<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Neutestamentarisches]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 11:35:11 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Jerusalemer Klatsch]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1853</link>
			<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 09:44:02 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=97">Sonettista</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1853</guid>
			<description><![CDATA[Der Vater war ein Durchschnittsmensch, ein Schreiner,<br />
nicht frömmer als die meisten andern waren,<br />
in seine Frau verliebt (noch immer, nach den Jahren) -<br />
doch munkelt man, sein Sohn sei gar nicht seiner.<br />
<br />
Er war nicht dumm, der junge Radikale<br />
aus diesem Kaff – war wirklich recht belesen.<br />
Nein – kriminell ist er wohl nicht gewesen.<br />
Er setzte nur so seltsame Signale.<br />
<br />
Und sein Cousin, bei dem er manchmal steckte,<br />
war durchgeknallt und war in einer Sekte,<br />
hat seinen Kopf durch eine Frau verloren.<br />
<br />
Er provozierte. Soll sich nicht beklagen.<br />
Jetzt haben sie ihn an das Kreuz geschlagen.<br />
Die Liebe hat er bis zuletzt beschworen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Vater war ein Durchschnittsmensch, ein Schreiner,<br />
nicht frömmer als die meisten andern waren,<br />
in seine Frau verliebt (noch immer, nach den Jahren) -<br />
doch munkelt man, sein Sohn sei gar nicht seiner.<br />
<br />
Er war nicht dumm, der junge Radikale<br />
aus diesem Kaff – war wirklich recht belesen.<br />
Nein – kriminell ist er wohl nicht gewesen.<br />
Er setzte nur so seltsame Signale.<br />
<br />
Und sein Cousin, bei dem er manchmal steckte,<br />
war durchgeknallt und war in einer Sekte,<br />
hat seinen Kopf durch eine Frau verloren.<br />
<br />
Er provozierte. Soll sich nicht beklagen.<br />
Jetzt haben sie ihn an das Kreuz geschlagen.<br />
Die Liebe hat er bis zuletzt beschworen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auferstehung]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1852</link>
			<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 09:42:42 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=97">Sonettista</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1852</guid>
			<description><![CDATA[Wie das geschah? Ich weiß es nicht und werde<br />
nicht kühn behaupten, daß es sicher sei.<br />
Doch glaube ich, da wurde einer frei,<br />
den hielt kein Kreuz, kein Grab und keine Erde.<br />
<br />
Der war so sicher, daß die Liebe lebte,<br />
rief sie noch an in der Verlassenheit.<br />
Er war nicht gegen Schmerz und Angst gefeit,<br />
er trauerte und litt, er weinte, bebte,<br />
<br />
er irrte und er glaubte sich verlassen<br />
und brachte doch nicht fertig, Den zu hassen,<br />
Der ihn in diese harte Welt gegeben.<br />
<br />
Voll Angst, allein, in Tränen, abgemattet,<br />
gefoltert, tot, in einer Gruft bestattet -<br />
trat neu und ewig er ins frohe Leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wie das geschah? Ich weiß es nicht und werde<br />
nicht kühn behaupten, daß es sicher sei.<br />
Doch glaube ich, da wurde einer frei,<br />
den hielt kein Kreuz, kein Grab und keine Erde.<br />
<br />
Der war so sicher, daß die Liebe lebte,<br />
rief sie noch an in der Verlassenheit.<br />
Er war nicht gegen Schmerz und Angst gefeit,<br />
er trauerte und litt, er weinte, bebte,<br />
<br />
er irrte und er glaubte sich verlassen<br />
und brachte doch nicht fertig, Den zu hassen,<br />
Der ihn in diese harte Welt gegeben.<br />
<br />
Voll Angst, allein, in Tränen, abgemattet,<br />
gefoltert, tot, in einer Gruft bestattet -<br />
trat neu und ewig er ins frohe Leben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ostermorgen]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1851</link>
			<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 22:40:30 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=12">Friedrich</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1851</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ostermorgen</span><br />
<br />
<br />
Ein kühler Hauch berührt mich im Gesicht,<br />
erfrischt, vibriert vom Klang der Vogellieder.<br />
Allmählich fast erwacht, führt er mich wieder<br />
heraus aus traumlos dunklem Schlaf ins Licht.<br />
<br />
Es blendet mich. Zunächst. Und dann das Zimmer - <br />
Wo bin ich? Seltsam. Alles ist vertraut<br />
und anders, gleich als ob man Fremdes schaut,<br />
