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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Autoren F]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 02:58:09 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Franke-Oehl, Ilse: Symphonie]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30639</link>
			<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 07:08:59 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30639</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ilse Franke-Oehl</span><br />
1881 - 1938<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Symphonie</span><br />
<br />
Des Abends Scharlachzügel schleift im Weiher.<br />
Das Schilf biegt sich ihm nach und lauscht und späht.<br />
Mit weichem Flügelschlage streift ein Reiher<br />
Den Wolkenhengst, der über Wipfeln geht.<br />
<br />
Die ganze Welt verschmilzt in stiller Feier,<br />
Und jeder Lebenshauch wird ein Gebet.<br />
Nun wird auch endlich meine Seele freier<br />
Und sucht das Lied, das nur dein Herz versteht.<br />
<br />
Es schwingt sich sehnsuchtsstark durch Rohr und Ried<br />
Und durch den lichtbetropften Birkenhain,<br />
Müd' wie ein Vogel, der zum Neste flieht.<br />
<br />
Es will von dir allein empfangen sein,<br />
Für dich ersann ich unsrer Liebe Lied,<br />
Und ist mir doch: die ganze Welt stimmt ein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ilse Franke-Oehl</span><br />
1881 - 1938<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Symphonie</span><br />
<br />
Des Abends Scharlachzügel schleift im Weiher.<br />
Das Schilf biegt sich ihm nach und lauscht und späht.<br />
Mit weichem Flügelschlage streift ein Reiher<br />
Den Wolkenhengst, der über Wipfeln geht.<br />
<br />
Die ganze Welt verschmilzt in stiller Feier,<br />
Und jeder Lebenshauch wird ein Gebet.<br />
Nun wird auch endlich meine Seele freier<br />
Und sucht das Lied, das nur dein Herz versteht.<br />
<br />
Es schwingt sich sehnsuchtsstark durch Rohr und Ried<br />
Und durch den lichtbetropften Birkenhain,<br />
Müd' wie ein Vogel, der zum Neste flieht.<br />
<br />
Es will von dir allein empfangen sein,<br />
Für dich ersann ich unsrer Liebe Lied,<br />
Und ist mir doch: die ganze Welt stimmt ein.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[François, Maria Clementine: Mein Herz]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30592</link>
			<pubDate>Mon, 01 Sep 2025 07:19:16 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30592</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> Maria Clementine François</span><br />
1823 - 1844<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mein Herz</span><br />
<br />
Nicht immer war mein Herz so kalt und still;<br />
Einst schlug es freudig dieser Welt entgegen.<br />
Viel Blumen pflückte ich auf meinen Wegen;<br />
Die schönsten aber ließ die Liebe blühn.<br />
<br />
Und einen Göttertraum hab' ich durchträumet.<br />
Da plötzlich ward der heit're Himmel trübe:<br />
Verrath vergalt vertrauensvolle Liebe,<br />
Und alle Freudengenien sah ich fliehn.<br />
<br />
Und blutend starb die Liebe, Seufzer haben<br />
In meinem Herzen still sie eingegraben;<br />
Der Todtengruft nun gleicht seitdem mein Herz.<br />
<br />
Und ausgetobt nun hat der wilde Schmerz.<br />
Mit Wehmuth nur kann ich den Leichnam sehn -<br />
Der lebend so entzückend war, so schön! <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> Maria Clementine François</span><br />
1823 - 1844<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mein Herz</span><br />
<br />
Nicht immer war mein Herz so kalt und still;<br />
Einst schlug es freudig dieser Welt entgegen.<br />
Viel Blumen pflückte ich auf meinen Wegen;<br />
Die schönsten aber ließ die Liebe blühn.<br />
<br />
Und einen Göttertraum hab' ich durchträumet.<br />
Da plötzlich ward der heit're Himmel trübe:<br />
Verrath vergalt vertrauensvolle Liebe,<br />
Und alle Freudengenien sah ich fliehn.<br />
