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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Johann Christoph Jakob Wilder]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Sat, 02 May 2026 12:01:06 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Die heiligen Stationen (8)]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26861</link>
			<pubDate>Sat, 16 Dec 2023 23:31:21 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26861</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die heiligen Stationen<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ein Sonettenkranz nach Adam Kraffts Standbildern.</span></span><br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I. Die Begegnung</span><br />
<br />
So muß zum Schmerze neuer Schmerz denn kommen!<br />
Den sie erzog mit mütterlicher Pflege,<br />
Erschaut ihr Auge auf dem Todeswege;<br />
In trüber Trauer ist ihr Blick geschwommen!<br />
<br />
Wie weilt die Wehmuth gerne bei den Frommen!<br />
Maria fühlt des Schicksals schwere Schläge<br />
Mehr, als wenn eine Welt selbst auf ihr läge,<br />
Ihr wird der vielgeliebte Sohn genommen!<br />
<br />
Sie sinket hin, die treuen Frauen halten<br />
Die Tiefbekümmerte, die sie begleiten,<br />
Johannes will sie sorglich unterstützen.<br />
<br />
Nur klagen kann die Liebe, nicht beschützen;<br />
Sie müht sich, Andern Lind'rung zu bereiten, -<br />
Erst Leiden kann, wie groß sie sei, entfalten.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II.Ach, welche Hilfe</span><br />
<br />
Den Landmann, der vom Felde heimgegangen,<br />
Greift auf der Knechte fühllos kalte Schaar;<br />
er beut den Rücken ohne Murren dar,<br />
Dem Herrn zu helfen - ist's auch ihr Verlangen?<br />
<br />
Er soll noch mehr Mißhandlung nur empfangen,<br />
Die süße Lust für ihre Bosheit war;<br />
Ihr Hohn macht seine Hoheit doppelt klar,<br />
Still duldet er's, wie keck sie in ihn drangen.<br />
<br />
Der Frevel lacht der Unschuld, die er schmäht;<br />
Er kann die Größe nicht im Herzen fassen,<br />
Die, schuldlos selbst, erträgt den Tod gelassen,<br />
<br />
Wo das Verbrechen ohne Scheu sich bläht.<br />
Kühn wagt die Faust, Verfolgte zu verletzen,<br />
Das Laster kennt kein Ziel und kein Entsetzen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">III. Der Liebe Warnung</span><br />
<br />
O, seht den Herrn sich zu den Weibern kehren,<br />
Von Liebe zeugt, was ihrem Aug' entflossen!<br />
Doch diese Wonne hat sein Herz genossen,<br />
Das konnten strenge Wachen nicht verwehren.<br />
<br />
Sich selbst vergessend, will er ihnen lehren,<br />
Zu sparen, was ihr Mitgefühl vergossen;<br />
Aus dunkler Zukunft würden für sie sprossen<br />
Bald Leiden, wo sie Thränen nicht entbehren.<br />
<br />
Weint nicht um mich, um euch, und eure Kinder,<br />
Sprach er zu ihnen warnend und voll Liebe,<br />
Des Unglücks Wolke schwebt um euch so trübe,<br />
<br />
Bleibt ihr verblendet, naht sie noch geschwinder. -<br />
Könnt ihr des Herren Huld in's Herz euch fassen?<br />
So wollt' er wirken, segnen und erblassen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">IV. Sankt Veronika</span><br />
<br />
Vor ihrer Thüre beut mit zarten Händen<br />
Die Jungfrau hier dem Herrn ein weißes Linnen;<br />
Sie sah den Schweiß ihm von der Stirne rinnen,<br />
Erquickung möchte sie dem Edlen spenden.<br />
<br />
Er bückt sich nieder, da befahl, zu enden,<br />
Ihr dort der Kriegsmann, strafend ihr Beginnen;<br />
Doch wird sie freudig nun ihr Glück erst innen,<br />
