<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Andreas Gryphius]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2026 01:43:58 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[An den am Creutz aufgehenkten Heyland]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26556</link>
			<pubDate>Thu, 04 Jan 2024 09:58:14 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26556</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An den am Creutz aufgehenkten Heyland</span><br />
<br />
<br />
Hier wil Ich ganz nicht weg: Laß alle Schwerter klingen.<br />
Setz Spitz und Sebel an, brauch aller Waffen macht,<br />
Brauch Fewr, und was die Welt für unverträglich acht,<br />
Mich soll von Christi Creutz kein Todt noch Teuffel dringen.<br />
<br />
Ob mich gleich Ach und Noth, Angst, Weh, und Leid umbringen,<br />
Ob Erd unnd Meer gleich reist, ob schon des Donners Macht<br />
Mit dunkelrothem Plitz auff meinem Häupte kracht,<br />
Und sambt dem Himmel fält; doch wil Ich frölich singen<br />
<br />
Für dir mein trawtes Herz; diß meiner Armen Band,<br />
Sol von deim Creutz und Leib nie werden abgewand,<br />
Hier wil Ich, wenn Ich sol den matten Geist aufgeben,<br />
<br />
Du aber der du hoch am Holz stehst auffgericht,<br />
Herr Jesu, neig herab dein blutig Angesicht:<br />
Und heiß durch deinen Todt im Todt mich Ewig leben.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An den am Creutz aufgehenkten Heyland</span><br />
<br />
<br />
Hier wil Ich ganz nicht weg: Laß alle Schwerter klingen.<br />
Setz Spitz und Sebel an, brauch aller Waffen macht,<br />
Brauch Fewr, und was die Welt für unverträglich acht,<br />
Mich soll von Christi Creutz kein Todt noch Teuffel dringen.<br />
<br />
Ob mich gleich Ach und Noth, Angst, Weh, und Leid umbringen,<br />
Ob Erd unnd Meer gleich reist, ob schon des Donners Macht<br />
Mit dunkelrothem Plitz auff meinem Häupte kracht,<br />
Und sambt dem Himmel fält; doch wil Ich frölich singen<br />
<br />
Für dir mein trawtes Herz; diß meiner Armen Band,<br />
Sol von deim Creutz und Leib nie werden abgewand,<br />
Hier wil Ich, wenn Ich sol den matten Geist aufgeben,<br />
<br />
Du aber der du hoch am Holz stehst auffgericht,<br />
Herr Jesu, neig herab dein blutig Angesicht:<br />
Und heiß durch deinen Todt im Todt mich Ewig leben.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auf den Anfang des 1650sten Jahres]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26640</link>
			<pubDate>Tue, 02 Jan 2024 07:47:35 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26640</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auf den Anfang des 1650sten Jahres</span><br />
<br />
<br />
Nachdem das müde Land in harter Dienstbarkeit,<br />
In Schmerzen, Krieg und Ach und unerschöpften Tränen<br />
Schier zweimal sechzehn Jahr geschmachtet, hört auf Sehnen,<br />
Auf Seufzen, auf Gebet der Herzog aller Zeit.<br />
<br />
Er reißt die Fahnen ab und bricht den grimmen Streit<br />
Und will uns selbst den Weg zum süßen Friede bähnen.<br />
Die Zunge will sich schon ans Lobgeschrei gewehnen<br />
Und singt vom neuen Jahr des friedens weit und breit.<br />
<br />
Herr, muß ganzer Länder Kriegen<br />
Auf dein Wort in Ruh verfliegen,<br />
Ach warum denn willst du nicht mein bestritten Herz erquicken?<br />
<br />
Soll in dem Jubeln aller Heiden<br />
Nur einig meine Seele leiden,<br />
Oder willst du mit Ergetzen auch ein Jubeljahr zuschicken?<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auf den Anfang des 1650sten Jahres</span><br />
<br />
<br />
Nachdem das müde Land in harter Dienstbarkeit,<br />
In Schmerzen, Krieg und Ach und unerschöpften Tränen<br />
Schier zweimal sechzehn Jahr geschmachtet, hört auf Sehnen,<br />
Auf Seufzen, auf Gebet der Herzog aller Zeit.<br />
<br />
Er reißt die Fahnen ab und bricht den grimmen Streit<br />
Und will uns selbst den Weg zum süßen Friede bähnen.<br />
Die Zunge will sich schon ans Lobgeschrei gewehnen<br />
Und singt vom neuen Jahr des friedens weit und breit.<br />
<br />
Herr, muß ganzer Länder Kriegen<br />
Auf dein Wort in Ruh verfliegen,<br />
