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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Autoren Ha-He]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 01:36:46 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Hoechstetter, Sophie: Am Teich]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30641</link>
			<pubDate>Fri, 19 Sep 2025 07:20:18 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30641</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sophie Hoechstetter</span><br />
1873 - 1943<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Am Teich</span><br />
<br />
Vom Teich herüber klingt aus einem Nachen<br />
Durch unsre Nacht der sanfte Ton von Flöten —<br />
Wir sind am Uferrand — ich sehe seine flachen.<br />
Bespülten Steine sich wie Kupfer röten.<br />
<br />
Denn aus den Wäldern steigt in blutigem Entfachen<br />
Seltsamen Lichts der Mond, als wie in Nöten —<br />
Und plötzlich, da erstirbt dein liebes Lachen<br />
Und eine Stille kommt, die keine Worte töten. —<br />
<br />
Es suchen meine Hände sanft die deinen<br />
Und über ihre Frauenanmut neigen<br />
Sich meine Lippen. Klang es wie ein Weinen,<br />
<br />
Das keines wollt' dem andern zeigen?<br />
Oh du, ich fühle, wie sich unsre Seelen einen<br />
In diesem ersten, schmerzerfüllten Schweigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sophie Hoechstetter</span><br />
1873 - 1943<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Am Teich</span><br />
<br />
Vom Teich herüber klingt aus einem Nachen<br />
Durch unsre Nacht der sanfte Ton von Flöten —<br />
Wir sind am Uferrand — ich sehe seine flachen.<br />
Bespülten Steine sich wie Kupfer röten.<br />
<br />
Denn aus den Wäldern steigt in blutigem Entfachen<br />
Seltsamen Lichts der Mond, als wie in Nöten —<br />
Und plötzlich, da erstirbt dein liebes Lachen<br />
Und eine Stille kommt, die keine Worte töten. —<br />
<br />
Es suchen meine Hände sanft die deinen<br />
Und über ihre Frauenanmut neigen<br />
Sich meine Lippen. Klang es wie ein Weinen,<br />
<br />
Das keines wollt' dem andern zeigen?<br />
Oh du, ich fühle, wie sich unsre Seelen einen<br />
In diesem ersten, schmerzerfüllten Schweigen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hoechstetter, Sophie: Botschaft]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30640</link>
			<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 07:10:04 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30640</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sophie Hoechstetter</span><br />
1873 - 1943<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Botschaft</span><br />
<br />
So viele lange Tage mußt' ich warten —<br />
Dort, wo bei Felsgestein und feuchten Mosen<br />
Zum Winkel des Vergessens wird der Garten,<br />
Dort harrten längst schon dein die roten Rosen.<br />
<br />
Und endlich sehe ich, daß du mit deinen zarten<br />
Geliebten Händen hast für diese losen<br />
Blumen mir hingelegt das Buch des Barden.<br />
Ich lese — spüre fernen Sturmes Tosen.<br />
<br />
Kein Wort von dir — nur die verlohten<br />
Inbrünste alter Zeit. Nichts als die herben<br />
Verklungenen Lieder eines großen Toten.<br />
<br />
Oh du Geliebte, hat mein Sehnsuchtswerben<br />
Mir keinen einz'gen Gegengruß entboten?<br />
Da — halt — ein Bleistrich einsam muß ich sterben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sophie Hoechstetter</span><br />
1873 - 1943<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Botschaft</span><br />
<br />
So viele lange Tage mußt' ich warten —<br />
Dort, wo bei Felsgestein und feuchten Mosen<br />
Zum Winkel des Vergessens wird der Garten,<br />
Dort harrten längst schon dein die roten Rosen.<br />