Er faßt das Leintuch, sie läßt ihn vollenden.<br />
<br />
Es bleiben plötzlich fest die theuern Züge,<br />
Veronika soll stets den Herrn erblicken<br />
So klar im Bild', wie er vor ihr gestanden.<br />
<br />
Nun hing iht Herz an ihm mit festen Banden,<br />
Es wächst im Anschau'n immer ihr Entzücken, -<br />
Wenn ihn doch Jeder in der Seele trüge!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">V. Wo ist das Ziel?</span><br />
<br />
Die Kniee zittern Dem, Dem alle Qualen<br />
Gedung'ner Groll bereitet ohne Rasten.<br />
Wer soll nicht sinken unter solchen Lasten,<br />
Womit Bethörte sein Erbarmen zahlen;<br />
<br />
Ihn, der geholfen zu so vielen Malen,<br />
Darf nun die Rohheit ungestraft betasten,<br />
Doch immer muß, wie sehr sie Ihn auch haßten,<br />
Der Seele Reinheit aus dem Aug' Ihm strahlen.<br />
<br />
Wird die Erlösung denn noch lange weilen?<br />
Bald winkt das Ende, bald sollst du's erreichen;<br />
Nah' ist das Ziel, der Kelch fast ausgeleeret.<br />
<br />
Wie lang der Dränger Muthwill' auch gewähret,<br />
Du bliebst geduldig unter ihren Streichen,<br />
Des Vaters Hand wird Deine Wunde heilen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VI. Matt zum Tode</span><br />
<br />
Er ist erlegen unter der Beschwerde!<br />
Sie mühen sich ihn wieder aufzuraffen,<br />
Dem auch die letzten Kräfte fast erschlaffen,<br />
Die müden Glieder ruhn auf harter Erde.<br />
<br />
Wem weckte Mitleid nicht des Herrn Gebärde?<br />
Sie wollen ihm erneute Schmerzen schaffen,<br />
Am Seile ziehen sie, am starken, schraffen,<br />
Am Arm, am Haupt, saß er erhoben werde!<br />
<br />
Mit eisig kalten, fühllos starren Mienen<br />
Umstehen ihn die grauen Waffenknechte,<br />
Fast wird er seinen matten Geist verhauchen.<br />
<br />
Weil jedes Mittel muß dem Hasse taugen, -<br />
Hier siegte Frevel stett der Wahrheit Rechte,<br />
Dort sollen Engel ihm auch wieder dienen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VII. Er hats vollbracht.</span><br />
<br />
Es ragt das Kreuz hoch in des Himmels Bläue,<br />
Von kaltem Stein zwar nur, voll Kunst gehauen,<br />
Doch soll hinauf die Andacht oftmals schauen.<br />
So starb der Heilige, der Reine, Treue!<br />
<br />
Und der Gedanke weck' uns stets aufs Neue<br />
Da nur auf ihn der Glaube soll vertrauen,<br />
Auf ihn des Herzens Hoffen fest zu bauen, -<br />
Er ging zum Tod, damit der Mensch sich freue.<br />
<br />
Hoch hangen neben ihm, die zu Gesellen<br />
Des Leidens ihm die Feinde beigegeben.<br />
Wieviel kann böser Wille nicht erdenken?<br />
<br />
Und endlich sollt' sein Haupt sich sterbend senken,<br />
Ein Hauch des Friedens um ihn kühlend schweben,<br />
Ihn konnt' auch nicht des Todes Kampf entstellen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VIII. Letzter Trost</span><br />
<br />
Da ruht der Leichnam in Johannes Schooße!<br />
Die Mutter muß den letzten Kuß ihm reichen,<br />
Zu seiner Hand, zu seinen Füßen beugen<br />
Zwei Frauen sich - ach ihn weckt kein Gekose!<br />
<br />
Ihr weint mit Recht, schwer sind der Trennung Loose,<br />
Den Kält'sten wird der Mutter Schmerz erreichen,<br />
Doch der Verwesung Macht muß seiner weichen,<br />
Nicht deckt des Herren Gruft die Zeit mit Moose.<br />
<br />
Der letzte Trost, der Liebe treues Sorgen<br />
Ist euch gegönnt, ihr legt ins Grab ihn nieder,<br />
Die Dornenkrone soll nicht lang ihn drücken.<br />
<br />
In Jüngershand die Frau'n sie dort erblicken,<br />