Ach warum denn willst du nicht mein bestritten Herz erquicken?<br />
<br />
Soll in dem Jubeln aller Heiden<br />
Nur einig meine Seele leiden,<br />
Oder willst du mit Ergetzen auch ein Jubeljahr zuschicken?<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Beschluss-Sonett]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26646</link>
			<pubDate>Fri, 29 Dec 2023 07:39:26 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26646</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Beschluss-Sonett</span><br />
<br />
<br />
Mehr hat ich vor der Faust, doch wer tar hier was schreiben,<br />
Wenn eine Frau dem Mann ein Leinentuch versagt<br />
Ins Grab, und wenn sie kaum den andern hat, der Magd<br />
Beut hundert Taler an, daß sie ihn helf aufreiben,<br />
<br />
Durch Lügen oder ja durch Zeugnüs Eil zutreiben<br />
Dem Henker in sein Schwert; und hier kein Armut klagt,<br />
Die doch wohl sonst für Gott nicht einen Kreuzer wagt,<br />
Will sie doch, daß ihr Tun soll ungetadelt bleiben.<br />
<br />
So geht es hin und her, man sündigt frei hinein<br />
Ganz ohne Scheu und Scham und soll doch niemand sein,<br />
Der dies, was jeder tut, dörft öffentlich erzählen.<br />
<br />
Denn Wahrheit schmerzt und reißt, doch kommt gar oft an Tag<br />
Dies, was nach vieler Sinn gar tief verborgen lag,<br />
Und muß der Wahrheit nie Luft, Red und Freiheit fehlen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Beschluss-Sonett</span><br />
<br />
<br />
Mehr hat ich vor der Faust, doch wer tar hier was schreiben,<br />
Wenn eine Frau dem Mann ein Leinentuch versagt<br />
Ins Grab, und wenn sie kaum den andern hat, der Magd<br />
Beut hundert Taler an, daß sie ihn helf aufreiben,<br />
<br />
Durch Lügen oder ja durch Zeugnüs Eil zutreiben<br />
Dem Henker in sein Schwert; und hier kein Armut klagt,<br />
Die doch wohl sonst für Gott nicht einen Kreuzer wagt,<br />
Will sie doch, daß ihr Tun soll ungetadelt bleiben.<br />
<br />
So geht es hin und her, man sündigt frei hinein<br />
Ganz ohne Scheu und Scham und soll doch niemand sein,<br />
Der dies, was jeder tut, dörft öffentlich erzählen.<br />
<br />
Denn Wahrheit schmerzt und reißt, doch kommt gar oft an Tag<br />
Dies, was nach vieler Sinn gar tief verborgen lag,<br />
Und muß der Wahrheit nie Luft, Red und Freiheit fehlen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An Eugenien: Wenn meine Seel in Euch ...]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26562</link>
			<pubDate>Fri, 29 Dec 2023 07:39:08 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26562</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Eugenien</span><br />
<br />
Wenn meine Seel in Euch, mein Licht? wie kan ich leben?<br />
Nun das Verhängnüs mich so ferne von euch reißt.<br />
Wie kan ich frölich seyn, wenn ihr mir Ewren geist<br />
Nicht für den meinen woll’t, (den ihr gefangen) geben?<br />
<br />
Man siht mich hier, doch nur alß ein Gespenste schweben.<br />
Alß ein verzaubert Bild, das sich beweglich weißt<br />
Durch frembder künste macht, diß was man sterben heißt<br />
Kan meine Scherzen wol, nicht meine flamm’ aufheben.<br />
<br />
Klagt euch das Hertze nicht das ihr in bande legt<br />
Wie scharff die Geissel sey die meine glieder schlägt,<br />
Doch nein! es ist zu schwach, sein Elend auß zusprechen.<br />
<br />
Es weiß nichts mehr von mir, Es kennt euch nur allein,<br />
Es frewt sich seiner Angst, und wündschet diese Pein<br />
Der Bande, durch ein band, das ewig sey, zu brechen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Eugenien</span><br />
<br />
Wenn meine Seel in Euch, mein Licht? wie kan ich leben?<br />
Nun das Verhängnüs mich so ferne von euch reißt.<br />
Wie kan ich frölich seyn, wenn ihr mir Ewren geist<br />
Nicht für den meinen woll’t, (den ihr gefangen) geben?<br />
<br />
Man siht mich hier, doch nur alß ein Gespenste schweben.<br />
Alß ein verzaubert Bild, das sich beweglich weißt<br />
Durch frembder künste macht, diß was man sterben heißt<br />
Kan meine Scherzen wol, nicht meine flamm’ aufheben.<br />
<br />
Klagt euch das Hertze nicht das ihr in bande legt<br />