<br />
Und blutend starb die Liebe, Seufzer haben<br />
In meinem Herzen still sie eingegraben;<br />
Der Todtengruft nun gleicht seitdem mein Herz.<br />
<br />
Und ausgetobt nun hat der wilde Schmerz.<br />
Mit Wehmuth nur kann ich den Leichnam sehn -<br />
Der lebend so entzückend war, so schön! <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Franz, Agnes: Rosenperlen]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30586</link>
			<pubDate>Tue, 26 Aug 2025 07:32:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30586</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Agnes Franz</span><br />
1794 - 1843<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Rosenperlen</span><br />
<br />
In schönen Tagen sah' ich euch erblühen,<br />
Ihr Rosen jener reichgeschmückten Flur!<br />
Jetzt wahr' ich euch als schwarze Perlenschnur,*<br />
Doch kann der süße Duft euch nicht entfliehen.<br />
<br />
So war mir einst ein süßes Glück geliehen;<br />
Es schwand, jedoch den äußern Sinnen nur.<br />
Sein inn'res Seyn war göttlicher Natur,<br />
Und durfte mit dem Lenze nicht verblühen.<br />
<br />
Wie aus der Rose Staub ein Geist erwacht,<br />
Deß süßer Hauch den Lenz weit überdauert:<br />
So die Erinn'rung aus dem Grab der Zeiten.<br />
<br />
Unsterblich ist der Liebe heil'ge Macht;<br />
Sie beut, wenn Trennung uns und Tod umschauert,<br />
Noch einen Quell von stillen Seligkeiten.<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Agnes Franz</span><br />
1794 - 1843<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Rosenperlen</span><br />
<br />
In schönen Tagen sah' ich euch erblühen,<br />
Ihr Rosen jener reichgeschmückten Flur!<br />
Jetzt wahr' ich euch als schwarze Perlenschnur,*<br />
Doch kann der süße Duft euch nicht entfliehen.<br />
<br />
So war mir einst ein süßes Glück geliehen;<br />
Es schwand, jedoch den äußern Sinnen nur.<br />
Sein inn'res Seyn war göttlicher Natur,<br />
Und durfte mit dem Lenze nicht verblühen.<br />
<br />
Wie aus der Rose Staub ein Geist erwacht,<br />
Deß süßer Hauch den Lenz weit überdauert:<br />
So die Erinn'rung aus dem Grab der Zeiten.<br />
<br />
Unsterblich ist der Liebe heil'ge Macht;<br />
Sie beut, wenn Trennung uns und Tod umschauert,<br />
Noch einen Quell von stillen Seligkeiten.<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Franz, Agnes: Irdische und himmlische Liebe]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30585</link>
			<pubDate>Wed, 20 Aug 2025 06:26:38 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30585</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Agnes Franz</span><br />
1794 - 1843<br />
<br />
<br />
Bei Gerhard von Kügelchens Zeichnung:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Irdische und himmlische Liebe</span><br />
<br />
Hoch der Fackel dunkle Gluth geschwungen,<br />
Die des Siegers luft'ge Bahn erhellt:<br />
Senket sich zu frohen Huldigungen<br />
Eros auf die hochentzückte Welt.<br />
<br />
Doch wer nennet mir den stillen Knaben,<br />
Diesem gleich an lieblicher Gestalt?<br />
Doch den Blick so himmlisch, so erhaben,<br />
Fackellos, von reinerm Licht umwallt?<br />
<br />
Immer höher scheint er aufzuschweben,<br />
Uns zu winken zu des Lichtes Räumen,<br />
Still entzückend sel'ger Hoffnung Lust. -<br />
<br />
Hehres Kind, von Strahlen licht umgeben,<br />
Freundlich führst Du aus der Erde Träumen<br />
Heimwärts zu des ew'gen Vaters Brust!<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Agnes Franz</span><br />
1794 - 1843<br />
<br />
<br />
Bei Gerhard von Kügelchens Zeichnung:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Irdische und himmlische Liebe</span><br />
<br />
Hoch der Fackel dunkle Gluth geschwungen,<br />
Die des Siegers luft'ge Bahn erhellt:<br />
Senket sich zu frohen Huldigungen<br />
Eros auf die hochentzückte Welt.<br />
<br />
Doch wer nennet mir den stillen Knaben,<br />
Diesem gleich an lieblicher Gestalt?<br />
