<br />
Zum beherrschenden Vordergrund,<br />
Denn hier pulsiert das Leben.<br />
<br />
Die Blüten sind längst abgerissen.<br />
Sie werden ein welkendes Kissen<br />
Für Maria und das ewige Kind.<br />
Sie nährt es mit ihrer Güte<br />
Und reicht ihm die schönste Blüte<br />
Und blickt es an ganz lind.<br />
<br />
Der Stiefvater hält sich im Dunkeln,<br />
Dort mag er grübeln und munkeln,<br />
Über das, was ihm widerfährt.<br />
Aber so nahe zu sein dem Leben<br />
Und zum Schutz ihm alles zu geben,<br />
Ist jede Zurückhaltung wert.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cornelis de Vos: Das Ehepaar]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5073</link>
			<pubDate>Thu, 26 Sep 2019 05:36:01 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5073</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Ehepaar</span><br />
<br />
Scheidung ist keine Option.<br />
Der Tod holt sie schon. <br />
Früh genug,<br />
Im Kindbett, fiebernd,<br />
Oder hustend, nach einem kräftigen Zug.<br />
(Überall lauern Miasmen.)<br />
Man ist ein Gespann,<br />
Frau und Mann,<br />
Und muss nicht drauf zählen<br />
Sich bis ins hohe Alter zu quälen.<br />
Zumindest nicht gemeinsam.<br />
Man schafft viel zusammen und doch sauber getrennt<br />
Und kann sich aufeinander verlassen.<br />
Stirbt eine sehr früh<br />
Ist die nächste am Start.<br />
Das klingt hart,<br />
Aber Allein-sein klingt härter.<br />
<br />
Dass sie sich an der Hand halten ist das<br />
Äußerste an Intimität, <br />
Was Gestus und Kleidung des Paares verträgt.<br />
Und er zeigt auf etwas hin,<br />
Was sich außerhalb des Bildes befindet.<br />
Was ist der Sinn?<br />
Es ist banal, es fehlt einfach am Rand<br />
Ein Stück der Leinwand. <br />
Abgeschnitten!<br />
<br />
Liebten sie sich? Wer kann das wissen.<br />
Vielleicht am wenigsten sie selbst. <br />
<br />
Über das Naheliegende<br />
Stolpert man. Und die meisten Unfälle <br />
Passieren bekanntlich im Haushalt.<br />
Einer der bekanntesten Haushaltsunfälle: die Liebe kommt abhanden.<br />
Zusammen mit der Erotik. <br />
Vielleicht half ihnen damals, noch eine Zeit lang, dass die Schlafzimmer <br />
Den größten Teil des Jahres<br />
Sehr kalt und dunkel waren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Ehepaar</span><br />
<br />
Scheidung ist keine Option.<br />
Der Tod holt sie schon. <br />
Früh genug,<br />
Im Kindbett, fiebernd,<br />
Oder hustend, nach einem kräftigen Zug.<br />
(Überall lauern Miasmen.)<br />
Man ist ein Gespann,<br />
Frau und Mann,<br />
Und muss nicht drauf zählen<br />
Sich bis ins hohe Alter zu quälen.<br />
Zumindest nicht gemeinsam.<br />
Man schafft viel zusammen und doch sauber getrennt<br />
Und kann sich aufeinander verlassen.<br />
Stirbt eine sehr früh<br />
Ist die nächste am Start.<br />
Das klingt hart,<br />
Aber Allein-sein klingt härter.<br />
<br />
Dass sie sich an der Hand halten ist das<br />
Äußerste an Intimität, <br />
Was Gestus und Kleidung des Paares verträgt.<br />
Und er zeigt auf etwas hin,<br />
Was sich außerhalb des Bildes befindet.<br />
Was ist der Sinn?<br />
Es ist banal, es fehlt einfach am Rand<br />
Ein Stück der Leinwand. <br />
Abgeschnitten!<br />
<br />
Liebten sie sich? Wer kann das wissen.<br />
Vielleicht am wenigsten sie selbst. <br />
<br />
Über das Naheliegende<br />
Stolpert man. Und die meisten Unfälle <br />
Passieren bekanntlich im Haushalt.<br />
Einer der bekanntesten Haushaltsunfälle: die Liebe kommt abhanden.<br />
Zusammen mit der Erotik. <br />