Wie scharff die Geissel sey die meine glieder schlägt,<br />
Doch nein! es ist zu schwach, sein Elend auß zusprechen.<br />
<br />
Es weiß nichts mehr von mir, Es kennt euch nur allein,<br />
Es frewt sich seiner Angst, und wündschet diese Pein<br />
Der Bande, durch ein band, das ewig sey, zu brechen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An den hochedlen Gestrengen und GroßAchtbaren &c. H. Christoph von Dihr]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26560</link>
			<pubDate>Fri, 29 Dec 2023 07:38:34 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26560</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An den hochedlen Gestrengen und GroßAchtbaren <br />
&amp;c. H. Christoph von Dihr, in Streidelsdorff und<br />
Luisdorff Röm. Kay. Maytt. würcklichen Rath, und Beysitzern deß Königlichen Ampts in dem Fürstenthumb Glogaw: vor meiner abreise in Niederlandt.</span><br />
<br />
<br />
Ihr Nordstern letzter zeit, deß Vaterlandes stütze:<br />
Die einig noch nicht bricht, Nun Kirch und Hauß verfält<br />
Den ach und Noth nicht pocht. O unerschreckter Heldt,<br />
An den man einig siht wie steiff sich Tugend schütze:<br />
<br />
Ihr der unß lehrt was kunst HochEdlen Blutte nütze;<br />
Herr dessen Lob, die itzt noch ungebor’ne welt<br />
Wird rühmen, wenn wir staub, Ade! ich muß ins feld,<br />
Mein hart verhängnuß rufft mich wider an die spitze.<br />
<br />
O Vater gute Nacht’ der mich itzt von Euch reißt<br />
Und durch die wilde See in ferne Grenzen weißt.<br />
Erhalte diese Hand die ich so trawrig küssse.<br />
<br />
Ich wündsche nicht nur mir. Soll unser leid vergehn<br />
So muß durch ewern Rath, was ligt und sinckt auffstehn,<br />
O! daß mein Land mit mir, Euch doch bald fröhlich grüsse!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An den hochedlen Gestrengen und GroßAchtbaren <br />
&amp;c. H. Christoph von Dihr, in Streidelsdorff und<br />
Luisdorff Röm. Kay. Maytt. würcklichen Rath, und Beysitzern deß Königlichen Ampts in dem Fürstenthumb Glogaw: vor meiner abreise in Niederlandt.</span><br />
<br />
<br />
Ihr Nordstern letzter zeit, deß Vaterlandes stütze:<br />
Die einig noch nicht bricht, Nun Kirch und Hauß verfält<br />
Den ach und Noth nicht pocht. O unerschreckter Heldt,<br />
An den man einig siht wie steiff sich Tugend schütze:<br />
<br />
Ihr der unß lehrt was kunst HochEdlen Blutte nütze;<br />
Herr dessen Lob, die itzt noch ungebor’ne welt<br />
Wird rühmen, wenn wir staub, Ade! ich muß ins feld,<br />
Mein hart verhängnuß rufft mich wider an die spitze.<br />
<br />
O Vater gute Nacht’ der mich itzt von Euch reißt<br />
Und durch die wilde See in ferne Grenzen weißt.<br />
Erhalte diese Hand die ich so trawrig küssse.<br />
<br />
Ich wündsche nicht nur mir. Soll unser leid vergehn<br />
So muß durch ewern Rath, was ligt und sinckt auffstehn,<br />
O! daß mein Land mit mir, Euch doch bald fröhlich grüsse!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ebenbild unsers Lebens]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26319</link>
			<pubDate>Fri, 29 Dec 2023 07:36:16 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26319</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ebenbild unsers Lebens</span><br />
<br />
<br />
Der Mensch, das Spiel der Zeit, spielt, weil er allhie lebt<br />
Im Schauplatz dieser Welt; er sitzt, und doch nicht feste.<br />
Der steigt, und jener fällt, der suchet die Paläste<br />
Und der ein schlechtes Dach, der herrscht, und jener webt.<br />
<br />
Was gestern war, ist hin; was itzt das Glück erhebt,<br />
Wird morgen untergehen; die vorhin grünen Äste<br />
Sind nunmehr dürr und tot; wir Armen sind nur Gäste,<br />
Ob den’ ein scharfes Schwert an zarter Seide schwebt.<br />
<br />
Wir sind zwar gleich am Fleisch, doch nicht vom gleichen Stande:<br />
Der trägt ein Purpurkleid, und jener gräbt im Sande,<br />
Bis nach entraubtem Schmuck der Tod uns gleiche macht.<br />
<br />
Spielt denn dies ernste Spiel, weil es die Zeit noch leidet,<br />
Und lernt, daß, wenn man vom Bankett des Lebens scheidet,<br />
