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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Sonette über das Schreiben]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 07:39:31 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Manifest des Dichters]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36100</link>
			<pubDate>Thu, 19 Mar 2026 06:49:53 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36100</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Manifest des Dichters</span><br />
<br />
Der feinste Stoff fängt sich in feinsten Netzen.<br />
Sei klar: Sortier dich, statt dich bunt zu mischen.<br />
Laß dir kein Regelwerk als Zwang auftischen<br />
und scheu dich nicht vor strengeren Gesetzen.<br />
<br />
Klappts nicht? Man darf halt nicht im Trüben fischen.<br />
Zu grober Stoff, reißt dir das Netz in Fetzen.<br />
An scharfen Kanten läßt’s sich leicht verletzen.<br />
Es heißt erst faule Worte aufzufrischen.<br />
<br />
Wenn dir der glatte Zug auch einmal stockt,<br />
wenn sich der Blick im Nebelgrau verliert<br />
reicht oft ein Hauch, daß deine Trübnis flockt.<br />
<br />
Bleib ruhig, laß den Staub und Dunst sich legen.<br />
Halt dann dein Netz der klaren Luft entgegen<br />
und warte – bis dein Verschen kondensiert.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Manifest des Dichters</span><br />
<br />
Der feinste Stoff fängt sich in feinsten Netzen.<br />
Sei klar: Sortier dich, statt dich bunt zu mischen.<br />
Laß dir kein Regelwerk als Zwang auftischen<br />
und scheu dich nicht vor strengeren Gesetzen.<br />
<br />
Klappts nicht? Man darf halt nicht im Trüben fischen.<br />
Zu grober Stoff, reißt dir das Netz in Fetzen.<br />
An scharfen Kanten läßt’s sich leicht verletzen.<br />
Es heißt erst faule Worte aufzufrischen.<br />
<br />
Wenn dir der glatte Zug auch einmal stockt,<br />
wenn sich der Blick im Nebelgrau verliert<br />
reicht oft ein Hauch, daß deine Trübnis flockt.<br />
<br />
Bleib ruhig, laß den Staub und Dunst sich legen.<br />
Halt dann dein Netz der klaren Luft entgegen<br />
und warte – bis dein Verschen kondensiert.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Manchen Dichter-Kollegen]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36081</link>
			<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 07:10:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36081</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Manchen Dichter-Kollegen</span><br />
<br />
Ihr sagt mir frei heraus, was nicht gefällt:<br />
„Man sollte nicht so schnell von Sterben schreiben“<br />
und „in der Dichtung niemals übertreiben.“<br />
Ich hätt mein Leiden viel zu hoch gestellt,<br />
<br />
weil ein zu starkes Wort die Leser prellt.<br />
Mit Sorgfalt soll ich meine Schrift betreiben,<br />
und soll „präzise“ sein, „wahrhaftig bleiben“.<br />
Doch wenn das, was dir Wert war, von dir fällt?<br />
<br />
Wenn man den eignen Herzschlag nicht mehr spürt,<br />
Die Atmung nicht mehr bis zur Lunge reicht<br />
und sich in nichts verliert? nun sagt, was dann?<br />
<br />
Wenn dir die Seele aus dem Leib entführt,<br />
wenn dir die Wärme aus den Gliedern weicht?<br />
Sag: Fühlt sich Sterben wirklich anders an?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Manchen Dichter-Kollegen</span><br />
<br />
Ihr sagt mir frei heraus, was nicht gefällt:<br />
„Man sollte nicht so schnell von Sterben schreiben“<br />
und „in der Dichtung niemals übertreiben.“<br />
Ich hätt mein Leiden viel zu hoch gestellt,<br />
<br />
weil ein zu starkes Wort die Leser prellt.<br />
Mit Sorgfalt soll ich meine Schrift betreiben,<br />
und soll „präzise“ sein, „wahrhaftig bleiben“.<br />
Doch wenn das, was dir Wert war, von dir fällt?<br />
<br />
Wenn man den eignen Herzschlag nicht mehr spürt,<br />
Die Atmung nicht mehr bis zur Lunge reicht<br />
und sich in nichts verliert? nun sagt, was dann?<br />
<br />
Wenn dir die Seele aus dem Leib entführt,<br />
wenn dir die Wärme aus den Gliedern weicht?<br />