Vielleicht half ihnen damals, noch eine Zeit lang, dass die Schlafzimmer <br />
Den größten Teil des Jahres<br />
Sehr kalt und dunkel waren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cornelis de Vos: 11jähriges Mädchen mit Hund]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5071</link>
			<pubDate>Tue, 24 Sep 2019 13:28:41 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5071</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Abgerichtet</span><br />
<br />
Dem Kind ist hier in seinen jungen Jahren<br />
Bereits des Haustiers Schicksal widerfahren.<br />
Ihm wurde jeder Eigensinn vernichtet <br />
Und es wie dieses Fellknäul abgerichtet,<br />
Dem sie mit ihrer Hand die Schnauze hält,<br />
Damit es nicht am Ende jault und bellt.<br />
Zwar sind des Mädchens Beine länger,<br />
Doch ist ihr Kleid geschnürt bedeutend enger,<br />
Als es das weiche Fell fürs Hündchen ist.<br />
Dem Liebling fühlt sie sich gewiss verbunden,<br />
Doch wird er auch eventuell geschunden,<br />
Wenn sie die Freiheit für sich selbst vermisst.<br />
Ihr Blick erreicht uns, leicht verschwörerisch,<br />
Es langt die Hand gezielt zum Hundetisch,<br />
Als wollte sie die Schnauze ihm zerdrücken.<br />
Und dem Betrachter sagt der Blick zum Tier: <br />
So wie’s dem armen Hund geht, geht es ihr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Abgerichtet</span><br />
<br />
Dem Kind ist hier in seinen jungen Jahren<br />
Bereits des Haustiers Schicksal widerfahren.<br />
Ihm wurde jeder Eigensinn vernichtet <br />
Und es wie dieses Fellknäul abgerichtet,<br />
Dem sie mit ihrer Hand die Schnauze hält,<br />
Damit es nicht am Ende jault und bellt.<br />
Zwar sind des Mädchens Beine länger,<br />
Doch ist ihr Kleid geschnürt bedeutend enger,<br />
Als es das weiche Fell fürs Hündchen ist.<br />
Dem Liebling fühlt sie sich gewiss verbunden,<br />
Doch wird er auch eventuell geschunden,<br />
Wenn sie die Freiheit für sich selbst vermisst.<br />
Ihr Blick erreicht uns, leicht verschwörerisch,<br />
Es langt die Hand gezielt zum Hundetisch,<br />
Als wollte sie die Schnauze ihm zerdrücken.<br />
Und dem Betrachter sagt der Blick zum Tier: <br />
So wie’s dem armen Hund geht, geht es ihr.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Alessandro Longhi: Herrenporträt]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5070</link>
			<pubDate>Tue, 24 Sep 2019 11:52:48 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5070</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Herrenporträt</span><br />
<br />
Die Fotografie war noch nicht erfunden,<br />
Sonst hätte dieser Bürger nicht Stunden <br />
Um Stunden porträtsitzend zugebracht.<br />
Er hat einen Maler geheuert,<br />
Der ihm, reichlich überteuert,<br />
Die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Weste</span> zur Hauptsache macht.<br />
Ein Blumenstreumuster vom Feinsten<br />
Und goldene Knöpfe vom Reinsten,<br />
Die schildert der ab mit Bedacht. <br />
Er war, und das kann man belegen,<br />
Stets den Reizen der Stoffe erlegen,<br />
Alle Nuancen bebildert’ er sacht.<br />
Nur Personen sind nicht seine Stärke,<br />
Auch fehlt Religiöses im Werke <br />
Des Künstlers, der ohne Kraft,<br />
Aber stets am Gepränge klebend<br />
Und so wie die Kundschaft lebend,<br />
Die Neben- zur Hauptsache macht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Herrenporträt</span><br />
<br />
Die Fotografie war noch nicht erfunden,<br />
Sonst hätte dieser Bürger nicht Stunden <br />
Um Stunden porträtsitzend zugebracht.<br />