Kron, Weisheit, Stärk und Gut sei eine leere Pracht!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ebenbild unsers Lebens</span><br />
<br />
<br />
Der Mensch, das Spiel der Zeit, spielt, weil er allhie lebt<br />
Im Schauplatz dieser Welt; er sitzt, und doch nicht feste.<br />
Der steigt, und jener fällt, der suchet die Paläste<br />
Und der ein schlechtes Dach, der herrscht, und jener webt.<br />
<br />
Was gestern war, ist hin; was itzt das Glück erhebt,<br />
Wird morgen untergehen; die vorhin grünen Äste<br />
Sind nunmehr dürr und tot; wir Armen sind nur Gäste,<br />
Ob den’ ein scharfes Schwert an zarter Seide schwebt.<br />
<br />
Wir sind zwar gleich am Fleisch, doch nicht vom gleichen Stande:<br />
Der trägt ein Purpurkleid, und jener gräbt im Sande,<br />
Bis nach entraubtem Schmuck der Tod uns gleiche macht.<br />
<br />
Spielt denn dies ernste Spiel, weil es die Zeit noch leidet,<br />
Und lernt, daß, wenn man vom Bankett des Lebens scheidet,<br />
Kron, Weisheit, Stärk und Gut sei eine leere Pracht!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum Petrum Crugerum]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26561</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 00:51:43 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26561</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum <br />
Petrum Crugerum. Uber den Tod seines Kindes</span><br />
<br />
<br />
O Danzig! will der Zorn der Deutschland ganz verzehret<br />
So rasend auff dich zu? wil der, der alle richt<br />
Durch seiner blitzen glutt, die Thron’ und Krone bricht,<br />
So schrecklich über dich, alß scharff er unß verheret?<br />
<br />
Ist niemand der mit ernst den grossen Eyver wehret?<br />
Der seine schläg auffhelt? der Todt schont länger nicht.<br />
Er folgt der Blutt Trommet und reißt auß diesem licht<br />
Die Kinder, die ja Gott mit keiner schuld beschweret!<br />
<br />
Die Kinder: Gottes Lust, wie übel ist’s bestellt,<br />
Wenn diese Brustwehr hin, und wenn der haffe fält<br />
der einig mächtig ist den höchsten zu bekrigen!<br />
<br />
Trifft es zum Ersten Euch Herr Kriger O fürwar<br />
Diß Kind, diß bleiche Kind, das itzt ligt auff der bar,<br />
Diß würde, wenn es stünd’ alleine wol obsiegen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum <br />
Petrum Crugerum. Uber den Tod seines Kindes</span><br />
<br />
<br />
O Danzig! will der Zorn der Deutschland ganz verzehret<br />
So rasend auff dich zu? wil der, der alle richt<br />
Durch seiner blitzen glutt, die Thron’ und Krone bricht,<br />
So schrecklich über dich, alß scharff er unß verheret?<br />
<br />
Ist niemand der mit ernst den grossen Eyver wehret?<br />
Der seine schläg auffhelt? der Todt schont länger nicht.<br />
Er folgt der Blutt Trommet und reißt auß diesem licht<br />
Die Kinder, die ja Gott mit keiner schuld beschweret!<br />
<br />
Die Kinder: Gottes Lust, wie übel ist’s bestellt,<br />
Wenn diese Brustwehr hin, und wenn der haffe fält<br />
der einig mächtig ist den höchsten zu bekrigen!<br />
<br />
Trifft es zum Ersten Euch Herr Kriger O fürwar<br />
Diß Kind, diß bleiche Kind, das itzt ligt auff der bar,<br />
Diß würde, wenn es stünd’ alleine wol obsiegen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An Frawen Marien Richterin]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26563</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 00:51:30 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26563</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Frawen Marien Richterin</span><br />
<br />
Schawt Gott, wie er den schawt, von seiner himmell feste<br />
Auff dis was heilig ist, undt einig auff ihn hält;<br />
Wie das sein Donnerstrall den immer auff euch felt<br />
Ihr schönstes tugendt reis, undt schont der dürren äste?<br />
<br />
Auff welche schlegt sein plitz wen so viel hellen gäste<br />
Gantz trunckenvoll von lust sich breiten in der welt<br />
Ist pest, ist flam undt todt, den nur auff euch bestelt,<br />
Da doch der bösen loß stäts fält auffs allerbeste?<br />
<br />
Was sag ich? nein fürwar, weil ihr in diesem leidt<br />
Ein spiegel der gedult, und bild der Hoffnung seidt,<br />