Sag: Fühlt sich Sterben wirklich anders an?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der verkannte Poet]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36082</link>
			<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 00:59:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36082</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der verkannte Poet</span><br />
<br />
Versteinert steht er vor dem Buchregal;<br />
„Soll das ein Buch sein? Nur aus Schall und Rauch?<br />
Von Dichtung kennt der nicht den leisen Hauch!“<br />
Die Galle schäumt ihm über, „schlecht und schal“<br />
<br />
und faustdick ballt sich Wut in seinem Bauch.<br />
Besudelt scheint die Kunst, der reine Gral.<br />
Was not tut ist Kritik: Ein Tribunal!<br />
„Was der für’n Mist verbockt, das kann ich auch!“<br />
<br />
Das stimmt soweit, nur leider auch nicht besser;<br />
Er giftet gleich drauf los als Humorist,<br />
zerreißt den Feind als Spätavantgardist.<br />
<br />
In seiner Stimme bricht sich scharf das Messer.<br />
Satire nennt er, was Verwünschung ist,<br />
doch bleibt im Recht: Er schreibt genau so’n Mist.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der verkannte Poet</span><br />
<br />
Versteinert steht er vor dem Buchregal;<br />
„Soll das ein Buch sein? Nur aus Schall und Rauch?<br />
Von Dichtung kennt der nicht den leisen Hauch!“<br />
Die Galle schäumt ihm über, „schlecht und schal“<br />
<br />
und faustdick ballt sich Wut in seinem Bauch.<br />
Besudelt scheint die Kunst, der reine Gral.<br />
Was not tut ist Kritik: Ein Tribunal!<br />
„Was der für’n Mist verbockt, das kann ich auch!“<br />
<br />
Das stimmt soweit, nur leider auch nicht besser;<br />
Er giftet gleich drauf los als Humorist,<br />
zerreißt den Feind als Spätavantgardist.<br />
<br />
In seiner Stimme bricht sich scharf das Messer.<br />
Satire nennt er, was Verwünschung ist,<br />
doch bleibt im Recht: Er schreibt genau so’n Mist.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dir zu schreiben]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36068</link>
			<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 06:43:49 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36068</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Dir zu schreiben</span><br />
<br />
Erste Zeile, erste Strophe,<br />
zwischen Ruf und Widerruf<br />
und Zwischenruf und wieder Ruf<br />
Letzte Zeile, erste Strophe.<br />
<br />
Die Schwierigkeit von dir zu schreiben:<br />
Leeres Blattwerk gähnt vor Nichts.<br />
In der Mitte des Gedichts<br />
nur Graphit auf Weißes reiben.<br />
<br />
Erste Zeile, dritte Strophe:<br />
Keine Zeile will gelingen.<br />
Dritte Zeile, dritte Strophe:<br />
<br />
Keine Silbe will mehr singen.<br />
Zweite Zeile, letzte Strophe:<br />
Muß es jetzt zuende bringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Dir zu schreiben</span><br />
<br />
Erste Zeile, erste Strophe,<br />
zwischen Ruf und Widerruf<br />
und Zwischenruf und wieder Ruf<br />
Letzte Zeile, erste Strophe.<br />
<br />
Die Schwierigkeit von dir zu schreiben:<br />
Leeres Blattwerk gähnt vor Nichts.<br />
In der Mitte des Gedichts<br />
nur Graphit auf Weißes reiben.<br />
<br />
Erste Zeile, dritte Strophe:<br />
Keine Zeile will gelingen.<br />
Dritte Zeile, dritte Strophe:<br />
<br />
Keine Silbe will mehr singen.<br />
Zweite Zeile, letzte Strophe:<br />
Muß es jetzt zuende bringen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wider den Vorwurf des Manierismus]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36063</link>
			<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 06:24:01 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36063</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wider den Vorwurf des Manierismus<br />
<br />
I</span><br />
<br />
Wonach die Kritiker nur gieren?<br />
Man sieht die Dichtkunst schon entkernt;<br />
Wer hat sein Handwerk nicht gelernt?<br />
Der Sonettist hat halt Manieren.<br />
<br />
Auf die Gefahr, das ich vergrätze,<br />
wer mich eh’ stumm lieber hätt’<br />
sag ich hier deutlich: das Sonett<br />