Sie wird zum Strahlenkranz, ihr seht ihn wieder,<br />
Ihn führt ins Leben bald der dritte Morgen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die heiligen Stationen<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ein Sonettenkranz nach Adam Kraffts Standbildern.</span></span><br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I. Die Begegnung</span><br />
<br />
So muß zum Schmerze neuer Schmerz denn kommen!<br />
Den sie erzog mit mütterlicher Pflege,<br />
Erschaut ihr Auge auf dem Todeswege;<br />
In trüber Trauer ist ihr Blick geschwommen!<br />
<br />
Wie weilt die Wehmuth gerne bei den Frommen!<br />
Maria fühlt des Schicksals schwere Schläge<br />
Mehr, als wenn eine Welt selbst auf ihr läge,<br />
Ihr wird der vielgeliebte Sohn genommen!<br />
<br />
Sie sinket hin, die treuen Frauen halten<br />
Die Tiefbekümmerte, die sie begleiten,<br />
Johannes will sie sorglich unterstützen.<br />
<br />
Nur klagen kann die Liebe, nicht beschützen;<br />
Sie müht sich, Andern Lind'rung zu bereiten, -<br />
Erst Leiden kann, wie groß sie sei, entfalten.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II.Ach, welche Hilfe</span><br />
<br />
Den Landmann, der vom Felde heimgegangen,<br />
Greift auf der Knechte fühllos kalte Schaar;<br />
er beut den Rücken ohne Murren dar,<br />
Dem Herrn zu helfen - ist's auch ihr Verlangen?<br />
<br />
Er soll noch mehr Mißhandlung nur empfangen,<br />
Die süße Lust für ihre Bosheit war;<br />
Ihr Hohn macht seine Hoheit doppelt klar,<br />
Still duldet er's, wie keck sie in ihn drangen.<br />
<br />
Der Frevel lacht der Unschuld, die er schmäht;<br />
Er kann die Größe nicht im Herzen fassen,<br />
Die, schuldlos selbst, erträgt den Tod gelassen,<br />
<br />
Wo das Verbrechen ohne Scheu sich bläht.<br />
Kühn wagt die Faust, Verfolgte zu verletzen,<br />
Das Laster kennt kein Ziel und kein Entsetzen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">III. Der Liebe Warnung</span><br />
<br />
O, seht den Herrn sich zu den Weibern kehren,<br />
Von Liebe zeugt, was ihrem Aug' entflossen!<br />
Doch diese Wonne hat sein Herz genossen,<br />
Das konnten strenge Wachen nicht verwehren.<br />
<br />
Sich selbst vergessend, will er ihnen lehren,<br />
Zu sparen, was ihr Mitgefühl vergossen;<br />
Aus dunkler Zukunft würden für sie sprossen<br />
Bald Leiden, wo sie Thränen nicht entbehren.<br />
<br />
Weint nicht um mich, um euch, und eure Kinder,<br />
Sprach er zu ihnen warnend und voll Liebe,<br />
Des Unglücks Wolke schwebt um euch so trübe,<br />
<br />
Bleibt ihr verblendet, naht sie noch geschwinder. -<br />
Könnt ihr des Herren Huld in's Herz euch fassen?<br />
So wollt' er wirken, segnen und erblassen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">IV. Sankt Veronika</span><br />
<br />
Vor ihrer Thüre beut mit zarten Händen<br />
Die Jungfrau hier dem Herrn ein weißes Linnen;<br />
Sie sah den Schweiß ihm von der Stirne rinnen,<br />
Erquickung möchte sie dem Edlen spenden.<br />
<br />
Er bückt sich nieder, da befahl, zu enden,<br />
Ihr dort der Kriegsmann, strafend ihr Beginnen;<br />
Doch wird sie freudig nun ihr Glück erst innen,<br />
Er faßt das Leintuch, sie läßt ihn vollenden.<br />
<br />
Es bleiben plötzlich fest die theuern Züge,<br />
Veronika soll stets den Herrn erblicken<br />
So klar im Bild', wie er vor ihr gestanden.<br />
<br />
Nun hing iht Herz an ihm mit festen Banden,<br />
Es wächst im Anschau'n immer ihr Entzücken, -<br />