Doch den Blick so himmlisch, so erhaben,<br />
Fackellos, von reinerm Licht umwallt?<br />
<br />
Immer höher scheint er aufzuschweben,<br />
Uns zu winken zu des Lichtes Räumen,<br />
Still entzückend sel'ger Hoffnung Lust. -<br />
<br />
Hehres Kind, von Strahlen licht umgeben,<br />
Freundlich führst Du aus der Erde Träumen<br />
Heimwärts zu des ew'gen Vaters Brust!<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Foy, Karl: Von deines Wesens namenloser Schöne]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30283</link>
			<pubDate>Fri, 25 Jul 2025 06:55:01 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30283</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Foy</span><br />
1856 - 1907<br />
<br />
<br />
Von deines Wesens namenloser Schöne<br />
Hab' ich der süssen Sinnlichkeit vergessen.<br />
Voll Andacht bin ich stumm vor dir gesessen,<br />
Auf dass die Form mein doppelt Ich versöhne.<br />
<br />
Mir war, als ob ein Engel unterdessen<br />
Mein Haupt mit hellem Siegesschmucke kröne.<br />
Kein heiss'rer Trieb soll mir der Sehnsucht Töne,<br />
Soll mir der Seufzer Hauch hinfort entpressen!<br />
<br />
In dir befreite Schönheit sich vom Leibe,<br />
Dein Anblick löst mich aus der Sinne Schranken;<br />
Dass ich des Geistes Schiff zur Höhe treibe,<br />
<br />
Und ob auch Sternenuhr und Compass schwanken,<br />
Du zeigst mir, wie ich in der Richte bleibe,<br />
Das grosse Meer durchfahrend der Gedanken.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Foy</span><br />
1856 - 1907<br />
<br />
<br />
Von deines Wesens namenloser Schöne<br />
Hab' ich der süssen Sinnlichkeit vergessen.<br />
Voll Andacht bin ich stumm vor dir gesessen,<br />
Auf dass die Form mein doppelt Ich versöhne.<br />
<br />
Mir war, als ob ein Engel unterdessen<br />
Mein Haupt mit hellem Siegesschmucke kröne.<br />
Kein heiss'rer Trieb soll mir der Sehnsucht Töne,<br />
Soll mir der Seufzer Hauch hinfort entpressen!<br />
<br />
In dir befreite Schönheit sich vom Leibe,<br />
Dein Anblick löst mich aus der Sinne Schranken;<br />
Dass ich des Geistes Schiff zur Höhe treibe,<br />
<br />
Und ob auch Sternenuhr und Compass schwanken,<br />
Du zeigst mir, wie ich in der Richte bleibe,<br />
Das grosse Meer durchfahrend der Gedanken.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Foy, Karl: Du Wunderbau, den ich in Wonne ehre,]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30282</link>
			<pubDate>Mon, 21 Jul 2025 08:19:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30282</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Foy</span><br />
1856 - 1907<br />
<br />
<br />
Du Wunderbau, den ich in Wonne ehre,<br />
Von zarter Linien Zaubernetz umschlungen,<br />
Du schlanker Leib, dem Staube abgerungen,<br />
Wie löst du meinen Geist aus seiner Schwere!<br />
<br />
Mir ist, ich wachte auf aus Dämmerungen,<br />
Wie Nebel fliehn der Grübeleien Heere.<br />
Enthüllte Schönheit! Weisheit ohne Lehre!<br />
Wie hast du Gier und Gram in mir bezwungen.<br />
<br />
Wie könnt' ich kleinlich sein in deiner Nähe?<br />
Vollendung wohnt bei dir in allen Zügen<br />
Wie nirgends sonst, wohin ich immer spähe.<br />
<br />
Noch muss dein blosser Anblick mir genügen.<br />
Doch dann, o dann? Ja, wer die Zukunft sähe!<br />
Verstumme, Herz, und lerne dich zu fügen! <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Foy</span><br />
1856 - 1907<br />
<br />
<br />
Du Wunderbau, den ich in Wonne ehre,<br />
Von zarter Linien Zaubernetz umschlungen,<br />
Du schlanker Leib, dem Staube abgerungen,<br />
Wie löst du meinen Geist aus seiner Schwere!<br />
<br />
Mir ist, ich wachte auf aus Dämmerungen,<br />
Wie Nebel fliehn der Grübeleien Heere.<br />
Enthüllte Schönheit! Weisheit ohne Lehre!<br />
Wie hast du Gier und Gram in mir bezwungen.<br />
<br />
Wie könnt' ich kleinlich sein in deiner Nähe?<br />
Vollendung wohnt bei dir in allen Zügen<br />
Wie nirgends sonst, wohin ich immer spähe.<br />
