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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Richard Schaukal]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 10:54:25 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Erbsünde]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32527</link>
			<pubDate>Tue, 22 Apr 2025 05:42:19 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32527</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Erbsünde</span><br />
<br />
In euern Glocken fehlt der Klöppel: Glaube.<br />
So aber ist auch euer Hoffen Sünde.<br />
Eh nicht der Herr erstanden vor euch stünde,<br />
ihr schütteltet das Haupt, das störrisch-taube.<br />
<br />
Ein Windstoß gnügt, daß er frohlockend raube,<br />
was noch so heiß das Ahnen euch verkünde.<br />
Werg, stets bereit, daß es Erfolg entzünde,<br />
wälzt ihr, gestoßen, euch sogleich im Staube.<br />
<br />
Geschmeidigem Leibe mangelt es an Knochen,<br />
das lässige Gemüt erlabt Gepränge;<br />
es fröstelt ihm vor Ernst, ihm schmeicheln Klänge<br />
<br />
und jeder Buhler wird sein Segel blähen;<br />
bald lahmt der Eifer, Huldigung wird Schmähen:<br />
die Übermütigen siehst du gebrochen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Erbsünde</span><br />
<br />
In euern Glocken fehlt der Klöppel: Glaube.<br />
So aber ist auch euer Hoffen Sünde.<br />
Eh nicht der Herr erstanden vor euch stünde,<br />
ihr schütteltet das Haupt, das störrisch-taube.<br />
<br />
Ein Windstoß gnügt, daß er frohlockend raube,<br />
was noch so heiß das Ahnen euch verkünde.<br />
Werg, stets bereit, daß es Erfolg entzünde,<br />
wälzt ihr, gestoßen, euch sogleich im Staube.<br />
<br />
Geschmeidigem Leibe mangelt es an Knochen,<br />
das lässige Gemüt erlabt Gepränge;<br />
es fröstelt ihm vor Ernst, ihm schmeicheln Klänge<br />
<br />
und jeder Buhler wird sein Segel blähen;<br />
bald lahmt der Eifer, Huldigung wird Schmähen:<br />
die Übermütigen siehst du gebrochen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die alten Bilder]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32493</link>
			<pubDate>Sat, 15 Feb 2025 01:06:42 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32493</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die alten Bilder</span><br />
<br />
Ich weile gerne vor den alten Bildern,<br />
die dunkelnd in den Galerien träumen.<br />
Es kommen fremde, die beflissen säumen,<br />
stumm in den Büchern blättern, die sie schildern.<br />
<br />
ich kenne Bilder, die sich mählich mildern,<br />
und welche, die sich immer trotzig bäumen.<br />
Viele verfallen in den stillen Räumen<br />
wie trostlos Eingeschlossne, die verwildern.<br />
<br />
Manch eines hab ich wie ein weib besessen,<br />
das eines Tages kühl mir dann entglitten.<br />
Verstohlen folgen andre meinen Schritten,<br />
<br />
die wiederkehrend ich doch stets vergessen.<br />
Nur mit Erstaunen mag ich manchmal lesen,<br />
daß alle diese Bilder jung gewesen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die alten Bilder</span><br />
<br />
Ich weile gerne vor den alten Bildern,<br />
die dunkelnd in den Galerien träumen.<br />
Es kommen fremde, die beflissen säumen,<br />
stumm in den Büchern blättern, die sie schildern.<br />
<br />
ich kenne Bilder, die sich mählich mildern,<br />
und welche, die sich immer trotzig bäumen.<br />
Viele verfallen in den stillen Räumen<br />
wie trostlos Eingeschlossne, die verwildern.<br />
<br />
Manch eines hab ich wie ein weib besessen,<br />
das eines Tages kühl mir dann entglitten.<br />
Verstohlen folgen andre meinen Schritten,<br />
<br />