<br />
Und endlich sehe ich, daß du mit deinen zarten<br />
Geliebten Händen hast für diese losen<br />
Blumen mir hingelegt das Buch des Barden.<br />
Ich lese — spüre fernen Sturmes Tosen.<br />
<br />
Kein Wort von dir — nur die verlohten<br />
Inbrünste alter Zeit. Nichts als die herben<br />
Verklungenen Lieder eines großen Toten.<br />
<br />
Oh du Geliebte, hat mein Sehnsuchtswerben<br />
Mir keinen einz'gen Gegengruß entboten?<br />
Da — halt — ein Bleistrich einsam muß ich sterben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hörmann, Angelika von: Du weißt, wie ich an meiner Heimat hange]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30612</link>
			<pubDate>Thu, 11 Sep 2025 07:54:19 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30612</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Angelika von Hörmann</span><br />
1843 - 1921<br />
<br />
<br />
Du weißt, wie ich an meiner Heimat hange,<br />
Am Schnee der Firne, an der Kuppen Grün,<br />
Am frischen Bergquell, dran die Rosen blüh'n,<br />
Am Almenglück mit seinem Herdenklange;<br />
<br />
Am Haus, wo ich gelauscht dem Wiegensange<br />
Der Mutter, wo des Mädchens kindisch Müh'n<br />
Der Puppe galt, am Stübchen, das erglüh'n<br />
In Liebe sah der Jungfrau scheue Wange.<br />
<br />
Doch seit du ferne, Liebster, ist verblichen<br />
Der ganze Reiz, ein Friedhof scheint das Land<br />
Voll Pracht doch todt: die Seele ist entwichen.<br />
<br />
Was gilt dem Weib die Heimat? Wo es liebt,<br />
Und wär's im Meer auf ödem Inselstrand,<br />
Lacht ihm ein Himmel ewig ungetrübt.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Angelika von Hörmann</span><br />
1843 - 1921<br />
<br />
<br />
Du weißt, wie ich an meiner Heimat hange,<br />
Am Schnee der Firne, an der Kuppen Grün,<br />
Am frischen Bergquell, dran die Rosen blüh'n,<br />
Am Almenglück mit seinem Herdenklange;<br />
<br />
Am Haus, wo ich gelauscht dem Wiegensange<br />
Der Mutter, wo des Mädchens kindisch Müh'n<br />
Der Puppe galt, am Stübchen, das erglüh'n<br />
In Liebe sah der Jungfrau scheue Wange.<br />
<br />
Doch seit du ferne, Liebster, ist verblichen<br />
Der ganze Reiz, ein Friedhof scheint das Land<br />
Voll Pracht doch todt: die Seele ist entwichen.<br />
<br />
Was gilt dem Weib die Heimat? Wo es liebt,<br />
Und wär's im Meer auf ödem Inselstrand,<br />
Lacht ihm ein Himmel ewig ungetrübt.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hörmann, Angelika von: Der Schönste bist du]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30611</link>
			<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 07:51:47 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30611</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Angelika von Hörmann</span><br />
1843 - 1921<br />
<br />
<br />
<br />
Der Schönste bist du, Liebster, unter Allen,<br />
Mag auch dein Aug' kein Adlerauge sein,<br />
So stolz und blitzend, auch nicht marmorfein<br />
Die Züge, und dein Mund nicht wie Korallen.<br />
<br />
Wem wäre nie der Zauber aufgefallen,<br />
Den oftmals webt der Abendsonnenschein<br />
Um ein Stück Heide oder Felsgestein.<br />
Dran achtlos wir am Tag vorüberwallen?<br />
<br />
Das ist dein Bild. Gleichgültig scheinst du, arm<br />
An Worten, bis ein Fühlen, tief und warm,<br />
Die sonst verschloss'ne Brust begeisternd schwellt:<br />
<br />
Dann leuchtet auf dein stilles Angesicht,<br />
Als fiel' darauf mit wunderbarem Licht<br />
Ein Strahl aus deiner reichen innern Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Angelika von Hörmann</span><br />
1843 - 1921<br />
<br />
<br />
<br />
Der Schönste bist du, Liebster, unter Allen,<br />
Mag auch dein Aug' kein Adlerauge sein,<br />