Wenn ihn doch Jeder in der Seele trüge!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">V. Wo ist das Ziel?</span><br />
<br />
Die Kniee zittern Dem, Dem alle Qualen<br />
Gedung'ner Groll bereitet ohne Rasten.<br />
Wer soll nicht sinken unter solchen Lasten,<br />
Womit Bethörte sein Erbarmen zahlen;<br />
<br />
Ihn, der geholfen zu so vielen Malen,<br />
Darf nun die Rohheit ungestraft betasten,<br />
Doch immer muß, wie sehr sie Ihn auch haßten,<br />
Der Seele Reinheit aus dem Aug' Ihm strahlen.<br />
<br />
Wird die Erlösung denn noch lange weilen?<br />
Bald winkt das Ende, bald sollst du's erreichen;<br />
Nah' ist das Ziel, der Kelch fast ausgeleeret.<br />
<br />
Wie lang der Dränger Muthwill' auch gewähret,<br />
Du bliebst geduldig unter ihren Streichen,<br />
Des Vaters Hand wird Deine Wunde heilen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VI. Matt zum Tode</span><br />
<br />
Er ist erlegen unter der Beschwerde!<br />
Sie mühen sich ihn wieder aufzuraffen,<br />
Dem auch die letzten Kräfte fast erschlaffen,<br />
Die müden Glieder ruhn auf harter Erde.<br />
<br />
Wem weckte Mitleid nicht des Herrn Gebärde?<br />
Sie wollen ihm erneute Schmerzen schaffen,<br />
Am Seile ziehen sie, am starken, schraffen,<br />
Am Arm, am Haupt, saß er erhoben werde!<br />
<br />
Mit eisig kalten, fühllos starren Mienen<br />
Umstehen ihn die grauen Waffenknechte,<br />
Fast wird er seinen matten Geist verhauchen.<br />
<br />
Weil jedes Mittel muß dem Hasse taugen, -<br />
Hier siegte Frevel stett der Wahrheit Rechte,<br />
Dort sollen Engel ihm auch wieder dienen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VII. Er hats vollbracht.</span><br />
<br />
Es ragt das Kreuz hoch in des Himmels Bläue,<br />
Von kaltem Stein zwar nur, voll Kunst gehauen,<br />
Doch soll hinauf die Andacht oftmals schauen.<br />
So starb der Heilige, der Reine, Treue!<br />
<br />
Und der Gedanke weck' uns stets aufs Neue<br />
Da nur auf ihn der Glaube soll vertrauen,<br />
Auf ihn des Herzens Hoffen fest zu bauen, -<br />
Er ging zum Tod, damit der Mensch sich freue.<br />
<br />
Hoch hangen neben ihm, die zu Gesellen<br />
Des Leidens ihm die Feinde beigegeben.<br />
Wieviel kann böser Wille nicht erdenken?<br />
<br />
Und endlich sollt' sein Haupt sich sterbend senken,<br />
Ein Hauch des Friedens um ihn kühlend schweben,<br />
Ihn konnt' auch nicht des Todes Kampf entstellen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VIII. Letzter Trost</span><br />
<br />
Da ruht der Leichnam in Johannes Schooße!<br />
Die Mutter muß den letzten Kuß ihm reichen,<br />
Zu seiner Hand, zu seinen Füßen beugen<br />
Zwei Frauen sich - ach ihn weckt kein Gekose!<br />
<br />
Ihr weint mit Recht, schwer sind der Trennung Loose,<br />
Den Kält'sten wird der Mutter Schmerz erreichen,<br />
Doch der Verwesung Macht muß seiner weichen,<br />
Nicht deckt des Herren Gruft die Zeit mit Moose.<br />
<br />
Der letzte Trost, der Liebe treues Sorgen<br />
Ist euch gegönnt, ihr legt ins Grab ihn nieder,<br />
Die Dornenkrone soll nicht lang ihn drücken.<br />
<br />
In Jüngershand die Frau'n sie dort erblicken,<br />
Sie wird zum Strahlenkranz, ihr seht ihn wieder,<br />
Ihn führt ins Leben bald der dritte Morgen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hans Sachs]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26863</link>
			<pubDate>Thu, 14 Dec 2023 09:30:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26863</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hans Sachs</span><br />