die wiederkehrend ich doch stets vergessen.<br />
Nur mit Erstaunen mag ich manchmal lesen,<br />
daß alle diese Bilder jung gewesen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schöpfung]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32491</link>
			<pubDate>Sun, 09 Feb 2025 01:28:44 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32491</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schöpfung</span><br />
<br />
Du kennst des Werkes widriges Versagen:<br />
wie's ungewiß im Busen dir gewittert,<br />
dein innerer Bau von Wehen wankend zittert<br />
und alle Worte zögern und verzagen.<br />
<br />
Du gehst ein Fremder durch die Zeit, es klagen<br />
Gedanken dir, vom Ganzen abgesplittert,<br />
dein Sehen vor, das dich zuletzt erbittert;<br />
du willst zermürbt dich seiner schon entschlagen -<br />
<br />
da ballt verdichtend sich die schwangre Schwüle,<br />
die Welt verfinsternd unter ihrem Schatten,<br />
mit eins zerreißt ein Blitz, ein flammend greller,<br />
<br />
donnernd das Dunkel; schnell und immer schneller<br />
strömt's regenrauschend auf ergrünte Matten,<br />
und farbig schwebt ein Bogen durch die Kühle.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schöpfung</span><br />
<br />
Du kennst des Werkes widriges Versagen:<br />
wie's ungewiß im Busen dir gewittert,<br />
dein innerer Bau von Wehen wankend zittert<br />
und alle Worte zögern und verzagen.<br />
<br />
Du gehst ein Fremder durch die Zeit, es klagen<br />
Gedanken dir, vom Ganzen abgesplittert,<br />
dein Sehen vor, das dich zuletzt erbittert;<br />
du willst zermürbt dich seiner schon entschlagen -<br />
<br />
da ballt verdichtend sich die schwangre Schwüle,<br />
die Welt verfinsternd unter ihrem Schatten,<br />
mit eins zerreißt ein Blitz, ein flammend greller,<br />
<br />
donnernd das Dunkel; schnell und immer schneller<br />
strömt's regenrauschend auf ergrünte Matten,<br />
und farbig schwebt ein Bogen durch die Kühle.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Handzeichnung Leonardos]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32490</link>
			<pubDate>Fri, 07 Feb 2025 08:07:15 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32490</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Handzeichnung Leonardos</span><br />
<br />
Den rechten Arm um den geschmeidigen Leib<br />
des kleinen Knaben schlingend - lächelnd greift<br />
er nach dem Schmetterling, der ihn umschweift -<br />
vor Schreck sich halb erhebend starrt ein Weib.<br />
<br />
Das leichte Tuch ist ihr vom Haupt geglitten,<br />
die Schläfen hüllend fällt das braune Haar<br />
rund um den Kopf. Qual drohender Gefahr<br />
hat dieser angstgelähmte Blick gelitten.<br />
<br />
Gesträubter Mähne Glut im Auge sammelnd,<br />
duckt federnd schon der Löwe sich zum Sprunge,<br />
mit seiner Masse breit den Pfad verrammelnd.<br />
<br />
Verfinstern sich die Schatten allzumal<br />
der jähen Felsen? Da mit sicherm Schwunge<br />
wirft sich ein riesenhafter Greif zu Tal.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Handzeichnung Leonardos</span><br />
<br />
Den rechten Arm um den geschmeidigen Leib<br />
des kleinen Knaben schlingend - lächelnd greift<br />
er nach dem Schmetterling, der ihn umschweift -<br />
vor Schreck sich halb erhebend starrt ein Weib.<br />
<br />
Das leichte Tuch ist ihr vom Haupt geglitten,<br />
die Schläfen hüllend fällt das braune Haar<br />
rund um den Kopf. Qual drohender Gefahr<br />
hat dieser angstgelähmte Blick gelitten.<br />
<br />
Gesträubter Mähne Glut im Auge sammelnd,<br />
duckt federnd schon der Löwe sich zum Sprunge,<br />
mit seiner Masse breit den Pfad verrammelnd.<br />