Muß dieser wetter sturm den starken Geist bewehren.<br />
<br />
Dehm, weil er mehr den trew’ in ungemeiner noth,<br />
Bey Christus blutfahn hält der ewigtrewe Gott<br />
Mehr den gemeinen lohn undt frewde wird bescheren.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Frawen Marien Richterin</span><br />
<br />
Schawt Gott, wie er den schawt, von seiner himmell feste<br />
Auff dis was heilig ist, undt einig auff ihn hält;<br />
Wie das sein Donnerstrall den immer auff euch felt<br />
Ihr schönstes tugendt reis, undt schont der dürren äste?<br />
<br />
Auff welche schlegt sein plitz wen so viel hellen gäste<br />
Gantz trunckenvoll von lust sich breiten in der welt<br />
Ist pest, ist flam undt todt, den nur auff euch bestelt,<br />
Da doch der bösen loß stäts fält auffs allerbeste?<br />
<br />
Was sag ich? nein fürwar, weil ihr in diesem leidt<br />
Ein spiegel der gedult, und bild der Hoffnung seidt,<br />
Muß dieser wetter sturm den starken Geist bewehren.<br />
<br />
Dehm, weil er mehr den trew’ in ungemeiner noth,<br />
Bey Christus blutfahn hält der ewigtrewe Gott<br />
Mehr den gemeinen lohn undt frewde wird bescheren.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An H. Christophorum Loth.]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26565</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 00:51:19 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26565</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An H. Christophorum Loth.</span><br />
<br />
Nembt wieder wehrter freundt, dem ich mein herz gelihen<br />
Was ihr mir newlich liht, das jahrbuch unser zeitt,<br />
Die anzahl schneller tag’ in dehn uns ach und leidt<br />
So lange kränckt bis sie, undt wir mitt ihn enfliehen.<br />
<br />
Wir armen schawn die Sonn’ itzt von, itzt zu uns zihen:<br />
Undt gehn den sternen nach, wir lernen welche seitt<br />
Der himmell Phoebe tritt, undt was uns Mars bereitt<br />
Undt sehn nicht das wir hier den blumen gleich verblühen<br />
<br />
Wir rechnen monatt aus, undt spilen mitt dem jahr<br />
Undt ordnen tag auff tag, undt wen die räitung klaar:<br />
Bleibt uns doch unser tag undt untergang verholen?<br />
<br />
Nichts ist das zeitt undt todt nicht unterdrücken kan<br />
Ohn freundschafft, welcher zeit undt sterben unterthan.<br />
Herr Loth, der haben wir zwey einen Geist befohlen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An H. Christophorum Loth.</span><br />
<br />
Nembt wieder wehrter freundt, dem ich mein herz gelihen<br />
Was ihr mir newlich liht, das jahrbuch unser zeitt,<br />
Die anzahl schneller tag’ in dehn uns ach und leidt<br />
So lange kränckt bis sie, undt wir mitt ihn enfliehen.<br />
<br />
Wir armen schawn die Sonn’ itzt von, itzt zu uns zihen:<br />
Undt gehn den sternen nach, wir lernen welche seitt<br />
Der himmell Phoebe tritt, undt was uns Mars bereitt<br />
Undt sehn nicht das wir hier den blumen gleich verblühen<br />
<br />
Wir rechnen monatt aus, undt spilen mitt dem jahr<br />
Undt ordnen tag auff tag, undt wen die räitung klaar:<br />
Bleibt uns doch unser tag undt untergang verholen?<br />
<br />
Nichts ist das zeitt undt todt nicht unterdrücken kan<br />
Ohn freundschafft, welcher zeit undt sterben unterthan.<br />
Herr Loth, der haben wir zwey einen Geist befohlen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Anne Mariae Gryphiae Todt]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26569</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 00:51:08 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26569</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Anne Mariae Gryphiae Todt</span><br />
<br />
<br />
V bist den, du bist hin! Der Himmel gönte dich<br />
Der Erden weiter nicht, die Tugend kaum mehr kennet,<br />
Darin man Laster preist, und Sünde from seyn nennet,<br />
Die auß gejagte zucht nam deine Seel zu sich.<br />
<br />
Du gibst den gutte Nacht so unversehens, weil ich<br />
In fernem Elend bin, dein Eh-stand wird getrennet<br />
Eh’ recht dein Hochzeit licht (holdseelige!) verbrennet<br />
Weil mich dein Hymen läst, tritt gleich dein todt für mich<br />
<br />