So stolz und blitzend, auch nicht marmorfein<br />
Die Züge, und dein Mund nicht wie Korallen.<br />
<br />
Wem wäre nie der Zauber aufgefallen,<br />
Den oftmals webt der Abendsonnenschein<br />
Um ein Stück Heide oder Felsgestein.<br />
Dran achtlos wir am Tag vorüberwallen?<br />
<br />
Das ist dein Bild. Gleichgültig scheinst du, arm<br />
An Worten, bis ein Fühlen, tief und warm,<br />
Die sonst verschloss'ne Brust begeisternd schwellt:<br />
<br />
Dann leuchtet auf dein stilles Angesicht,<br />
Als fiel' darauf mit wunderbarem Licht<br />
Ein Strahl aus deiner reichen innern Welt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Held-Marbach, Klara: Wie ist der Schmerz]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30610</link>
			<pubDate>Sat, 06 Sep 2025 22:42:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30610</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klara Held-Marbach</span><br />
1824 - 1893<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie ist der Schmerz</span><br />
<br />
Wie ist der Schmerz so reich an Glanz und Tönen,<br />
Wie rauscht so voll dahin der Klagen Macht;<br />
So düster ist, so schaurig keine Nacht,<br />
Daß uns das Lied nicht sollt mit ihr versöhnen.<br />
<br />
Doch kommt das Glück, mit Blumen uns zu krönen,<br />
Und drängt es uns tief aus des Herzens Schacht<br />
Zu zeigen jubelnd unsre reiche Pracht, -<br />
Da fehlt das Wort zum Preise all des Schönen.<br />
<br />
Er rollt sich auf in schimmernd reichen Bildern,<br />
Was unsre Brust bedrückt als schwere Last;<br />
Das Wort entquillt ihr leicht, den Gram zu mildern.<br />
<br />
Doch wenn uns glühend auch der Wunsch erfaßt<br />
Zu künden unser Glück, - die Farb' erblaßt, -<br />
Die Kraft gebricht, was uns bewegt, zu schildern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Klara Held-Marbach</span><br />
1824 - 1893<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wie ist der Schmerz</span><br />
<br />
Wie ist der Schmerz so reich an Glanz und Tönen,<br />
Wie rauscht so voll dahin der Klagen Macht;<br />
So düster ist, so schaurig keine Nacht,<br />
Daß uns das Lied nicht sollt mit ihr versöhnen.<br />
<br />
Doch kommt das Glück, mit Blumen uns zu krönen,<br />
Und drängt es uns tief aus des Herzens Schacht<br />
Zu zeigen jubelnd unsre reiche Pracht, -<br />
Da fehlt das Wort zum Preise all des Schönen.<br />
<br />
Er rollt sich auf in schimmernd reichen Bildern,<br />
Was unsre Brust bedrückt als schwere Last;<br />
Das Wort entquillt ihr leicht, den Gram zu mildern.<br />
<br />
Doch wenn uns glühend auch der Wunsch erfaßt<br />
Zu künden unser Glück, - die Farb' erblaßt, -<br />
Die Kraft gebricht, was uns bewegt, zu schildern.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hoffmann, Camill: Auf leichten Wolken]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30306</link>
			<pubDate>Sun, 10 Aug 2025 10:11:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30306</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Camill Hoffmann</span><br />
1878 - 1944<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Auf leichten Wolken</span><br />
<br />
Auf leichten Wolken naht wieder der März,<br />
Um schwerer noch das Herz zu bedrängen.<br />
Was soll es denn, dieses trostlose Herz,<br />
Erfüllt von Trübsal und Nachtgesängen.<br />
<br />
Was soll es denn, dieses trostlose Herz,<br />
Wenn auf den jung ergründenden Hängen<br />
Die ersten Schneeglöcklein himmelwärts<br />
Aufleuchten mit rührenden Osterklängen.<br />
<br />
Was soll es, Geliebteste, ohne dich,<br />
Wenn alle Erinnerungen von innen<br />
Aufbrechend wie Wunden zu bluten beginnen,<br />
<br />
Wenn nachts durchs Fenster die Sterne brennen<br />