ist mehr als seine blanken Sätze:<br />
<br />
Schreit nur lauter, wie, warum,<br />
und was ihr glaubt, was ihr so seht.<br />
Euch bleiben alle Dinge stumm,<br />
<br />
weil ihr sie einfach nicht versteht.<br />
Wir basteln nicht am Wort herum;<br />
Man spürt doch, wo es richtig steht.<br />
<br />
 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II</span><br />
<br />
Was gibt es schönres als Sonette?<br />
Wer sagt, Sonette engten ein,<br />
dem ist der Wortschatz nur zu klein,<br />
der scheut mit Grund des Verses Glätte.<br />
<br />
Sonette sind, ums klar zu sagen,<br />
nichts acht- und formlos abgedrucktes,<br />
nichts unvergoren hingespucktes,<br />
weil sie quer im Magen lagen.<br />
<br />
Wer heute an den Formen sägt,<br />
hat bald auch allen Sinn verschwendet.<br />
Der Topf ist’s, der das Wasser prägt<br />
<br />
Das Maß, wenn es geschickt verwendet,<br />
jeden Inhalt überträgt.<br />
Sonette sind halt formvollendet.<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wider den Vorwurf des Manierismus<br />
<br />
I</span><br />
<br />
Wonach die Kritiker nur gieren?<br />
Man sieht die Dichtkunst schon entkernt;<br />
Wer hat sein Handwerk nicht gelernt?<br />
Der Sonettist hat halt Manieren.<br />
<br />
Auf die Gefahr, das ich vergrätze,<br />
wer mich eh’ stumm lieber hätt’<br />
sag ich hier deutlich: das Sonett<br />
ist mehr als seine blanken Sätze:<br />
<br />
Schreit nur lauter, wie, warum,<br />
und was ihr glaubt, was ihr so seht.<br />
Euch bleiben alle Dinge stumm,<br />
<br />
weil ihr sie einfach nicht versteht.<br />
Wir basteln nicht am Wort herum;<br />
Man spürt doch, wo es richtig steht.<br />
<br />
 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II</span><br />
<br />
Was gibt es schönres als Sonette?<br />
Wer sagt, Sonette engten ein,<br />
dem ist der Wortschatz nur zu klein,<br />
der scheut mit Grund des Verses Glätte.<br />
<br />
Sonette sind, ums klar zu sagen,<br />
nichts acht- und formlos abgedrucktes,<br />
nichts unvergoren hingespucktes,<br />
weil sie quer im Magen lagen.<br />
<br />
Wer heute an den Formen sägt,<br />
hat bald auch allen Sinn verschwendet.<br />
Der Topf ist’s, der das Wasser prägt<br />
<br />
Das Maß, wenn es geschickt verwendet,<br />
jeden Inhalt überträgt.<br />
Sonette sind halt formvollendet.<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Scheherazadesken]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36060</link>
			<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 06:23:30 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36060</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Scheherazadesken</span><br />
<br />
Wer kennt schon den Preis für die lauterste Kunst,<br />
übers Leben zu schreiben, statt selber zu leben?<br />
Was kann denn die Abschrift vom Urgefühl geben?<br />
Wenn wir es nicht kosten, was kostet es uns!<br />
<br />
Ich wünsch mir ein echtes Gefühl ohne Boden.<br />
Ich wünschte wir könnten im Sonnenwind segeln,<br />
die Schwerkräfte aus ihrem Mittelpunkt kegeln,<br />
verjüngt wieder aufersteh´n  aus allen Toden.<br />
<br />
Wie frei ist man, hat man auf Freiheit geschworen.<br />
Prinzipien geraten sich selbst zur Groteske.<br />
Die Tränen schon längst aus den Augen verloren,<br />
<br />
gerät mir mein eigenes Antlitz zur Freske.<br />
Statt Leben nur schillernde Steine geboren:<br />
Eintausend und eine Scheherazadeske.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Scheherazadesken</span><br />
<br />
Wer kennt schon den Preis für die lauterste Kunst,<br />
übers Leben zu schreiben, statt selber zu leben?<br />
Was kann denn die Abschrift vom Urgefühl geben?<br />
Wenn wir es nicht kosten, was kostet es uns!<br />
<br />
Ich wünsch mir ein echtes Gefühl ohne Boden.<br />
Ich wünschte wir könnten im Sonnenwind segeln,<br />
die Schwerkräfte aus ihrem Mittelpunkt kegeln,<br />
verjüngt wieder aufersteh´n  aus allen Toden.<br />
<br />
Wie frei ist man, hat man auf Freiheit geschworen.<br />
Prinzipien geraten sich selbst zur Groteske.<br />