Was kan abwesend Ich mehr alß dich selbst beweynen<br />
Und deine zarte Frucht, die als sie wolt erscheinen<br />
Die schwachen Augen schloß und deine Seel entband.<br />
<br />
Man wündscht einmal zu sehn die Frömigkeit gebähren:<br />
Alß welche nichts der welt, denn Tugend kan gewehren.<br />
Doch ach! den wundsch durchstrich der Parcen strenge Hand.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Anne Mariae Gryphiae Todt</span><br />
<br />
<br />
V bist den, du bist hin! Der Himmel gönte dich<br />
Der Erden weiter nicht, die Tugend kaum mehr kennet,<br />
Darin man Laster preist, und Sünde from seyn nennet,<br />
Die auß gejagte zucht nam deine Seel zu sich.<br />
<br />
Du gibst den gutte Nacht so unversehens, weil ich<br />
In fernem Elend bin, dein Eh-stand wird getrennet<br />
Eh’ recht dein Hochzeit licht (holdseelige!) verbrennet<br />
Weil mich dein Hymen läst, tritt gleich dein todt für mich<br />
<br />
Was kan abwesend Ich mehr alß dich selbst beweynen<br />
Und deine zarte Frucht, die als sie wolt erscheinen<br />
Die schwachen Augen schloß und deine Seel entband.<br />
<br />
Man wündscht einmal zu sehn die Frömigkeit gebähren:<br />
Alß welche nichts der welt, denn Tugend kan gewehren.<br />
Doch ach! den wundsch durchstrich der Parcen strenge Hand.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auff Herrn Gottfried Eichhorns JC. vnnd Jungfraw Rosinae Stoltzin Hochzeit]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26574</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 00:50:53 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26574</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auff Herrn Gottfried Eichhorns JC.<br />
vnnd Jungfraw Rosinae Stoltzin Hochzeit</span><br />
<br />
<br />
Ob gleich der weisse Schnee itzt Berg und Thal bedecket<br />
Un manch geschwinder Fluß zeucht einen Harnisch an,<br />
In dem Er sich des Zorns der Kälte wehren kan,<br />
Vor welcher jeder Baum steht gantz und gar erschrecket.<br />
<br />
Ob gleich der bleiche Frost die scharffe Seenß außrecket,<br />
Un alle Blümlein fält, so Flora auff dem Plan<br />
Der Erden umb unnd umb zuvor hat sehen lan,<br />
Hat doch die Lieb in Euch ein grosses Fewr erwecket,<br />
<br />
Herr Gottfrid, unnd darzu noch eine Rose bracht,<br />
Daß Ihr des Winters schärff und rasen sicher lacht!<br />
Woll Euch, und aber wol! ist was das Ihr begehren<br />
<br />
Noch mehr vom Himmel mögt, wenn Euch zu dieser Zeit<br />
So schöne Rosen sind mit solcher wärm bereit,<br />
Wird Euch der Herbst gewiß viel schöner Früchte geben.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auff Herrn Gottfried Eichhorns JC.<br />
vnnd Jungfraw Rosinae Stoltzin Hochzeit</span><br />
<br />
<br />
Ob gleich der weisse Schnee itzt Berg und Thal bedecket<br />
Un manch geschwinder Fluß zeucht einen Harnisch an,<br />
In dem Er sich des Zorns der Kälte wehren kan,<br />
Vor welcher jeder Baum steht gantz und gar erschrecket.<br />
<br />
Ob gleich der bleiche Frost die scharffe Seenß außrecket,<br />
Un alle Blümlein fält, so Flora auff dem Plan<br />
Der Erden umb unnd umb zuvor hat sehen lan,<br />
Hat doch die Lieb in Euch ein grosses Fewr erwecket,<br />
<br />
Herr Gottfrid, unnd darzu noch eine Rose bracht,<br />
Daß Ihr des Winters schärff und rasen sicher lacht!<br />
Woll Euch, und aber wol! ist was das Ihr begehren<br />
<br />
Noch mehr vom Himmel mögt, wenn Euch zu dieser Zeit<br />
So schöne Rosen sind mit solcher wärm bereit,<br />
Wird Euch der Herbst gewiß viel schöner Früchte geben.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auf Herrn Joachim Spechts vornehmen Medici und Philosophi Hochzeit]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26575</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 00:50:41 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26575</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auf Herrn Joachim Spechts vornehmen Medici <br />
und Philosophi Hochzeit</span><br />
<br />
In dem der Sternen-Printz von uns begint zu weichen,<br />
Mits Somers warmer Lufft, in dem das grüne Kleid<br />