<br />
Verfinstern sich die Schatten allzumal<br />
der jähen Felsen? Da mit sicherm Schwunge<br />
wirft sich ein riesenhafter Greif zu Tal.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Platen]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32489</link>
			<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 06:12:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32489</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Platen</span><br />
<br />
Der nie die Schaumgeborene geschaut,<br />
da sie sich seinem Sehnen stets entzogen,<br />
sieht eines Nachts sie sanft herabgebogen<br />
mit einer Lampe über sich. Ihm graut.<br />
<br />
Doch rafft er sich vom Lager auf, und laut<br />
beschwört er, die als Schein ihn bloß betrogen,<br />
er folgt der Flüchtigen bis an die Wogen<br />
des Meers, das die Beglückende umblaut.<br />
<br />
Er steht am Strand. Die schaumbeschwingten Wellen<br />
wälzen sich schwarz ans steinige Gestade,<br />
an starren Felsen sprühend zu zerschellen:<br />
<br />
der ruhelosen keine kündet Gnade.<br />
Da senkt sich aus der Luft der Sonnenwagen<br />
Apolls, ihn übers öde Meer zu tragen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Platen</span><br />
<br />
Der nie die Schaumgeborene geschaut,<br />
da sie sich seinem Sehnen stets entzogen,<br />
sieht eines Nachts sie sanft herabgebogen<br />
mit einer Lampe über sich. Ihm graut.<br />
<br />
Doch rafft er sich vom Lager auf, und laut<br />
beschwört er, die als Schein ihn bloß betrogen,<br />
er folgt der Flüchtigen bis an die Wogen<br />
des Meers, das die Beglückende umblaut.<br />
<br />
Er steht am Strand. Die schaumbeschwingten Wellen<br />
wälzen sich schwarz ans steinige Gestade,<br />
an starren Felsen sprühend zu zerschellen:<br />
<br />
der ruhelosen keine kündet Gnade.<br />
Da senkt sich aus der Luft der Sonnenwagen<br />
Apolls, ihn übers öde Meer zu tragen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Erinnerung.]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32488</link>
			<pubDate>Sat, 01 Feb 2025 08:47:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32488</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Erinnerung.</span><br />
<br />
Aus meiner Kinderzeit ein Bild mich rühret. <br />
Ein kleiner Knab' war ich, als sie gefallen <br />
Im Frühlingsgarten unter Buchenhallen. <br />
Dann hat man mich zum Krankenbett geführet. <br />
<br />
Ich hatt' mir sie zum Liebchen nicht erküret, <br />
Doch saß bei ihr ich, ließ die Falter wallen, <br />
Die schönsten Blumen bracht' ich ihr von allen <br />
Und hab' in meiner Brust die Flamm' geschüret. <br />
<br />
Als ich sie wiedersah, da war erblüht <br />
Zur schlanken Maid das Kind und ist erglüht <br />
In holder Scham, und Funken hat gesprüht <br />
<br />
Das Feuer, das ich selbst geweckt, gepflegt, <br />
Das ich mir unbewußt so lang gehegt, <br />
Und hat im Herzen flammend sich geregt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Erinnerung.</span><br />
<br />
Aus meiner Kinderzeit ein Bild mich rühret. <br />
Ein kleiner Knab' war ich, als sie gefallen <br />
Im Frühlingsgarten unter Buchenhallen. <br />
Dann hat man mich zum Krankenbett geführet. <br />
<br />
Ich hatt' mir sie zum Liebchen nicht erküret, <br />
Doch saß bei ihr ich, ließ die Falter wallen, <br />
Die schönsten Blumen bracht' ich ihr von allen <br />
Und hab' in meiner Brust die Flamm' geschüret. <br />
<br />
Als ich sie wiedersah, da war erblüht <br />
Zur schlanken Maid das Kind und ist erglüht <br />
In holder Scham, und Funken hat gesprüht <br />
<br />
Das Feuer, das ich selbst geweckt, gepflegt, <br />