geheimnisvoll gehüllt in Seidenschimmer.<br />
<br />
Ich höre draußen meinen Namen rufen.<br />
Weit offen steht die Tür, ein Farbenspiel<br />
umfängt mich, plötzlich steige ich auf Stufen<br />
<br />
befreit hinauf zu mir, zu meinem Ziel.<br />
Der rief, er hat sich mir am Kreuz gegeben:<br />
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.<br />
<br />
<br />
© Friedrich]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ostermorgen</span><br />
<br />
<br />
Ein kühler Hauch berührt mich im Gesicht,<br />
erfrischt, vibriert vom Klang der Vogellieder.<br />
Allmählich fast erwacht, führt er mich wieder<br />
heraus aus traumlos dunklem Schlaf ins Licht.<br />
<br />
Es blendet mich. Zunächst. Und dann das Zimmer - <br />
Wo bin ich? Seltsam. Alles ist vertraut<br />
und anders, gleich als ob man Fremdes schaut,<br />
geheimnisvoll gehüllt in Seidenschimmer.<br />
<br />
Ich höre draußen meinen Namen rufen.<br />
Weit offen steht die Tür, ein Farbenspiel<br />
umfängt mich, plötzlich steige ich auf Stufen<br />
<br />
befreit hinauf zu mir, zu meinem Ziel.<br />
Der rief, er hat sich mir am Kreuz gegeben:<br />
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.<br />
<br />
<br />
© Friedrich]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Advent]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=942</link>
			<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 18:35:11 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=25">renerpho</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=942</guid>
			<description><![CDATA[Die Brut im Stroh; die Eltern sind entzückt,<br />
Von Weihrauchdämpfen, Engelshaar entrückt.<br />
Die linke Hand des Staates wohl bestochen,<br />
Wird von der Botschaft eine Welt beglückt.<br />
<br />
Die junge Mutter liegt noch in den Wochen<br />
(Burgunderrotes Spitzenkleid gebrochen).<br />
Zum Spiel Gold, Myrre und Salbei gepflückt,<br />
Auf Samt gebettet, wo die Länder kochen.<br />
<br />
Das Kind wird sterben, seines Schicksals wegen.<br />
Im Krieg wird brennen Nord, Süd, Ost und West.<br />
Selbst manchen Flammentod wird er vergeben,<br />
Drum halten Kindeskinder an ihm fest.<br />
<br />
Schenkst dem, der folgen mag, Du Deinen Segen –<br />
So wissen wir, dass Du uns nicht verlässt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Brut im Stroh; die Eltern sind entzückt,<br />
Von Weihrauchdämpfen, Engelshaar entrückt.<br />
Die linke Hand des Staates wohl bestochen,<br />
Wird von der Botschaft eine Welt beglückt.<br />
<br />
Die junge Mutter liegt noch in den Wochen<br />
(Burgunderrotes Spitzenkleid gebrochen).<br />
Zum Spiel Gold, Myrre und Salbei gepflückt,<br />
Auf Samt gebettet, wo die Länder kochen.<br />
<br />
Das Kind wird sterben, seines Schicksals wegen.<br />
Im Krieg wird brennen Nord, Süd, Ost und West.<br />
Selbst manchen Flammentod wird er vergeben,<br />
Drum halten Kindeskinder an ihm fest.<br />
<br />
Schenkst dem, der folgen mag, Du Deinen Segen –<br />
So wissen wir, dass Du uns nicht verlässt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[DAS GEHEIMNIS DES JOHANNES II]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=862</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 10:40:39 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=20">Salamandra</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=862</guid>
			<description><![CDATA[Licht vom Licht und Wort von ew'ger Klarheit!<br />
Sieh, das Dunjel spürt dein Leuchten nicht.<br />
Aber Herr, ich seh dein Angesicht,<br />
und, mein Herr, ich sehe deine Wahrheit.<br />
<br />
War bei dir, als dir das Herz zerbrochen,<br />
war in deiner Liebe stets geborben,<br />
war ein Kind, doch teilte deine Sorgen,<br />
sah den Tod in deinen Leib gestochen.<br />
<br />
Ach, ich weiß doch, was du hast getragen,<br />
wie zum Mond du blicktest manche Nacht<br />
Gebete hell von deinen Lippen flossen.<br />
<br />
Deine Liebe hat mich schwer geschlagen,.<br />
Wer seine Zeit in Gottes Lieb' verbracht,<br />
wie findet der noch irdische Genossen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Licht vom Licht und Wort von ew'ger Klarheit!<br />
Sieh, das Dunjel spürt dein Leuchten nicht.<br />
Aber Herr, ich seh dein Angesicht,<br />
und, mein Herr, ich sehe deine Wahrheit.<br />
<br />
War bei dir, als dir das Herz zerbrochen,<br />
war in deiner Liebe stets geborben,<br />
war ein Kind, doch teilte deine Sorgen,<br />
sah den Tod in deinen Leib gestochen.<br />
<br />