<br />
Noch muss dein blosser Anblick mir genügen.<br />
Doch dann, o dann? Ja, wer die Zukunft sähe!<br />
Verstumme, Herz, und lerne dich zu fügen! <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fulda, Ludwig: Wie Morgenglut nach schweren Dämmerungen]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30285</link>
			<pubDate>Fri, 18 Jul 2025 22:46:06 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30285</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Fulda</span><br />
1862 - 1939<br />
<br />
<br />
Wie Morgenglut nach schweren Dämmerungen<br />
Bist du heraufgeschwebt verklärend, blendend,<br />
Den wärmsten Strahl in meine Brust entsendend,<br />
Daß ihr erprobter Panzer jäh zersprungen.<br />
<br />
Wer bist du, sprich! Wie nennst du dich? Verklungen,<br />
Wie Schellenton dem Ohre sich entwendend,<br />
Ist mir die Welt, da neue Welten spendend<br />
Dein rauschend Wecklied in mein Ohr gedrungen.<br />
<br />
Wer bist du? Nenne mir den Göttersaal,<br />
Der dich gehegt, die lautre Himmelsphäre,<br />
Aus der du kamst die Wunder zu entsiegeln!<br />
<br />
Ich frag' umsonst. Du ahnest nicht einmal,<br />
Daß diese Welt unendlich ärmer wäre,<br />
Wenn deine Augen fehlten, sie zu spiegeln. <br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Fulda</span><br />
1862 - 1939<br />
<br />
<br />
Wie Morgenglut nach schweren Dämmerungen<br />
Bist du heraufgeschwebt verklärend, blendend,<br />
Den wärmsten Strahl in meine Brust entsendend,<br />
Daß ihr erprobter Panzer jäh zersprungen.<br />
<br />
Wer bist du, sprich! Wie nennst du dich? Verklungen,<br />
Wie Schellenton dem Ohre sich entwendend,<br />
Ist mir die Welt, da neue Welten spendend<br />
Dein rauschend Wecklied in mein Ohr gedrungen.<br />
<br />
Wer bist du? Nenne mir den Göttersaal,<br />
Der dich gehegt, die lautre Himmelsphäre,<br />
Aus der du kamst die Wunder zu entsiegeln!<br />
<br />
Ich frag' umsonst. Du ahnest nicht einmal,<br />
Daß diese Welt unendlich ärmer wäre,<br />
Wenn deine Augen fehlten, sie zu spiegeln. <br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Foy, Karl: Entgangen mitten aus des Tags Gemeinheit,]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30281</link>
			<pubDate>Fri, 18 Jul 2025 22:45:06 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30281</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Foy</span><br />
1856 - 1907<br />
<br />
<br />
Entgangen mitten aus des Tags Gemeinheit,<br />
Geborgen, wo uns keine Lauscher stören,<br />
Lass mich dir wieder glühend angehören,<br />
Und wieder weihe mich durch deine Reinheit!<br />
<br />
Gedanken ruht, die mir den Geist empören!<br />
Vergessen sei der engen Herzen Kleinheit!<br />
Hier labt mich formverklärter Wunder Feinheit,<br />
Die ewig reizen, aber nie bethören.<br />
<br />
In dich ein Blick kann Sonnenschein mir geben,<br />
Wenn mich die Sorgen schon umnachten wollen,<br />
Die dräuend oft dies junge Haupt umschweben;<br />
<br />
Des Wahnsinns Boten selbst, die Grauenvollen,<br />
Sie mussten sich enttäuscht von dannen heben<br />
Und schonten mein, um machtlos dir zu grollen. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Foy</span><br />
1856 - 1907<br />
<br />
<br />
Entgangen mitten aus des Tags Gemeinheit,<br />
Geborgen, wo uns keine Lauscher stören,<br />
Lass mich dir wieder glühend angehören,<br />
Und wieder weihe mich durch deine Reinheit!<br />
<br />
Gedanken ruht, die mir den Geist empören!<br />
Vergessen sei der engen Herzen Kleinheit!<br />
Hier labt mich formverklärter Wunder Feinheit,<br />
Die ewig reizen, aber nie bethören.<br />
<br />
In dich ein Blick kann Sonnenschein mir geben,<br />
Wenn mich die Sorgen schon umnachten wollen,<br />
Die dräuend oft dies junge Haupt umschweben;<br />
<br />
Des Wahnsinns Boten selbst, die Grauenvollen,<br />
Sie mussten sich enttäuscht von dannen heben<br />