Und Orte weit fort im Süden nennen,<br />
Was soll es, Geliebteste, ohne dich! <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Camill Hoffmann</span><br />
1878 - 1944<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Auf leichten Wolken</span><br />
<br />
Auf leichten Wolken naht wieder der März,<br />
Um schwerer noch das Herz zu bedrängen.<br />
Was soll es denn, dieses trostlose Herz,<br />
Erfüllt von Trübsal und Nachtgesängen.<br />
<br />
Was soll es denn, dieses trostlose Herz,<br />
Wenn auf den jung ergründenden Hängen<br />
Die ersten Schneeglöcklein himmelwärts<br />
Aufleuchten mit rührenden Osterklängen.<br />
<br />
Was soll es, Geliebteste, ohne dich,<br />
Wenn alle Erinnerungen von innen<br />
Aufbrechend wie Wunden zu bluten beginnen,<br />
<br />
Wenn nachts durchs Fenster die Sterne brennen<br />
Und Orte weit fort im Süden nennen,<br />
Was soll es, Geliebteste, ohne dich! <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hoffmann, Camill: Hoffest]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30305</link>
			<pubDate>Fri, 08 Aug 2025 10:19:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30305</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Camill Hoffmann</span><br />
1878 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hoffest</span><br />
<br />
Prinzess Ninon war vierzehn Jahre kaum,<br />
und dennoch hat der junge Herzog sie<br />
bei der Quadrille sich zum Vis-a-vis<br />
erwählt. Prinzesschen tanzte wie im Traum.<br />
<br />
Freilich umspross auch erst ein blonder Flaum<br />
des Herzogs Mund voll süsser Koketterie.<br />
Doch - glitt er aus? . . Jäh lag er auf dem Knie,<br />
o Gott, und küsste ihres Kleides Saum!<br />
<br />
Verwirrung . . Lachen . . Hoheit Mutter fällt<br />
in Ohnmacht vor Entsetzen allsogleich.<br />
Ninon ist glührot bald, bald marmorbleich.<br />
<br />
Wohl allzufrüh war so ihr Glück zerschellt;<br />
in Träumen aber blieb sie selig reich.<br />
Den Herzog schickte man auf Reisen um die Welt.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Camill Hoffmann</span><br />
1878 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hoffest</span><br />
<br />
Prinzess Ninon war vierzehn Jahre kaum,<br />
und dennoch hat der junge Herzog sie<br />
bei der Quadrille sich zum Vis-a-vis<br />
erwählt. Prinzesschen tanzte wie im Traum.<br />
<br />
Freilich umspross auch erst ein blonder Flaum<br />
des Herzogs Mund voll süsser Koketterie.<br />
Doch - glitt er aus? . . Jäh lag er auf dem Knie,<br />
o Gott, und küsste ihres Kleides Saum!<br />
<br />
Verwirrung . . Lachen . . Hoheit Mutter fällt<br />
in Ohnmacht vor Entsetzen allsogleich.<br />
Ninon ist glührot bald, bald marmorbleich.<br />
<br />
Wohl allzufrüh war so ihr Glück zerschellt;<br />
in Träumen aber blieb sie selig reich.<br />
Den Herzog schickte man auf Reisen um die Welt.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hoffmann, Camill: Goya malt Donna Cean Bermudez]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30304</link>
			<pubDate>Wed, 06 Aug 2025 06:31:34 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30304</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Camill Hoffmann</span><br />
1878 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Goya malt Donna Cean Bermudez</span><br />
<br />
Wie hat er Euch, Senora, tief begehrt,<br />
als er mit seinem Blick, der jedem Ding<br />
die Seele ausreisst, dem sich keine verwehrt,<br />
mit seinem Blick voll Gierde Euch umfing!<br />
<br />
Die Pracht des Bluts, das Euern Leib durchschnellt,<br />
erbrannte wundervoll, und Euer Stolz<br />
war so inmitten dieses Brandes gestellt,<br />
dass er - ein Schild aus Stahl - beinah zerschmolz.<br />
<br />