Den Wiesen durch den Frost des Herbsts wird abgemeyt,<br />
Und von dem Scorpion die matten Bäum erbleichen;<br />
<br />
Fangt auch der Vögel-Schar an in Ihr Nest zuschleichen,<br />
Drumb schawt auch unser Specht sich um zu dieser zeit;<br />
In welchem Ort Er doch des Winters Grimmigkeit<br />
Entgeh, und ob ein Nest vor Ihn sey zu erreichen,<br />
<br />
In dem Er also sucht, zeigt ihm Cupido an<br />
Ein Ort, in dem Er sich gar sicher trawen kan,<br />
Drauff ist Er, Jungfraw Braut, in Ewre Arm geflogen,<br />
<br />
Bey den Er voll von Lust Ihm seinen Sitz erkiest,<br />
Un weil Er ewrer Lieb gar hoch versichert ist,<br />
Wird mancher junger Specht drin werden aufferzogen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auf Herrn Joachim Spechts vornehmen Medici <br />
und Philosophi Hochzeit</span><br />
<br />
In dem der Sternen-Printz von uns begint zu weichen,<br />
Mits Somers warmer Lufft, in dem das grüne Kleid<br />
Den Wiesen durch den Frost des Herbsts wird abgemeyt,<br />
Und von dem Scorpion die matten Bäum erbleichen;<br />
<br />
Fangt auch der Vögel-Schar an in Ihr Nest zuschleichen,<br />
Drumb schawt auch unser Specht sich um zu dieser zeit;<br />
In welchem Ort Er doch des Winters Grimmigkeit<br />
Entgeh, und ob ein Nest vor Ihn sey zu erreichen,<br />
<br />
In dem Er also sucht, zeigt ihm Cupido an<br />
Ein Ort, in dem Er sich gar sicher trawen kan,<br />
Drauff ist Er, Jungfraw Braut, in Ewre Arm geflogen,<br />
<br />
Bey den Er voll von Lust Ihm seinen Sitz erkiest,<br />
Un weil Er ewrer Lieb gar hoch versichert ist,<br />
Wird mancher junger Specht drin werden aufferzogen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Autor ad librum  Quem Genere, Ingenio, Eruditione Virtute Excellentiss]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26576</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 00:50:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26576</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Autor ad librum  <br />
Quem Genere, Ingenio, Eruditione Virtute Excellentiss<br />
DN. Michaelem Borck...<br />
Reipubl. Gedanensis Secretar.<br />
fidelis. adire jubet;</span><br />
<br />
<br />
Geh weil dich ja so sehr gelüst, von mir zu gehen:<br />
Wo Preussens Crone glänzt, die wunderschöne Stadt,<br />
Die aller Völcker Zier und Gaben an sich hat;<br />
Und sprich den Herren an, durch dessen Trew sie stehen<br />
<br />
Kan steiff und unbewegt; derselbte zu erhören,<br />
Durch seine Tugend weiß, der stets gewissen Rath<br />
In schweren Fällen sind, des Weißheit in der That<br />
Sich allezeit erweist, die Blume der Astraeen.<br />
<br />
Ob schon Minerva selbst vor seinem Mund erbleicht,<br />
Der, so viel Sprachen redt; Ob Ihm gleich Phoebus weicht;<br />
Ist seine Freundligkeit doch gar nichts gleich zu schätzen,<br />
<br />
Er ist’s, der mich nicht nur ins Angesicht gepreist;<br />
Er ist’s der mir viel Ehr, unnd mehr als Ehr, erweist;<br />
Unnd den Ich nimmermehr wil auß dem Hertzen setzen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Autor ad librum  <br />
Quem Genere, Ingenio, Eruditione Virtute Excellentiss<br />
DN. Michaelem Borck...<br />
Reipubl. Gedanensis Secretar.<br />
fidelis. adire jubet;</span><br />
<br />
<br />
Geh weil dich ja so sehr gelüst, von mir zu gehen:<br />
Wo Preussens Crone glänzt, die wunderschöne Stadt,<br />
Die aller Völcker Zier und Gaben an sich hat;<br />
Und sprich den Herren an, durch dessen Trew sie stehen<br />
<br />
Kan steiff und unbewegt; derselbte zu erhören,<br />
Durch seine Tugend weiß, der stets gewissen Rath<br />
In schweren Fällen sind, des Weißheit in der That<br />
Sich allezeit erweist, die Blume der Astraeen.<br />
<br />
Ob schon Minerva selbst vor seinem Mund erbleicht,<br />
Der, so viel Sprachen redt; Ob Ihm gleich Phoebus weicht;<br />
Ist seine Freundligkeit doch gar nichts gleich zu schätzen,<br />
<br />
Er ist’s, der mich nicht nur ins Angesicht gepreist;<br />
Er ist’s der mir viel Ehr, unnd mehr als Ehr, erweist;<br />
Unnd den Ich nimmermehr wil auß dem Hertzen setzen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Autor uber seinen Geburtstag den 29. Septembr]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26579</link>