<br />
Da sitzt der Greis mit silberweißem Barte<br />
Am Tische still, als ob er emsig dächte!<br />
Doch seinen Geist umlagern dunkle Nächte,<br />
Rings Bücher offen, wie er's sonst gewahrte!<br />
<br />
Der treue Sänger, der es offenbarte,<br />
was ihm verliehen des Gesanges Mächte -<br />
Er hat nichts mehr, das ihm noch Freude brächte,<br />
Da er gern alles gab, die Kraft nicht sparte.<br />
<br />
Du matte Lampe hast dich selbst verzehret!<br />
Wie muß des Grabes Ruhe den erquicken,<br />
Der lebend ja nicht mehr gehört der Erde!<br />
<br />
Die Hülle bricht, das Lied wird noch geehret!<br />
Es sank dein Grab, das Halme längst umnicken,<br />
Der Dichter bleibt, der durch sich selbst Verklärte!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hans Sachs</span><br />
<br />
Da sitzt der Greis mit silberweißem Barte<br />
Am Tische still, als ob er emsig dächte!<br />
Doch seinen Geist umlagern dunkle Nächte,<br />
Rings Bücher offen, wie er's sonst gewahrte!<br />
<br />
Der treue Sänger, der es offenbarte,<br />
was ihm verliehen des Gesanges Mächte -<br />
Er hat nichts mehr, das ihm noch Freude brächte,<br />
Da er gern alles gab, die Kraft nicht sparte.<br />
<br />
Du matte Lampe hast dich selbst verzehret!<br />
Wie muß des Grabes Ruhe den erquicken,<br />
Der lebend ja nicht mehr gehört der Erde!<br />
<br />
Die Hülle bricht, das Lied wird noch geehret!<br />
Es sank dein Grab, das Halme längst umnicken,<br />
Der Dichter bleibt, der durch sich selbst Verklärte!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bei Dürers Grab]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26862</link>
			<pubDate>Sun, 10 Dec 2023 23:52:38 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26862</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Bei Dürers Grab</span><br />
<br />
Kein köstlich Denkmal ist dir noch ebauet,<br />
Der harte Stein nur hat dich decken müssen!<br />
Dir ward erst Friede als dieß Ruhekissen<br />
Dich barg, als erst dein Geist das Licht erschauet.<br />
<br />
Wär' neue kraft auf dich herabgethauet,<br />
Der du das Herrlichste schufst treubeflissen!<br />
Dich ließ das Leben ja soviel vermissen,<br />
Doch hat dein frommes Herz Gott gern vertrauet:<br />
<br />
Denn Andacht glüht aus deines Pinsels Bildern,<br />
Du hast das Heilige in dir gefühlet,<br />
Es kann die Zeit der Perle Glanz nicht trüben.<br />
<br />
Du bist die Perle deutscher Kunst geblieben!<br />
Der leichte Schaum sinkt, der betrüglich spielet;<br />
Dein Ruhm klebt nicht an todten Wappenschildern.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Bei Dürers Grab</span><br />
<br />
Kein köstlich Denkmal ist dir noch ebauet,<br />
Der harte Stein nur hat dich decken müssen!<br />
Dir ward erst Friede als dieß Ruhekissen<br />
Dich barg, als erst dein Geist das Licht erschauet.<br />
<br />
Wär' neue kraft auf dich herabgethauet,<br />
Der du das Herrlichste schufst treubeflissen!<br />
Dich ließ das Leben ja soviel vermissen,<br />
Doch hat dein frommes Herz Gott gern vertrauet:<br />
<br />
Denn Andacht glüht aus deines Pinsels Bildern,<br />
Du hast das Heilige in dir gefühlet,<br />
Es kann die Zeit der Perle Glanz nicht trüben.<br />
<br />
Du bist die Perle deutscher Kunst geblieben!<br />
Der leichte Schaum sinkt, der betrüglich spielet;<br />
Dein Ruhm klebt nicht an todten Wappenschildern.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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