Doch als er dann das samtne, dunkelrote<br />
Stickkissen schob auf Euern grünen Schoss<br />
und, flüchtig musternd noch die Farbennote,<br />
<br />
den Pinsel fiebernd packte, fingt Ihr blos<br />
ein reines Lächeln auf, das schon verschwebte<br />
und drin nichts als der Dank für Schönheit bebte. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Camill Hoffmann</span><br />
1878 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Goya malt Donna Cean Bermudez</span><br />
<br />
Wie hat er Euch, Senora, tief begehrt,<br />
als er mit seinem Blick, der jedem Ding<br />
die Seele ausreisst, dem sich keine verwehrt,<br />
mit seinem Blick voll Gierde Euch umfing!<br />
<br />
Die Pracht des Bluts, das Euern Leib durchschnellt,<br />
erbrannte wundervoll, und Euer Stolz<br />
war so inmitten dieses Brandes gestellt,<br />
dass er - ein Schild aus Stahl - beinah zerschmolz.<br />
<br />
Doch als er dann das samtne, dunkelrote<br />
Stickkissen schob auf Euern grünen Schoss<br />
und, flüchtig musternd noch die Farbennote,<br />
<br />
den Pinsel fiebernd packte, fingt Ihr blos<br />
ein reines Lächeln auf, das schon verschwebte<br />
und drin nichts als der Dank für Schönheit bebte. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hoffmann, Camill: Besitz]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30303</link>
			<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 06:13:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30303</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Camill Hoffmann</span><br />
1878 - 1944<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Besitz</span><br />
<br />
Gleich einer Vase, wundersam geschweift,<br />
zerbrechlich zart und golden, überhaucht,<br />
halt ich dein Los in Händen, kaum gereift,<br />
wie es mir zufiel, früh und unverbraucht.<br />
<br />
In solchem köstlichen Besitz ergreift<br />
mich banger Zweifel, der aus Tiefen taucht, -<br />
aus fremder Welt ein dunkler Odem streift<br />
die Liebesfackel, die auflodernd raucht.<br />
<br />
Du bist geschaffen, nur um Blütenglanz<br />
zu tragen und in warmem Licht zu sein,<br />
so wie ich Träume und die Unruh trag';<br />
<br />
doch rundet sich geheim der Jahre Kranz, -<br />
und werd' ich immerdar im Sonnenschein<br />
dich halten können wie an diesem Tag?<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Camill Hoffmann</span><br />
1878 - 1944<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Besitz</span><br />
<br />
Gleich einer Vase, wundersam geschweift,<br />
zerbrechlich zart und golden, überhaucht,<br />
halt ich dein Los in Händen, kaum gereift,<br />
wie es mir zufiel, früh und unverbraucht.<br />
<br />
In solchem köstlichen Besitz ergreift<br />
mich banger Zweifel, der aus Tiefen taucht, -<br />
aus fremder Welt ein dunkler Odem streift<br />
die Liebesfackel, die auflodernd raucht.<br />
<br />
Du bist geschaffen, nur um Blütenglanz<br />
zu tragen und in warmem Licht zu sein,<br />
so wie ich Träume und die Unruh trag';<br />
<br />
doch rundet sich geheim der Jahre Kranz, -<br />
und werd' ich immerdar im Sonnenschein<br />
dich halten können wie an diesem Tag?<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Henckell, Karl: Alle und eine]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30299</link>
			<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 06:12:39 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30299</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Henckell</span><br />
1864 - 1929<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Alle und eine</span><br />
<br />
Wie spreitet ihren wundervollen Fächer<br />
Ringsum Natur in schönen Frauen aus!<br />
Wie hebt sie hoch den schaumgekrönten Becher<br />