Das ich mir unbewußt so lang gehegt, <br />
Und hat im Herzen flammend sich geregt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[ADALBERT STIFTER]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32487</link>
			<pubDate>Fri, 17 Jan 2025 23:07:15 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32487</guid>
			<description><![CDATA[ADALBERT STIFTER<br />
Zur Enthüllung einer Gedenktafel an einem Wiener Hause<br />
<br />
<br />
DER das Gesetz, das ihm das Kleinste barg,<br />
im Weltgeschehen gläubig wiederfand,<br />
den Glühwurm staunend mit dem Stern verband,<br />
dem Gottbeseelten war das Leben karg.<br />
<br />
Der lehrend lernte, blieb in Demut stark;<br />
im Dunkel, wo er lichtberufen stand,<br />
schuf geistgelenkt die bildnerische Hand:<br />
er trug das meisterliche Maß im Mark.<br />
<br />
Und also wuchs sein Werk mit steter Macht<br />
und half der Heimat zu erhabnem Glanz:<br />
der stille Stifter ist an Tag gebracht.<br />
<br />
Nun ragt der milde Mann den Größten gleich,<br />
mit sich aus einem Stück, gediegen ganz<br />
und durch und durch das ewige Österreich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[ADALBERT STIFTER<br />
Zur Enthüllung einer Gedenktafel an einem Wiener Hause<br />
<br />
<br />
DER das Gesetz, das ihm das Kleinste barg,<br />
im Weltgeschehen gläubig wiederfand,<br />
den Glühwurm staunend mit dem Stern verband,<br />
dem Gottbeseelten war das Leben karg.<br />
<br />
Der lehrend lernte, blieb in Demut stark;<br />
im Dunkel, wo er lichtberufen stand,<br />
schuf geistgelenkt die bildnerische Hand:<br />
er trug das meisterliche Maß im Mark.<br />
<br />
Und also wuchs sein Werk mit steter Macht<br />
und half der Heimat zu erhabnem Glanz:<br />
der stille Stifter ist an Tag gebracht.<br />
<br />
Nun ragt der milde Mann den Größten gleich,<br />
mit sich aus einem Stück, gediegen ganz<br />
und durch und durch das ewige Österreich.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[FRANZ VON ASSISI]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32486</link>
			<pubDate>Sat, 11 Jan 2025 23:20:55 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32486</guid>
			<description><![CDATA[FRANZ VON ASSISI<br />
<br />
VON allen Heiligen, die das Kind schon kannte,<br />
war keiner wie Georg der Ritter Leben:<br />
hin sah der Knabe kühn die Lanze heben,<br />
als er den Drachen siegsgewiß berannte.<br />
<br />
Doch dich, Franziskus, der sich selbst verbannte<br />
aus Glück und Glanz, sich Gott dahinzugehen,<br />
wie eine Flamme in Ihn aufzuschweben,<br />
der als Geschöpf sich zum Geschöpf bekannte;<br />
<br />
dich Heitersten, der ohne Harm verzichtet,<br />
dich Friedlichsten, der lächelnd überwunden,<br />
dich Seligsten, der singend heimgefunden,<br />
<br />
dich Liebendsten, dem alles sich bewährte,<br />
dich Reichsten, den die Niedrigkeit verklärte:<br />
dich hat entsagend erst der Mann gedichtet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[FRANZ VON ASSISI<br />
<br />
VON allen Heiligen, die das Kind schon kannte,<br />
war keiner wie Georg der Ritter Leben:<br />
hin sah der Knabe kühn die Lanze heben,<br />
als er den Drachen siegsgewiß berannte.<br />
<br />
Doch dich, Franziskus, der sich selbst verbannte<br />
aus Glück und Glanz, sich Gott dahinzugehen,<br />
wie eine Flamme in Ihn aufzuschweben,<br />
der als Geschöpf sich zum Geschöpf bekannte;<br />
<br />
dich Heitersten, der ohne Harm verzichtet,<br />
dich Friedlichsten, der lächelnd überwunden,<br />
dich Seligsten, der singend heimgefunden,<br />
<br />
dich Liebendsten, dem alles sich bewährte,<br />