Die Tränen schon längst aus den Augen verloren,<br />
<br />
gerät mir mein eigenes Antlitz zur Freske.<br />
Statt Leben nur schillernde Steine geboren:<br />
Eintausend und eine Scheherazadeske.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Im Rhetorikseminar]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36051</link>
			<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 06:01:18 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=36051</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Im Rhetorikseminar</span><br />
<br />
Als guter Redner streue man gekonnt<br />
ein Bonmot, oder auch ein Fachwort ein;<br />
der neue Klang, der unverbrauchte Schein<br />
weist über den Ereignishorizont,<br />
<br />
denn Worte, Dinge, Bilder sind Geschwister,<br />
die in guter Rede koalierien.<br />
In neuen Schläuchen soll der Wein brillieren;<br />
Jonglieren wir nun freier die Register<br />
<br />
Dein Kritiker, den es nach Fehlern dürstet,<br />
wird wortreich gegen seinen Strich gebürstet.<br />
Ein Apercu läßt sich gut intrigieren:<br />
<br />
Es zeigt genau, was du so blendend weißt.<br />
Und wenn dann doch wer fragt, was das denn heißt?<br />
Was soll’s. Am besten gar nicht ignorieren.<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Im Rhetorikseminar</span><br />
<br />
Als guter Redner streue man gekonnt<br />
ein Bonmot, oder auch ein Fachwort ein;<br />
der neue Klang, der unverbrauchte Schein<br />
weist über den Ereignishorizont,<br />
<br />
denn Worte, Dinge, Bilder sind Geschwister,<br />
die in guter Rede koalierien.<br />
In neuen Schläuchen soll der Wein brillieren;<br />
Jonglieren wir nun freier die Register<br />
<br />
Dein Kritiker, den es nach Fehlern dürstet,<br />
wird wortreich gegen seinen Strich gebürstet.<br />
Ein Apercu läßt sich gut intrigieren:<br />
<br />
Es zeigt genau, was du so blendend weißt.<br />
Und wenn dann doch wer fragt, was das denn heißt?<br />
Was soll’s. Am besten gar nicht ignorieren.<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Dichter von heute...]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=25821</link>
			<pubDate>Mon, 29 Dec 2025 23:38:16 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=25821</guid>
			<description><![CDATA[.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Dichter von heute</span> sind seltsame Leute.<br />
Die Dichter von heute; sie klingen viel echter.<br />
Die Sprache der Dichter kennt hundert Geschlechter<br />
des Schmerzes - und auch rund ein Dutzend der Freude.<br />
<br />
Sie tun als Betrachter, sie tun als Naive<br />
und was sie auch finden und was sie auch hören,<br />
gerät ihnen, auch wenn sie anderes schwören<br />
zu subversiv schwingender Superlative.<br />
<br />
Man müsste den Dichtern die Zunge beschneiden,<br />
damit ihre Spitze niemanden juckt.<br />
<br />
Sie könnten sich selbst auf das Schönste bescheiden.<br />
Vielleicht werden sie dann auch wieder gedruckt.<br />
<br />
Sie machen sich alles, auch sich selber zur Beute.<br />
Die Dichter von heute sind seltsame Leute.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Dichter von heute</span> sind seltsame Leute.<br />
Die Dichter von heute; sie klingen viel echter.<br />
Die Sprache der Dichter kennt hundert Geschlechter<br />
des Schmerzes - und auch rund ein Dutzend der Freude.<br />
<br />
Sie tun als Betrachter, sie tun als Naive<br />
und was sie auch finden und was sie auch hören,<br />
gerät ihnen, auch wenn sie anderes schwören<br />
zu subversiv schwingender Superlative.<br />
<br />
Man müsste den Dichtern die Zunge beschneiden,<br />
damit ihre Spitze niemanden juckt.<br />
<br />
Sie könnten sich selbst auf das Schönste bescheiden.<br />
Vielleicht werden sie dann auch wieder gedruckt.<br />
<br />
Sie machen sich alles, auch sich selber zur Beute.<br />
Die Dichter von heute sind seltsame Leute.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Weihnachtsgedicht]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=27343</link>