Und schonten mein, um machtlos dir zu grollen. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fulda, Ludwig: Hochzeitsreise]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30284</link>
			<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 06:53:34 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30284</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Fulda</span><br />
1862 - 1939<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hochzeitsreise</span><br />
(Akrostichon)<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">H</span>eut schaust du selber, was ich oft dir pries:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">O</span>elwälder, die mit blauen Wellen kosen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">C</span>ypressen, Palmen und ein Meer von Rosen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">H</span>errlich vereint zum ird'schen Paradies,<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Z</span>um Wundergarten, den ein Gott uns wies,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">E</span>ntrückt dem Frost und rauher Stürme Tosen.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I</span>n goldner Schrift dem Blick, dem fassungslosen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">T</span>hut sich ein Märchen auf; o komm und lies:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">S</span>chau tief ins Zauberbuch, das aufgeschlagen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">R</span>otglühend liegt vor deinem jungen Sinn;<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">E</span>s wird dir mehr als Menschenlippen sagen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I</span>ch find' es ja, seit ich der Deine bin,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">S</span>o schön wie nimmer in vergangnen Tagen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">E</span>rneut durch dich, geliebte Zauberin.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Fulda</span><br />
1862 - 1939<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hochzeitsreise</span><br />
(Akrostichon)<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">H</span>eut schaust du selber, was ich oft dir pries:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">O</span>elwälder, die mit blauen Wellen kosen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">C</span>ypressen, Palmen und ein Meer von Rosen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">H</span>errlich vereint zum ird'schen Paradies,<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Z</span>um Wundergarten, den ein Gott uns wies,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">E</span>ntrückt dem Frost und rauher Stürme Tosen.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I</span>n goldner Schrift dem Blick, dem fassungslosen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">T</span>hut sich ein Märchen auf; o komm und lies:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">S</span>chau tief ins Zauberbuch, das aufgeschlagen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">R</span>otglühend liegt vor deinem jungen Sinn;<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">E</span>s wird dir mehr als Menschenlippen sagen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I</span>ch find' es ja, seit ich der Deine bin,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">S</span>o schön wie nimmer in vergangnen Tagen,<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">E</span>rneut durch dich, geliebte Zauberin.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Foy, Karl: Geschwätzig schwirrt die bunte Brut der Meisen]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30280</link>
			<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 06:52:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30280</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Foy</span><br />
1856 - 1907<br />
<br />
<br />
Geschwätzig schwirrt die bunte Brut der Meisen<br />