dich Reichsten, den die Niedrigkeit verklärte:<br />
dich hat entsagend erst der Mann gedichtet.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[WIEDER DAHEIM]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32484</link>
			<pubDate>Sat, 04 Jan 2025 00:26:12 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32484</guid>
			<description><![CDATA[WIEDER DAHEIM<br />
<br />
SEHNEND ersehnt und bange komm' ich an.<br />
Doch wie mich kaum die guten grauen Gassen<br />
vertraut in die gekrümmte Enge fassen,<br />
bin ich bereits, wie gern! im alten Bann.<br />
<br />
Das ist die Luft, die leise mich umrann,<br />
als ich erwuchs, dieselben frühlingsblassen<br />
duftigen Dämmerstunden, die gelassen<br />
ins Dunkel sanken, das die Stadt umspann.<br />
<br />
Dort ragt der Dom still überm abendlichen<br />
schon sanft ergrünten Bühl. Und eine Hand<br />
hält scheu, als wär' der liebsten ich entwichen,<br />
<br />
die meine, da wir langsam weitergehn.<br />
Noch schweigen wir und lassen bis zum Rand<br />
das Herz erfüllt mit Weh und Wonne stehn.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[WIEDER DAHEIM<br />
<br />
SEHNEND ersehnt und bange komm' ich an.<br />
Doch wie mich kaum die guten grauen Gassen<br />
vertraut in die gekrümmte Enge fassen,<br />
bin ich bereits, wie gern! im alten Bann.<br />
<br />
Das ist die Luft, die leise mich umrann,<br />
als ich erwuchs, dieselben frühlingsblassen<br />
duftigen Dämmerstunden, die gelassen<br />
ins Dunkel sanken, das die Stadt umspann.<br />
<br />
Dort ragt der Dom still überm abendlichen<br />
schon sanft ergrünten Bühl. Und eine Hand<br />
hält scheu, als wär' der liebsten ich entwichen,<br />
<br />
die meine, da wir langsam weitergehn.<br />
Noch schweigen wir und lassen bis zum Rand<br />
das Herz erfüllt mit Weh und Wonne stehn.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Zenta]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32600</link>
			<pubDate>Mon, 19 Aug 2024 07:12:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32600</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die "Zenta"</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zur Erinnerung an den 16. August 1914</span></span><br />
<br />
Dir, Zenta, sei ein hohes Lied gesungen,<br />
Wer hörte je, seit Schiffe sich auf Meeren<br />
ragend gewiegt, von solchem Heldenwehren!<br />
Die Kunde hat wie Sage fast geklungen!<br />
<br />
Mit welcher Übermacht hast Du gerungen!<br />
Wie Winckelried die Brust den hundert Speeren,<br />
sie alle fassend, bot, hast Du den schweren<br />
Gepanzerten Dich bäumend aufgedrungen.<br />
<br />
Und unterm Krachen wütender Kanonen,<br />
umdräut von einer Schar von Schlachtkolossen,<br />
hast Schuß auf Schuß Du ungeschreckt verschossen<br />
<br />
und bist mit offnem Aug zu Grund gegangen!<br />
Du wirst im Sternenbild der Ahnin wohnen,<br />
entblößten Haupts hat Eugen Dich empfangen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die "Zenta"</span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zur Erinnerung an den 16. August 1914</span></span><br />
<br />
Dir, Zenta, sei ein hohes Lied gesungen,<br />
Wer hörte je, seit Schiffe sich auf Meeren<br />
ragend gewiegt, von solchem Heldenwehren!<br />
Die Kunde hat wie Sage fast geklungen!<br />
<br />
Mit welcher Übermacht hast Du gerungen!<br />
Wie Winckelried die Brust den hundert Speeren,<br />
sie alle fassend, bot, hast Du den schweren<br />
Gepanzerten Dich bäumend aufgedrungen.<br />
<br />
Und unterm Krachen wütender Kanonen,<br />
umdräut von einer Schar von Schlachtkolossen,<br />
hast Schuß auf Schuß Du ungeschreckt verschossen<br />