			<pubDate>Sun, 24 Dec 2023 07:46:08 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=27343</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Weihnachtsgedicht</span><br />
<br />
Man braucht für einen weihnachtlichen Vers<br />
nicht viel. Oft fügen sie sich alter Norm.<br />
Wie Schokoweihnachtsmänner ihrer Form<br />
nach gleich sind, geht's auch im Gedicht. Wie wär's<br />
<br />
mit dem Sonett? Ein klingendes Gedicht:<br />
Der Jambus singt, der Reim glänzt wie Lametta.<br />
Kleide die Form hübsch aus: Vielleicht einer netter<br />
bildlicher Dreiklang aus Gestirn und Licht<br />
<br />
und etwas heimeligem Kerzenschein.<br />
Ja, Kitsch mus sein. Das ist das große Ding<br />
zum Fest. Send allen weihnachtliche Grüße.<br />
<br />
Fest bleibt die Schokolade durch die Süße;<br />
Ein hohles Zuckerwerk mit viel Bling-bling.<br />
Mehr an Gehalt muss es doch gar nicht sein.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Weihnachtsgedicht</span><br />
<br />
Man braucht für einen weihnachtlichen Vers<br />
nicht viel. Oft fügen sie sich alter Norm.<br />
Wie Schokoweihnachtsmänner ihrer Form<br />
nach gleich sind, geht's auch im Gedicht. Wie wär's<br />
<br />
mit dem Sonett? Ein klingendes Gedicht:<br />
Der Jambus singt, der Reim glänzt wie Lametta.<br />
Kleide die Form hübsch aus: Vielleicht einer netter<br />
bildlicher Dreiklang aus Gestirn und Licht<br />
<br />
und etwas heimeligem Kerzenschein.<br />
Ja, Kitsch mus sein. Das ist das große Ding<br />
zum Fest. Send allen weihnachtliche Grüße.<br />
<br />
Fest bleibt die Schokolade durch die Süße;<br />
Ein hohles Zuckerwerk mit viel Bling-bling.<br />
Mehr an Gehalt muss es doch gar nicht sein.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Old Rilke (und so’n Gedöns)]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=27467</link>
			<pubDate>Tue, 19 Dec 2023 15:13:22 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=5620">Christian Jostmann</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=27467</guid>
			<description><![CDATA[Ich kannte mal ein Mädchen namens Silke,<br />
Die war ein ungeheuer geistbegabtes Weib.<br />
Sie las Gedichte meistens nur von Rilke,<br />
Und eines Tages sagte sie mir: Schreib<br />
<br />
Auch du doch mal ein Stück in seinem Stile,<br />
Befreie dich vom Zwang der alten Form.<br />
Du weißt, der Weg zum allerhöchsten Ziele<br />
Verlangt die Überwindung starrer Norm.<br />
<br />
Das würde ich ja liebend gerne machen,<br />
Erklärte ich, da ist nur ein Problem:<br />
Old Rilke schrieb so schrecklich ernste Sachen,<br />
<br />
So feierlich-tiefsinniges Gedöns.<br />
Das liegt mir nicht. Schreib ich so ein Poem,<br />
Dann kommt mit Sicherheit heraus: nix Schön’s.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich kannte mal ein Mädchen namens Silke,<br />
Die war ein ungeheuer geistbegabtes Weib.<br />
Sie las Gedichte meistens nur von Rilke,<br />
Und eines Tages sagte sie mir: Schreib<br />
<br />
Auch du doch mal ein Stück in seinem Stile,<br />
Befreie dich vom Zwang der alten Form.<br />
Du weißt, der Weg zum allerhöchsten Ziele<br />
Verlangt die Überwindung starrer Norm.<br />
<br />
Das würde ich ja liebend gerne machen,<br />
Erklärte ich, da ist nur ein Problem:<br />
Old Rilke schrieb so schrecklich ernste Sachen,<br />
<br />
So feierlich-tiefsinniges Gedöns.<br />
Das liegt mir nicht. Schreib ich so ein Poem,<br />
Dann kommt mit Sicherheit heraus: nix Schön’s.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Es gibt die Spieler]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26832</link>
			<pubDate>Sat, 16 Dec 2023 08:18:53 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26832</guid>
			<description><![CDATA[Es gibt die Spieler unter den Autoren,<br />
denen die Form der ganze Inhalt ist.<br />
Der Satzbau gilt nur als probate List<br />
und Spaß und Spiel der Sprache eingeboren.<br />
<br />
Die Leere ihrer Zeilen soll doch bitte<br />
beim Leser Räume für die Phantasie<br />
eröffnen, doch die Worte werden nie<br />
sinnlosen Spielkram je zu Sinn verkitten.<br />
<br />
Von andern angestrebt wird Inhaltsschwere.<br />