Und lockt im Glanz des weichen Gliederbaus!<br />
<br />
Wer wehrte schroff, ein armer Würdeschächer,<br />
So reicher Anmut schwellendem Blütenstrauß<br />
Und winkte nicht, ein schönheitsdurstiger Zecher,<br />
Den Spenderinnen süßen Himmelstaus!<br />
<br />
Ich lasse leuchtend, so in Lust wie Leiden,<br />
Auf solchem Anger meine Augen weiden<br />
Und weiß den Blumen Dank für ihre Pracht.<br />
<br />
Ja, eine Lilie hab ich auserlesen,<br />
Die mich durch lieblich, kindesselig Wesen<br />
Zum Hüter ihres reinen Kelches macht. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Henckell</span><br />
1864 - 1929<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Alle und eine</span><br />
<br />
Wie spreitet ihren wundervollen Fächer<br />
Ringsum Natur in schönen Frauen aus!<br />
Wie hebt sie hoch den schaumgekrönten Becher<br />
Und lockt im Glanz des weichen Gliederbaus!<br />
<br />
Wer wehrte schroff, ein armer Würdeschächer,<br />
So reicher Anmut schwellendem Blütenstrauß<br />
Und winkte nicht, ein schönheitsdurstiger Zecher,<br />
Den Spenderinnen süßen Himmelstaus!<br />
<br />
Ich lasse leuchtend, so in Lust wie Leiden,<br />
Auf solchem Anger meine Augen weiden<br />
Und weiß den Blumen Dank für ihre Pracht.<br />
<br />
Ja, eine Lilie hab ich auserlesen,<br />
Die mich durch lieblich, kindesselig Wesen<br />
Zum Hüter ihres reinen Kelches macht. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Henckell, Karl: Zwischen Heidelbeeren]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30298</link>
			<pubDate>Sat, 02 Aug 2025 02:27:03 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30298</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Henckell</span><br />
1864 - 1929<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Heidelbeeren</span><br />
<br />
So zwischen Heidelbeeren, breiten Farren<br />
Zu schlendern – mal ein Büschlein leergepflückt -<br />
Mitunter hört man einen Wagen knarren,<br />
Der langsam durch den Hohlweg näher rückt …<br />
<br />
Ein heller Ruf, daß wir einander harren!<br />
Du bist noch tief aufs Beerenfeld gebückt,<br />
Ich lasse meinen Blick ins Blaue starren.<br />
Dann schau ich, wie der rote Mohn dir schmückt<br />
<br />
Den Sommersonnenhut zum weißen Kleide.<br />
Dein stilles Lächeln beut mir Augenweide,<br />
Das in sich selber also selig scheint.<br />
<br />
Säh ich dich jetzt zum erstenmal im Leben,<br />
Ich würde wieder dir das Zeichen geben,<br />
Das durch der Minne Not zwei Herzen eint. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Henckell</span><br />
1864 - 1929<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Heidelbeeren</span><br />
<br />
So zwischen Heidelbeeren, breiten Farren<br />
Zu schlendern – mal ein Büschlein leergepflückt -<br />
Mitunter hört man einen Wagen knarren,<br />
Der langsam durch den Hohlweg näher rückt …<br />
<br />
Ein heller Ruf, daß wir einander harren!<br />
Du bist noch tief aufs Beerenfeld gebückt,<br />
Ich lasse meinen Blick ins Blaue starren.<br />
Dann schau ich, wie der rote Mohn dir schmückt<br />
<br />
Den Sommersonnenhut zum weißen Kleide.<br />
Dein stilles Lächeln beut mir Augenweide,<br />
Das in sich selber also selig scheint.<br />
<br />
Säh ich dich jetzt zum erstenmal im Leben,<br />
Ich würde wieder dir das Zeichen geben,<br />
Das durch der Minne Not zwei Herzen eint. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Henckell, Karl: Der Augenblick]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30297</link>
			<pubDate>Thu, 31 Jul 2025 07:56:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30297</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Henckell</span><br />