Von Blatt zu Blatt im dichten Zaun des Hages,<br />
Doch ruhig, königlichen Flügelschlages,<br />
In klarer Sonne liebt der Aar zu kreisen.<br />
<br />
Die schaumentsprossnen Freuden des Gelages<br />
Mag wohl ein bunt gefällig Liedchen preisen,<br />
Doch Schönheit fordert ernste grosse Weisen.<br />
Vor ihr verstummt das kleine Lied des Tages.<br />
<br />
Ach! wer bin ich, dass ich die echten Töne<br />
Aus seligem Gefild herniederzwänge<br />
Und dich, du holder Abgrund solcher Schöne,<br />
<br />
In nie veraltendem Gesang besänge?<br />
Begehre nicht, dass dich mein Lob verhöhne!<br />
Nimm stumme Liebe statt verworrner Klänge! <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Foy</span><br />
1856 - 1907<br />
<br />
<br />
Geschwätzig schwirrt die bunte Brut der Meisen<br />
Von Blatt zu Blatt im dichten Zaun des Hages,<br />
Doch ruhig, königlichen Flügelschlages,<br />
In klarer Sonne liebt der Aar zu kreisen.<br />
<br />
Die schaumentsprossnen Freuden des Gelages<br />
Mag wohl ein bunt gefällig Liedchen preisen,<br />
Doch Schönheit fordert ernste grosse Weisen.<br />
Vor ihr verstummt das kleine Lied des Tages.<br />
<br />
Ach! wer bin ich, dass ich die echten Töne<br />
Aus seligem Gefild herniederzwänge<br />
Und dich, du holder Abgrund solcher Schöne,<br />
<br />
In nie veraltendem Gesang besänge?<br />
Begehre nicht, dass dich mein Lob verhöhne!<br />
Nimm stumme Liebe statt verworrner Klänge! <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Franz, Agnes: Die gefesselte Psyche]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30584</link>
			<pubDate>Fri, 23 Aug 2024 06:59:28 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30584</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Agnes Franz</span><br />
1794 - 1843<br />
<br />
<br />
Bei Gerhard von Kügelchens Gemälde:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die gefesselte Psyche</span><br />
<br />
Was sinn't die Stirn in heiliger Verklärung?<br />
Sehnt nach der Götterheimath fernem Glück,<br />
Nach ew'ger Liebe seliger Gewährung<br />
Sich Dein entzückter, sehnsuchtsvoller Blick?<br />
<br />
Berührt von höher'm, wärmern Sonnenstrahle<br />
Langst Du empor zur lichten Himmelswelt,<br />
Hinweg Dich sehnend von dem dunklen Thale<br />
An dem Dich streng die Erdenfessel hält.<br />
<br />
Die bunten Fitt'ge regen sich, und streben<br />
Verlangend auf, das gold'ne Licht zu grüßen,<br />
Wie Blumen dürsten nach dem Strahl der Sonne;<br />
<br />
Doch angehörend noch dem Erdenleben<br />
Darf nur der Traum die reine Stirn Dir küssen,<br />
Und Ahnung heißt der Blicke stumme Wonne.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Agnes Franz</span><br />
1794 - 1843<br />
<br />
<br />
Bei Gerhard von Kügelchens Gemälde:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die gefesselte Psyche</span><br />
<br />
Was sinn't die Stirn in heiliger Verklärung?<br />
Sehnt nach der Götterheimath fernem Glück,<br />
Nach ew'ger Liebe seliger Gewährung<br />
Sich Dein entzückter, sehnsuchtsvoller Blick?<br />
<br />
Berührt von höher'm, wärmern Sonnenstrahle<br />
Langst Du empor zur lichten Himmelswelt,<br />
Hinweg Dich sehnend von dem dunklen Thale<br />
An dem Dich streng die Erdenfessel hält.<br />
<br />
Die bunten Fitt'ge regen sich, und streben<br />
Verlangend auf, das gold'ne Licht zu grüßen,<br />
Wie Blumen dürsten nach dem Strahl der Sonne;<br />
<br />
Doch angehörend noch dem Erdenleben<br />
Darf nur der Traum die reine Stirn Dir küssen,<br />
Und Ahnung heißt der Blicke stumme Wonne.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fischer, Johann Georg: Verschiedene Freunde]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30071</link>
			<pubDate>Mon, 19 Aug 2024 06:57:15 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30071</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Johann Georg Fischer</span><br />