			<pubDate>Tue, 26 Dec 2023 00:50:16 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26579</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Autor uber seinen Geburtstag den 29. Septembr</span><br />
<br />
<br />
Als Ich diß Jammerhauß der Welt solt erst beschreiten,<br />
Und nichts als Angst und Noth, man hier gewertig war;<br />
Umbringstu Jesu mich mit deiner engel Schar.<br />
Durch der Auffsicht! (ob schon mein Fuß hat müssen gleiten<br />
<br />
So sehr, daß man mir auch das Grab offt wolt bereiten)<br />
Ich dennoch bin entsetzt viel tausendfacher Gfahr.<br />
Diß hastu meinem Geist versichert hell und klar.<br />
Weil du mich an dem Tag ins Leben thätest leiten,<br />
<br />
An dehm der Engel-Printz den Teuffel triumphiert.<br />
O der du mich bißher so wunderlich geführt,<br />
Gib daß das Lebensziel, so Ich noch hie zu lauffen,<br />
<br />
Durch dieser Wächter Schutz mir möge sicher seyn:<br />
Unnd wenn der letzte Tag des Todes nun bricht ein,<br />
So laß mich fröhlich gehn zu deiner Engel hauffen.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Autor uber seinen Geburtstag den 29. Septembr</span><br />
<br />
<br />
Als Ich diß Jammerhauß der Welt solt erst beschreiten,<br />
Und nichts als Angst und Noth, man hier gewertig war;<br />
Umbringstu Jesu mich mit deiner engel Schar.<br />
Durch der Auffsicht! (ob schon mein Fuß hat müssen gleiten<br />
<br />
So sehr, daß man mir auch das Grab offt wolt bereiten)<br />
Ich dennoch bin entsetzt viel tausendfacher Gfahr.<br />
Diß hastu meinem Geist versichert hell und klar.<br />
Weil du mich an dem Tag ins Leben thätest leiten,<br />
<br />
An dehm der Engel-Printz den Teuffel triumphiert.<br />
O der du mich bißher so wunderlich geführt,<br />
Gib daß das Lebensziel, so Ich noch hie zu lauffen,<br />
<br />
Durch dieser Wächter Schutz mir möge sicher seyn:<br />
Unnd wenn der letzte Tag des Todes nun bricht ein,<br />
So laß mich fröhlich gehn zu deiner Engel hauffen.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Einsamkeit]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26320</link>
			<pubDate>Sat, 23 Dec 2023 08:37:04 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26320</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einsamkeit</span><br />
<br />
<br />
In dieser Einsamkeit der mehr denn öden Wüsten,<br />
Gestreckt auf wildes Kraut, an die bemooste See,<br />
Beschau ich jenes Tal und dieser Felsen Höh,<br />
Auf welchen Eulen nur und stille Vögel nisten.<br />
<br />
Hier, fern von dem Palast, weit von des Pöbels Lüsten,<br />
Betracht ich, wie der Mensch in Eitelkeit vergeh,<br />
Wie auf nicht festem Grund all unser Hoffen steh,<br />
Wie die vor Abend schmähn, die vor dem Tag uns grüßten.<br />
 <br />
Die Höhl, der rauhe Wald, der Totenkopf, der Stein,<br />
Den auch die Zeit auffrißt, die abgezehrten Bein<br />
Entwerfen in dem Mut unzählige Gedanken.<br />
<br />
Der Mauren alter Graus, dies unbebaute Land<br />
Ist schön und fruchtbar mir, der eigentlich erkannt,<br />
Daß alles, ohn ein Geist, den Gott selbst hält, muß wanken.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einsamkeit</span><br />
<br />
<br />
In dieser Einsamkeit der mehr denn öden Wüsten,<br />
Gestreckt auf wildes Kraut, an die bemooste See,<br />
Beschau ich jenes Tal und dieser Felsen Höh,<br />
Auf welchen Eulen nur und stille Vögel nisten.<br />
<br />
Hier, fern von dem Palast, weit von des Pöbels Lüsten,<br />
Betracht ich, wie der Mensch in Eitelkeit vergeh,<br />
Wie auf nicht festem Grund all unser Hoffen steh,<br />
Wie die vor Abend schmähn, die vor dem Tag uns grüßten.<br />
 <br />
Die Höhl, der rauhe Wald, der Totenkopf, der Stein,<br />
Den auch die Zeit auffrißt, die abgezehrten Bein<br />
Entwerfen in dem Mut unzählige Gedanken.<br />
<br />
Der Mauren alter Graus, dies unbebaute Land<br />
Ist schön und fruchtbar mir, der eigentlich erkannt,<br />
Daß alles, ohn ein Geist, den Gott selbst hält, muß wanken.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>