<br />
und bist mit offnem Aug zu Grund gegangen!<br />
Du wirst im Sternenbild der Ahnin wohnen,<br />
entblößten Haupts hat Eugen Dich empfangen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Ewige]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32537</link>
			<pubDate>Tue, 13 Aug 2024 14:14:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32537</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Ewige</span><br />
<br />
Nie findet ihr den Kreis entlang das Wesen!<br />
Apelles, bleibt; was von ihm zeugt, zergeht.<br />
Isis ist ewig, wenn ihr Werk verweht.<br />
Was müht ihr Palimpseste euch zu lesen!<br />
<br />
Schaffen ist Unrast, Blühen wird Verwesen.<br />
Nur was im Mittelpunkte Gottes steht<br />
und seiend ihn enthält, wie das Gebet<br />
des Kindes, ist von Wandelschaft genesen.<br />
<br />
Und also wirkt es auch in stzetem Glanze,<br />
doch dem bloß Gegenwart, der es erschaut.<br />
Den Stern zu sehn, mußt du den Blick erheben!<br />
<br />
Dann aber fühlst du in dem starren Leben,<br />
vor dessen Unbegreiflichkeit dir graut,<br />
das Wunder: das von sich erfüllte Ganze.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Ewige</span><br />
<br />
Nie findet ihr den Kreis entlang das Wesen!<br />
Apelles, bleibt; was von ihm zeugt, zergeht.<br />
Isis ist ewig, wenn ihr Werk verweht.<br />
Was müht ihr Palimpseste euch zu lesen!<br />
<br />
Schaffen ist Unrast, Blühen wird Verwesen.<br />
Nur was im Mittelpunkte Gottes steht<br />
und seiend ihn enthält, wie das Gebet<br />
des Kindes, ist von Wandelschaft genesen.<br />
<br />
Und also wirkt es auch in stzetem Glanze,<br />
doch dem bloß Gegenwart, der es erschaut.<br />
Den Stern zu sehn, mußt du den Blick erheben!<br />
<br />
Dann aber fühlst du in dem starren Leben,<br />
vor dessen Unbegreiflichkeit dir graut,<br />
das Wunder: das von sich erfüllte Ganze.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Element]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32534</link>
			<pubDate>Tue, 13 Aug 2024 08:10:58 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=32534</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Element<br />
<br />
1.</span><br />
<br />
Ringsum gen Himmel wallt die Flammenwand.<br />
Der Erde uraltewiges Element,<br />
das Feuer, das in ihrem Innern brennt,<br />
hat seine Hüter stürmend übermannt.<br />
<br />
Nicht eines Einzigen frevlerische Hand<br />
hat es entzündet. Denn das Feuer kennt<br />
Anfang und Ende nicht. Das Leben nennt<br />
bei Namen ihr, sobald ihr es genannt.<br />
<br />
Ihr mögt es Haß nun heißen oder Liebe:<br />
es ist des Daseins nie erkannter Kern,<br />
glühend im Mittelpunkt der Weltgeschicke,<br />
<br />
die Nabe in dem kreisenden Getriebe;<br />
es leuchtet aus der Mutter Seelenblicke,<br />
und unter andern Sternen steht's als Stern.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Element<br />
<br />
1.</span><br />
<br />
Ringsum gen Himmel wallt die Flammenwand.<br />
Der Erde uraltewiges Element,<br />
das Feuer, das in ihrem Innern brennt,<br />
hat seine Hüter stürmend übermannt.<br />
<br />
Nicht eines Einzigen frevlerische Hand<br />
hat es entzündet. Denn das Feuer kennt<br />
Anfang und Ende nicht. Das Leben nennt<br />
bei Namen ihr, sobald ihr es genannt.<br />
<br />
Ihr mögt es Haß nun heißen oder Liebe:<br />
es ist des Daseins nie erkannter Kern,<br />
glühend im Mittelpunkt der Weltgeschicke,<br />
<br />
die Nabe in dem kreisenden Getriebe;<br />
es leuchtet aus der Mutter Seelenblicke,<br />
und unter andern Sternen steht's als Stern.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>