1816 - 1897<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Verschiedene Freunde</span><br />
<br />
Aus allen Frauen muß ich dich erheben,<br />
Auf allen Wegen suchen muß ich dich,<br />
Den einen Ort nur hat die Welt für mich,<br />
Wo ich dich weilen denken darf und weben.<br />
<br />
Und wie ein Schutzgeist möcht' ich dich umgeben,<br />
Du, deren einz'gem Bild noch keine glich,<br />
Die Seele dürstet, dir zu opfern sich,<br />
Und kann es dich beglücken - nimm mein Leben.<br />
<br />
Doch wehe, wenn dein Herz mich lächelnd schreibt<br />
Zu jenem Troß, dem täglichen, gemeinen,<br />
Der liebt, so lang der Jugend Sterne scheinen,<br />
<br />
Der, wo die Treue glüht im Mannesherzen,<br />
Sich selbst bespiegelt in erborgten Scherzen<br />
Und nie die Schönheit ahnte, welche bleibt.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Johann Georg Fischer</span><br />
1816 - 1897<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Verschiedene Freunde</span><br />
<br />
Aus allen Frauen muß ich dich erheben,<br />
Auf allen Wegen suchen muß ich dich,<br />
Den einen Ort nur hat die Welt für mich,<br />
Wo ich dich weilen denken darf und weben.<br />
<br />
Und wie ein Schutzgeist möcht' ich dich umgeben,<br />
Du, deren einz'gem Bild noch keine glich,<br />
Die Seele dürstet, dir zu opfern sich,<br />
Und kann es dich beglücken - nimm mein Leben.<br />
<br />
Doch wehe, wenn dein Herz mich lächelnd schreibt<br />
Zu jenem Troß, dem täglichen, gemeinen,<br />
Der liebt, so lang der Jugend Sterne scheinen,<br />
<br />
Der, wo die Treue glüht im Mannesherzen,<br />
Sich selbst bespiegelt in erborgten Scherzen<br />
Und nie die Schönheit ahnte, welche bleibt.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Franzos, Karl Emil: Camilla]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30073</link>
			<pubDate>Sat, 17 Aug 2024 07:01:35 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30073</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Emil Franzos</span><br />
1848 - 1904 <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Camilla</span><br />
<br />
Nun hab' ich endlich dir ins Herz geschaut,<br />
Ins arme dunkle Herz ... Als gestern wieder<br />
Des Mondes liebes Licht herabgethaut,<br />
Trieb's mich zu dir ... Am Gitter sank ich nieder<br />
<br />
Und spähte stumm ... Der Springquell rauschte laut,<br />
Eintönig sang der Nachtwind seine Lieder,<br />
Und durch die Lorbeerbüsche grüssten traut<br />
In mattem Glanz der Musen Marmorglieder.<br />
<br />
Da sah ich, wie sich Eine jäh bewegte ...<br />
Schier brach mir aus der Brust ein angstvoll Rufen,<br />
Ich sah, wie's schmerzlich sich im Antlitz regte,<br />
<br />
Im stolzen, marmorschönen, marmorreinen ...<br />
Du warst's - und niedersankst du auf die Stufen,<br />
Und durch die Nacht erklang dein leises Weinen ...<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Emil Franzos</span><br />
1848 - 1904 <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Camilla</span><br />
<br />
Nun hab' ich endlich dir ins Herz geschaut,<br />
Ins arme dunkle Herz ... Als gestern wieder<br />
Des Mondes liebes Licht herabgethaut,<br />
Trieb's mich zu dir ... Am Gitter sank ich nieder<br />
<br />
Und spähte stumm ... Der Springquell rauschte laut,<br />
Eintönig sang der Nachtwind seine Lieder,<br />
Und durch die Lorbeerbüsche grüssten traut<br />
In mattem Glanz der Musen Marmorglieder.<br />
<br />
Da sah ich, wie sich Eine jäh bewegte ...<br />
Schier brach mir aus der Brust ein angstvoll Rufen,<br />
Ich sah, wie's schmerzlich sich im Antlitz regte,<br />
<br />
Im stolzen, marmorschönen, marmorreinen ...<br />
Du warst's - und niedersankst du auf die Stufen,<br />
Und durch die Nacht erklang dein leises Weinen ...<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Franzos, Karl Emil: Grabschrift]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30072</link>