Ach, ich weiß doch, was du hast getragen,<br />
wie zum Mond du blicktest manche Nacht<br />
Gebete hell von deinen Lippen flossen.<br />
<br />
Deine Liebe hat mich schwer geschlagen,.<br />
Wer seine Zeit in Gottes Lieb' verbracht,<br />
wie findet der noch irdische Genossen?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[DAS GEHEIMNIS DES JOHANNES I]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=861</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 10:37:14 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=20">Salamandra</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=861</guid>
			<description><![CDATA[War ein Kind, als ich zu dir gekommen,<br />
war ein Blatt im Wind und war allein.<br />
Doch ich durft' im Glanze Gottes sein,<br />
weil du, Herr, mich zu dir hast genommen.<br />
<br />
Fleischgewordnes Wort aus alter Zeit, <br />
tiefster grund der Schöpfung, Licht der Erde,<br />
mach, daß unser bald der Himmel werde.<br />
Für die Liebe, Vater, will ich streiten.<br />
<br />
Hast im Tod zum Bruder mich erhoben,<br />
als du zu Maria sprachst: "Dein Sohn."<br />
"Deine Mutter." So ward ich zum Kinde.<br />
<br />
Hab in dunkeln Träumen mich verloren,<br />
in Zeit und Zukunft. Herr, war dies mein Lohn,<br />
daß den Weg zurück ich niemals finde?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[War ein Kind, als ich zu dir gekommen,<br />
war ein Blatt im Wind und war allein.<br />
Doch ich durft' im Glanze Gottes sein,<br />
weil du, Herr, mich zu dir hast genommen.<br />
<br />
Fleischgewordnes Wort aus alter Zeit, <br />
tiefster grund der Schöpfung, Licht der Erde,<br />
mach, daß unser bald der Himmel werde.<br />
Für die Liebe, Vater, will ich streiten.<br />
<br />
Hast im Tod zum Bruder mich erhoben,<br />
als du zu Maria sprachst: "Dein Sohn."<br />
"Deine Mutter." So ward ich zum Kinde.<br />
<br />
Hab in dunkeln Träumen mich verloren,<br />
in Zeit und Zukunft. Herr, war dies mein Lohn,<br />
daß den Weg zurück ich niemals finde?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[DIE LIEBE DES JAKOBUS]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=860</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 10:22:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=20">Salamandra</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=860</guid>
			<description><![CDATA[Brüder, hör, ich liebe dich so sehr.<br />
Sprich die Worten dein in meine Ohren,<br />
und kein Jota geht davon verloren,<br />
und mein Herz, es wird nie wieder leer.<br />
<br />
Bruder, gerne folge ich deinen Schritten<br />
bis zum Tod, zum Schmerz, zur Sterbenspein,<br />
und kein Opfer soll vergessen sein,<br />
wenn vom Himmel Gnade wir erbitten.<br />
<br />
Unsre Werke sollen für uns sprechen,<br />
denn was ist der Glaube ohne Handeln?<br />
Nur ein dürres Blatt, vom Wind vertrieben.<br />
<br />
Laß im Stillen uns die Brote brechen,<br />
einsam uns im Licht des Mondes wandeln.<br />
Bruder wird den Bruder ewig lieben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Brüder, hör, ich liebe dich so sehr.<br />
Sprich die Worten dein in meine Ohren,<br />
und kein Jota geht davon verloren,<br />
und mein Herz, es wird nie wieder leer.<br />
<br />
Bruder, gerne folge ich deinen Schritten<br />
bis zum Tod, zum Schmerz, zur Sterbenspein,<br />
und kein Opfer soll vergessen sein,<br />
wenn vom Himmel Gnade wir erbitten.<br />
<br />
Unsre Werke sollen für uns sprechen,<br />
denn was ist der Glaube ohne Handeln?<br />
Nur ein dürres Blatt, vom Wind vertrieben.<br />
<br />
Laß im Stillen uns die Brote brechen,<br />
einsam uns im Licht des Mondes wandeln.<br />
Bruder wird den Bruder ewig lieben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[DER UNGLAUBE DES THOMAS]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=859</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 10:19:31 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=20">Salamandra</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=859</guid>
			<description><![CDATA[Vater, Vater, wo sind deine Hände?<br />
Und wo ist das Blut, das du vergossen?<br />
Und wo sind die Tränen, die zerflossen?<br />
Wor das Wort, in dem ich Antwort fände?<br />
<br />
Herr, ich durfte deinen Leib berühren,<br />
legte fromm die Hand an deine Seite -<br />
auferstandnes Fleisch aus Himmelsweite,<br />
durft zum Kusse fromm die Lippen führen.<br />
<br />
Aber, Herr, nun sag, wie kann ich glauben,<br />
da ich weiß: Du bist nun auferstanden;<br />