1864 - 1929<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Augenblick</span><br />
<br />
Du schaust mich an mit immer neuem Blicke,<br />
Und süßer Schauer zittert durch den Raum,<br />
Weil ich die Blüte der Minute pflücke<br />
Und trinke deines Herzens Sehnsuchtstraum.<br />
<br />
Unsichtbar baut sich eine Zauberbrücke,<br />
Darunter sprüht des Lebens Wellenschaum -<br />
Und wie berauscht von raschem Kelchesglücke<br />
Streift uns des zarten Falters Flügelsaum.<br />
<br />
Der Augenblick erweckt die Wundermäre<br />
Der unvergänglichen Erneuerung,<br />
Wie wenn der Saft der Jugend ewig gäre.<br />
<br />
Gefühl, der Renner, nimmt mit leichtem Sprung<br />
Die nichtige Kluft von Gestern und von Heute -<br />
Leis lachend klingt ein gläserzart Geläute.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Henckell</span><br />
1864 - 1929<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Augenblick</span><br />
<br />
Du schaust mich an mit immer neuem Blicke,<br />
Und süßer Schauer zittert durch den Raum,<br />
Weil ich die Blüte der Minute pflücke<br />
Und trinke deines Herzens Sehnsuchtstraum.<br />
<br />
Unsichtbar baut sich eine Zauberbrücke,<br />
Darunter sprüht des Lebens Wellenschaum -<br />
Und wie berauscht von raschem Kelchesglücke<br />
Streift uns des zarten Falters Flügelsaum.<br />
<br />
Der Augenblick erweckt die Wundermäre<br />
Der unvergänglichen Erneuerung,<br />
Wie wenn der Saft der Jugend ewig gäre.<br />
<br />
Gefühl, der Renner, nimmt mit leichtem Sprung<br />
Die nichtige Kluft von Gestern und von Heute -<br />
Leis lachend klingt ein gläserzart Geläute.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hub, Ignaz: Was ist ein Himmel für der Liebe Glück?]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30256</link>
			<pubDate>Sun, 29 Jun 2025 09:45:37 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30256</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ignaz Hub  </span>                              <br />
1810 - 1880<br />
<br />
<br />
Was ist ein Himmel für der Liebe Glück?<br />
Der Schöpfung unerreichbar Weltgetriebe<br />
Umkreist mit Zaubermacht die süße Liebe;<br />
Das weite All sonnt sich in ihrem Blick.<br />
<br />
Wer bebte je vor ihrer Macht zurück?<br />
Sie hellet uns das Leben, ernst und trübe,<br />
Zerreißt der kranken Sorgen Dornensiebe,<br />
Und schrecket selbst das eiserne Geschick.<br />
<br />
O laßt sie lieben mit dem reinen Herzen,<br />
Laßt ihn das Mädchen seiner Liebe herzen,<br />
Und zum Accord verschmelzen, zu dem Einen.<br />
<br />
Und wie Gedanken sich umarmen und vereinen,<br />
Und Sympathie sich theilt in Lust und Schmerzen,<br />
Im heißen Kuß die Freudenperlen weinen!<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ignaz Hub  </span>                              <br />
1810 - 1880<br />
<br />
<br />
Was ist ein Himmel für der Liebe Glück?<br />
Der Schöpfung unerreichbar Weltgetriebe<br />
Umkreist mit Zaubermacht die süße Liebe;<br />
Das weite All sonnt sich in ihrem Blick.<br />
<br />
Wer bebte je vor ihrer Macht zurück?<br />
Sie hellet uns das Leben, ernst und trübe,<br />
Zerreißt der kranken Sorgen Dornensiebe,<br />
Und schrecket selbst das eiserne Geschick.<br />
<br />
O laßt sie lieben mit dem reinen Herzen,<br />
Laßt ihn das Mädchen seiner Liebe herzen,<br />
Und zum Accord verschmelzen, zu dem Einen.<br />
<br />
Und wie Gedanken sich umarmen und vereinen,<br />
Und Sympathie sich theilt in Lust und Schmerzen,<br />
Im heißen Kuß die Freudenperlen weinen!<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hoefer, Edmund: Die Nacht hält Hof]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30089</link>