			<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 06:15:11 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30072</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Emil Franzos</span><br />
1848 - 1904 <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Grabschrift</span><br />
<br />
Die hier begraben liegt - die Leidenschaft,<br />
Sie war das heiße Fassen und Vermählen,<br />
Das Ineinanderflammen zweier Seelen,<br />
Die gleich an Stolz und Schmerz, an Lieb und Kraft.<br />
<br />
Sie hatten ihren Fesseln sich entrafft,<br />
Um müd' vom Kampf, von peinlichen Verfehlen,<br />
Im Liebesflammenbade sich zu stählen,<br />
Doch eines blieb und hielt sie eng in Haft:<br />
<br />
Die Reue blieb - die Reue trennte sie -<br />
Wer Schuld mittrinkt, will er an Lieb' sich laben,<br />
Der wird berauscht, doch glücklich wird er nie.<br />
<br />
O Leser, neige stumm Dein Haupt und übe<br />
Mitleid an all dem Weh, das hier begraben! ...<br />
Das sei das Epitaphium unsrer Liebe. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Emil Franzos</span><br />
1848 - 1904 <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Grabschrift</span><br />
<br />
Die hier begraben liegt - die Leidenschaft,<br />
Sie war das heiße Fassen und Vermählen,<br />
Das Ineinanderflammen zweier Seelen,<br />
Die gleich an Stolz und Schmerz, an Lieb und Kraft.<br />
<br />
Sie hatten ihren Fesseln sich entrafft,<br />
Um müd' vom Kampf, von peinlichen Verfehlen,<br />
Im Liebesflammenbade sich zu stählen,<br />
Doch eines blieb und hielt sie eng in Haft:<br />
<br />
Die Reue blieb - die Reue trennte sie -<br />
Wer Schuld mittrinkt, will er an Lieb' sich laben,<br />
Der wird berauscht, doch glücklich wird er nie.<br />
<br />
O Leser, neige stumm Dein Haupt und übe<br />
Mitleid an all dem Weh, das hier begraben! ...<br />
Das sei das Epitaphium unsrer Liebe. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fischer, Johann Georg: Verloren?]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30070</link>
			<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 06:14:53 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=30070</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Johann Georg Fischer</span><br />
1816 - 1897<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Verloren?</span><br />
<br />
Du, warst es, Du! erst jetzt auf meiner Bahn<br />
War mir vergönnt, die Einzige zu sehen,<br />
Ich jauchzte laut - ich weine zum Vergehen,<br />
Seit wir zu spät uns in das Auge sahn.<br />
<br />
Ich darf mich der Beglückenden nicht nahn,<br />
Und wie ein Fremder muß ich ferne stehen,<br />
Entsagen heißt das blutigste der Wehen,<br />
Und täglich neu klag ich mein Schicksal an.<br />
<br />
Doch lebt nach dieser Zeit ein andres Leben,<br />
Sind dann die Herzen wieder sich verloren,<br />
Die für einander in die Welt geboren?<br />
<br />
Ist nur zur Qual der höchste Wunsch erschaffen?<br />
Dann, Schöpfer, gib auch dem Geschöpf die Waffen,<br />
Solch einem Dasein ew'gen Tod zu geben. (<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Johann Georg Fischer</span><br />
1816 - 1897<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Verloren?</span><br />
<br />
Du, warst es, Du! erst jetzt auf meiner Bahn<br />
War mir vergönnt, die Einzige zu sehen,<br />
Ich jauchzte laut - ich weine zum Vergehen,<br />
Seit wir zu spät uns in das Auge sahn.<br />
<br />
Ich darf mich der Beglückenden nicht nahn,<br />
Und wie ein Fremder muß ich ferne stehen,<br />
Entsagen heißt das blutigste der Wehen,<br />
Und täglich neu klag ich mein Schicksal an.<br />
<br />
Doch lebt nach dieser Zeit ein andres Leben,<br />
Sind dann die Herzen wieder sich verloren,<br />
Die für einander in die Welt geboren?<br />
<br />
Ist nur zur Qual der höchste Wunsch erschaffen?<br />
Dann, Schöpfer, gib auch dem Geschöpf die Waffen,<br />
Solch einem Dasein ew'gen Tod zu geben. (<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
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