Fast spürt man, wie sie die Gedanken wuchten,<br />
sie aufrichten als Kreis von Monolithen.<br />
<br />
Nichts scheuen sie so wie das Ungefähre<br />
und können doch allein nur Einfalt bieten,<br />
denn Geist allein kann einen Geist befruchten.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gibt die Spieler unter den Autoren,<br />
denen die Form der ganze Inhalt ist.<br />
Der Satzbau gilt nur als probate List<br />
und Spaß und Spiel der Sprache eingeboren.<br />
<br />
Die Leere ihrer Zeilen soll doch bitte<br />
beim Leser Räume für die Phantasie<br />
eröffnen, doch die Worte werden nie<br />
sinnlosen Spielkram je zu Sinn verkitten.<br />
<br />
Von andern angestrebt wird Inhaltsschwere.<br />
Fast spürt man, wie sie die Gedanken wuchten,<br />
sie aufrichten als Kreis von Monolithen.<br />
<br />
Nichts scheuen sie so wie das Ungefähre<br />
und können doch allein nur Einfalt bieten,<br />
denn Geist allein kann einen Geist befruchten.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Zu welchem Ende]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26920</link>
			<pubDate>Tue, 12 Dec 2023 15:14:41 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=5620">Christian Jostmann</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26920</guid>
			<description><![CDATA[Wenn ein Sonett beginnt, weiß ich noch selten,<br />
Zu welchem Ende es mich führen wird.<br />
Das hängt nämlich daran, was mich umschwirrt<br />
An Wörtern und in welche neuen Welten<br />
<br />
Sie mich entführn. Drum dürft ihr mich nicht schelten,<br />
Wenn manchmal Unerwartetes passiert.<br />
Dem Reime folgend hab ich mich verirrt<br />
Und lande beispielsweise – nein: nicht beim Zelten, <br />
		      sondern – bei den Kelten.<br />
<br />
Ob Kelten auch bereits Sonette schrieben?<br />
Das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.<br />
Sie hatten keine Schrift, und darum blieben<br />
<br />
Kaum Worte ihrer Sprache hier auf Erden<br />
zurück. Die stammen durchweg von Druiden<br />
Und handeln meist von Göttern. Oder Pferden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wenn ein Sonett beginnt, weiß ich noch selten,<br />
Zu welchem Ende es mich führen wird.<br />
Das hängt nämlich daran, was mich umschwirrt<br />
An Wörtern und in welche neuen Welten<br />
<br />
Sie mich entführn. Drum dürft ihr mich nicht schelten,<br />
Wenn manchmal Unerwartetes passiert.<br />
Dem Reime folgend hab ich mich verirrt<br />
Und lande beispielsweise – nein: nicht beim Zelten, <br />
		      sondern – bei den Kelten.<br />
<br />
Ob Kelten auch bereits Sonette schrieben?<br />
Das darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.<br />
Sie hatten keine Schrift, und darum blieben<br />
<br />
Kaum Worte ihrer Sprache hier auf Erden<br />
zurück. Die stammen durchweg von Druiden<br />
Und handeln meist von Göttern. Oder Pferden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[À propos Inhalt]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26812</link>
			<pubDate>Tue, 05 Dec 2023 11:59:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=5620">Christian Jostmann</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26812</guid>
			<description><![CDATA[Hab noch ein paar halbfertige Sonette<br />
Daheim in meiner Dichterwerkstatt liegen.<br />
Die muss ich jetzt mal langsam fertig kriegen.<br />
Von daher nichts wie raus aus meinem Bette!<br />
<br />
Zuallererst such ich mir ein paar nette<br />
Begriffe, die sich leicht zu Reimen fügen<br />
Und grade Sätze bilden ohne Biegen<br />
und Bruch der Rhythmus-Etikette.<br />
<br />
Das alles ist nicht übermäßig schwer.<br />
Viel schwerer wiegt für mich die Frage:<br />
Wo krieg ich einen guten Inhalt her?<br />
<br />
Das ist, womit ich mich am meisten plage.<br />
So ist auch dieses Stück an Inhalt leer,<br />
Nur leere Hülle, kurz gesagt: Staffage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hab noch ein paar halbfertige Sonette<br />
Daheim in meiner Dichterwerkstatt liegen.<br />
Die muss ich jetzt mal langsam fertig kriegen.<br />