Er hat einen Maler geheuert,<br />
Der ihm, reichlich überteuert,<br />
Die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Weste</span> zur Hauptsache macht.<br />
Ein Blumenstreumuster vom Feinsten<br />
Und goldene Knöpfe vom Reinsten,<br />
Die schildert der ab mit Bedacht. <br />
Er war, und das kann man belegen,<br />
Stets den Reizen der Stoffe erlegen,<br />
Alle Nuancen bebildert’ er sacht.<br />
Nur Personen sind nicht seine Stärke,<br />
Auch fehlt Religiöses im Werke <br />
Des Künstlers, der ohne Kraft,<br />
Aber stets am Gepränge klebend<br />
Und so wie die Kundschaft lebend,<br />
Die Neben- zur Hauptsache macht.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Giuseppe Maria Crespi: Die büßende Magdalena]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5069</link>
			<pubDate>Tue, 24 Sep 2019 09:56:27 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1858">Josef Riga</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=5069</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Büßende</span><br />
<br />
Was muss sie da lesen, die Frau aus Magdala? <br />
Zur Hure haben sie sie gemacht. In ihrer Schrift.<br />
Die Petrusse und Paulusse. Wo waren sie, als ihr Geliebter starb.<br />
Wo waren sie, als es galt, den Leichnam zu salben, umzubetten, <br />
Aus seinem provisorischen Grab?<br />
Sie war die erste, die ihn wieder sah, die ihn wieder erkennen durfte,<br />
Weil sie die erste war, die ihn erkannt hatte, weil sie<br />
Seine Frau gewesen war.<br />
Keine von seinen weiblichen Groupies aus Galiläa, kein<br />
Besorgtes und besorgendes Muttchen oder Schwesterlein, sondern<br />
Die Frau an seiner Seite. Wie jeder Rabbi,<br />
So hatte natürlich auch er eine Ehefrau, wie es sich geziemte nach <br />
Der Überlieferung seines Volkes.<br />
Und nun diese Infamie. Diese Bodenlose. Ihre Hand wird rot <br />
Als sie die Seiten umblättert.<br />
Drückt sie nicht das Kreuz mit den Dornen, <br />
Von dem ein Balken ihr an der Schulter lehnt, <br />
Noch mehr als alle Anderen? Ihre Hand, die das Holz hält,<br />
Tickt sie wie fremd in den Nacken. Als wenn es sein Mittelfinger wäre,<br />
Der sie zärtlich berührt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Josef Riga</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Büßende</span><br />
<br />
Was muss sie da lesen, die Frau aus Magdala? <br />
Zur Hure haben sie sie gemacht. In ihrer Schrift.<br />
Die Petrusse und Paulusse. Wo waren sie, als ihr Geliebter starb.<br />
Wo waren sie, als es galt, den Leichnam zu salben, umzubetten, <br />
Aus seinem provisorischen Grab?<br />
Sie war die erste, die ihn wieder sah, die ihn wieder erkennen durfte,<br />
Weil sie die erste war, die ihn erkannt hatte, weil sie<br />
Seine Frau gewesen war.<br />
Keine von seinen weiblichen Groupies aus Galiläa, kein<br />
Besorgtes und besorgendes Muttchen oder Schwesterlein, sondern<br />
Die Frau an seiner Seite. Wie jeder Rabbi,<br />
So hatte natürlich auch er eine Ehefrau, wie es sich geziemte nach <br />
Der Überlieferung seines Volkes.<br />
Und nun diese Infamie. Diese Bodenlose. Ihre Hand wird rot <br />
Als sie die Seiten umblättert.<br />
Drückt sie nicht das Kreuz mit den Dornen, <br />
Von dem ein Balken ihr an der Schulter lehnt, <br />
Noch mehr als alle Anderen? Ihre Hand, die das Holz hält,<br />
Tickt sie wie fremd in den Nacken. Als wenn es sein Mittelfinger wäre,<br />
Der sie zärtlich berührt.]]></content:encoded>
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