da ich weiß und fühle und dich sehe?<br />
<br />
Wissen, ach, kann uns die Unschuld rauben,<br />
fesselt uns mit klaren, festen Banden.<br />
Ich will glauben, Herr, doch ich verstehe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Vater, Vater, wo sind deine Hände?<br />
Und wo ist das Blut, das du vergossen?<br />
Und wo sind die Tränen, die zerflossen?<br />
Wor das Wort, in dem ich Antwort fände?<br />
<br />
Herr, ich durfte deinen Leib berühren,<br />
legte fromm die Hand an deine Seite -<br />
auferstandnes Fleisch aus Himmelsweite,<br />
durft zum Kusse fromm die Lippen führen.<br />
<br />
Aber, Herr, nun sag, wie kann ich glauben,<br />
da ich weiß: Du bist nun auferstanden;<br />
da ich weiß und fühle und dich sehe?<br />
<br />
Wissen, ach, kann uns die Unschuld rauben,<br />
fesselt uns mit klaren, festen Banden.<br />
Ich will glauben, Herr, doch ich verstehe.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[DIE TREUE DES JUDAS]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=858</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 10:15:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=20">Salamandra</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=858</guid>
			<description><![CDATA[Es war mein Kuß, er brachte dir Verderben,<br />
und meine Lippen brachten dir den Tod,<br />
sie trieben dich in Schmerz und höchste Nor.<br />
Am Kreuze, Meister, da sah ich dich sterben.<br />
<br />
Jedoch, dein Tod, er löste unsre Schulden,<br />
du rettetest die Seelen aus dem Feuer.<br />
Dein Opfer - unaussprechlich, ungeheuer,<br />
so groß die Pein, du wolltest sie erdulden.<br />
<br />
Ich opferte den Leib, Herr, der dich hüllte.<br />
Ich gab dich hin dem Tod, dem Auferstehen,<br />
und deshalb flucht die Welt nun meinen Namen.<br />
<br />
Ich durfte führen dich, und ich erfüllte<br />
so meine Schuld, vom Schicksal ausersehen.<br />
Ich durfte pflanzen ihn - des Lebens Samen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war mein Kuß, er brachte dir Verderben,<br />
und meine Lippen brachten dir den Tod,<br />
sie trieben dich in Schmerz und höchste Nor.<br />
Am Kreuze, Meister, da sah ich dich sterben.<br />
<br />
Jedoch, dein Tod, er löste unsre Schulden,<br />
du rettetest die Seelen aus dem Feuer.<br />
Dein Opfer - unaussprechlich, ungeheuer,<br />
so groß die Pein, du wolltest sie erdulden.<br />
<br />
Ich opferte den Leib, Herr, der dich hüllte.<br />
Ich gab dich hin dem Tod, dem Auferstehen,<br />
und deshalb flucht die Welt nun meinen Namen.<br />
<br />
Ich durfte führen dich, und ich erfüllte<br />
so meine Schuld, vom Schicksal ausersehen.<br />
Ich durfte pflanzen ihn - des Lebens Samen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[DER VERRAT DES PETRUS]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=845</link>
			<pubDate>Sun, 20 Jan 2008 10:04:53 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=20">Salamandra</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=845</guid>
			<description><![CDATA[Der Hahn schrie dreimal, da ich ihn verraten,<br />
dre mir sein Blut geschenkt und seinen Schmerz.<br />
Mit dreifach Sündentat hab ich beladen<br />
die Seele mein, die Seele und das Herz.<br />
<br />
Jedoch in dieser Nacht konnt ich nicht nennen,<br />
was heilig war, so mußte ich verscheigen<br />
den Namen sein. Ich durft' mich nicht bekennen,<br />
nicht blödem Volk den Kelch der Liebe zeigen.<br />
<br />
So macht die Liebe Feige aus uns allen,<br />
wenn wir dem Pöbel in die Hände fallen<br />
und das verleugnen, was uns Leben ist.<br />
<br />
Jetzt sage ich: "Ich bin der Jünger einer."<br />
Ich war bei ihm, doch seine Lieb' war reiner.<br />
Verdammt, verdammt das Herz ist, das vergißt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Hahn schrie dreimal, da ich ihn verraten,<br />
dre mir sein Blut geschenkt und seinen Schmerz.<br />
Mit dreifach Sündentat hab ich beladen<br />
die Seele mein, die Seele und das Herz.<br />
<br />
Jedoch in dieser Nacht konnt ich nicht nennen,<br />
was heilig war, so mußte ich verscheigen<br />
den Namen sein. Ich durft' mich nicht bekennen,<br />
nicht blödem Volk den Kelch der Liebe zeigen.<br />
<br />
So macht die Liebe Feige aus uns allen,<br />
wenn wir dem Pöbel in die Hände fallen<br />
und das verleugnen, was uns Leben ist.<br />
<br />
Jetzt sage ich: "Ich bin der Jünger einer."<br />
Ich war bei ihm, doch seine Lieb' war reiner.<br />
Verdammt, verdammt das Herz ist, das vergißt.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>