Von daher nichts wie raus aus meinem Bette!<br />
<br />
Zuallererst such ich mir ein paar nette<br />
Begriffe, die sich leicht zu Reimen fügen<br />
Und grade Sätze bilden ohne Biegen<br />
und Bruch der Rhythmus-Etikette.<br />
<br />
Das alles ist nicht übermäßig schwer.<br />
Viel schwerer wiegt für mich die Frage:<br />
Wo krieg ich einen guten Inhalt her?<br />
<br />
Das ist, womit ich mich am meisten plage.<br />
So ist auch dieses Stück an Inhalt leer,<br />
Nur leere Hülle, kurz gesagt: Staffage.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wahrung der Form]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26637</link>
			<pubDate>Tue, 21 Nov 2023 14:48:15 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=5620">Christian Jostmann</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26637</guid>
			<description><![CDATA[Es könnte dies Sonett das letzte sein,<br />
Das ich jemals geschrieben haben werde.<br />
Der Schrecken sind zu viele auf der Erde,<br />
Als dass ein Dichter mit dem Stift allein<br />
<br />
Imstande wäre sie zu bannen – nein.<br />
Denn angesichts so vieler Krisenherde<br />
Ist ein Sonett nur hilflose Gebärde,<br />
Ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.<br />
<br />
Doch soll man das Sonett nicht unterschätzen.<br />
In seinen mehr als siebenhundert Jahren<br />
Sah es schon oft den Zeitgeist Messer wetzen,<br />
<br />
Sah ganze Völker in die Grube fahren,<br />
Und nichts davon vermochte zu verletzen<br />
Die Form. Sie gilt es alle Zeit zu wahren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es könnte dies Sonett das letzte sein,<br />
Das ich jemals geschrieben haben werde.<br />
Der Schrecken sind zu viele auf der Erde,<br />
Als dass ein Dichter mit dem Stift allein<br />
<br />
Imstande wäre sie zu bannen – nein.<br />
Denn angesichts so vieler Krisenherde<br />
Ist ein Sonett nur hilflose Gebärde,<br />
Ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.<br />
<br />
Doch soll man das Sonett nicht unterschätzen.<br />
In seinen mehr als siebenhundert Jahren<br />
Sah es schon oft den Zeitgeist Messer wetzen,<br />
<br />
Sah ganze Völker in die Grube fahren,<br />
Und nichts davon vermochte zu verletzen<br />
Die Form. Sie gilt es alle Zeit zu wahren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Massenware]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26365</link>
			<pubDate>Mon, 13 Nov 2023 16:36:52 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=5620">Christian Jostmann</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26365</guid>
			<description><![CDATA[Sonette, Leute, sind doch Massenware.<br />
Und dass ihr euch darüber nur nicht wundert!<br />
Ein guter Dichter schafft rund siebenhundert<br />
Im Laufe eines einz’gen Arbeitsjahres.<br />
<br />
Das ist der Grund, warum ich nicht abfahre<br />
Auf solchen stereotypen Fließband-Plunder.<br />
Das setzt mich nicht in Brand, da fehlt der Zunder.<br />
Ich stehe mehr aufs Exquisite, Rare.<br />
<br />
Es gibt wohl Lyrik, die ich gut befunden.<br />
Da endet keine Zeile mit ’nem Reim;<br />
Das Versmaß ist natürlich ungebunden,<br />
<br />
Und alle Wortanfänge schreibt man klein.<br />
Das Wichtigste jedoch: Für mich als Kunden<br />
Muss gute Lyrik un-ver-ständ-lich sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sonette, Leute, sind doch Massenware.<br />
Und dass ihr euch darüber nur nicht wundert!<br />
Ein guter Dichter schafft rund siebenhundert<br />
Im Laufe eines einz’gen Arbeitsjahres.<br />
<br />
Das ist der Grund, warum ich nicht abfahre<br />
Auf solchen stereotypen Fließband-Plunder.<br />
Das setzt mich nicht in Brand, da fehlt der Zunder.<br />
Ich stehe mehr aufs Exquisite, Rare.<br />
<br />
Es gibt wohl Lyrik, die ich gut befunden.<br />
Da endet keine Zeile mit ’nem Reim;<br />
Das Versmaß ist natürlich ungebunden,<br />
<br />
Und alle Wortanfänge schreibt man klein.<br />
Das Wichtigste jedoch: Für mich als Kunden<br />
Muss gute Lyrik un-ver-ständ-lich sein.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>