			<pubDate>Sun, 18 May 2025 00:14:42 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30089</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Edmund Hoefer</span><br />
1819 - 1882<br />
<br />
<br />
Die Nacht hält Hof. Heut wird das Fest begangen,<br />
Wie's nie so reich, so prächtig nie entglommen,<br />
Nie kam der Mond so stolz daher geschwommen,<br />
Nie mochten also je die Sterne prangen;<br />
<br />
Die Blumen alle stehn mit süßem Bangen,<br />
Die Nachtigallen schlagen lustbeklommen, -<br />
Und allen Gästen spricht ihr froh Willkommen<br />
Die milde Nacht, die Herrin huldumfangen.<br />
<br />
Da steh' ich nun und schaue mit Entzücken<br />
In dies allmächt'ge ewig gleiche Regen,<br />
Das sich so neu erschlossen meinen Blicken.<br />
<br />
Denn jezt erst glaub' und fühl' ich's allerwegen,<br />
Wie tausend Siegel auf die Sinne drücken,<br />
Bis unser Herz erweckt der Liebe Segen. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Edmund Hoefer</span><br />
1819 - 1882<br />
<br />
<br />
Die Nacht hält Hof. Heut wird das Fest begangen,<br />
Wie's nie so reich, so prächtig nie entglommen,<br />
Nie kam der Mond so stolz daher geschwommen,<br />
Nie mochten also je die Sterne prangen;<br />
<br />
Die Blumen alle stehn mit süßem Bangen,<br />
Die Nachtigallen schlagen lustbeklommen, -<br />
Und allen Gästen spricht ihr froh Willkommen<br />
Die milde Nacht, die Herrin huldumfangen.<br />
<br />
Da steh' ich nun und schaue mit Entzücken<br />
In dies allmächt'ge ewig gleiche Regen,<br />
Das sich so neu erschlossen meinen Blicken.<br />
<br />
Denn jezt erst glaub' und fühl' ich's allerwegen,<br />
Wie tausend Siegel auf die Sinne drücken,<br />
Bis unser Herz erweckt der Liebe Segen. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hoefer, Edmund: O du! Dein Name bleibe stets verschwiegen,]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30088</link>
			<pubDate>Fri, 16 May 2025 10:45:37 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30088</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Edmund Hoefer</span><br />
1819 - 1882<br />
<br />
<br />
O du! Dein Name bleibe stets verschwiegen,<br />
Und selbst den Lüftchen will ich ihn nicht sagen!<br />
Das Lüftchen würd' ihn schmeichelnd weiter tragen<br />
Bis Blumen ihn in ihren Kelchen wiegen.<br />
<br />
Da saugt das Bienchen ihn mit durst'gen Zügen<br />
Und summt ihn trunken in die grünen Schragen,<br />
Die Vögel lauschen, und in wenig Tagen<br />
Hört' ich der Menschen Stimmen ihn umschmiegen.<br />
<br />
Laß mir zum Talisman den theuern, lieben<br />
Auf meines Lebens rastlos wilden Zügen,<br />
Vom Schicksal segnend in mein Herz geschrieben!<br />
<br />
Fremd sei er stets den Lippen, die da lügen,<br />
Fremd allen schwachen sünd'gen Erdentrieben! -<br />
O du! Dein Name bleibe stets verschwiegen!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Edmund Hoefer</span><br />
1819 - 1882<br />
<br />
<br />
O du! Dein Name bleibe stets verschwiegen,<br />
Und selbst den Lüftchen will ich ihn nicht sagen!<br />
Das Lüftchen würd' ihn schmeichelnd weiter tragen<br />
Bis Blumen ihn in ihren Kelchen wiegen.<br />
<br />
Da saugt das Bienchen ihn mit durst'gen Zügen<br />
Und summt ihn trunken in die grünen Schragen,<br />
Die Vögel lauschen, und in wenig Tagen<br />
Hört' ich der Menschen Stimmen ihn umschmiegen.<br />
<br />
Laß mir zum Talisman den theuern, lieben<br />
Auf meines Lebens rastlos wilden Zügen,<br />
Vom Schicksal segnend in mein Herz geschrieben!<br />
<br />
Fremd sei er stets den Lippen, die da lügen,<br />
Fremd allen schwachen sünd'gen Erdentrieben! -<br />
O du! Dein Name bleibe stets verschwiegen!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
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