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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Friedrich Carl August Freiherr von Zu Rhein]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 15:39:42 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[An Laura (6)]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26684</link>
			<pubDate>Wed, 20 Dec 2023 00:14:22 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26684</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Laura<br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Ich sah im Aetherblau ein Sternlein schwimmen,<br />
Gar traulich lachte mir sein stilles Glänzen;<br />
Ich sah es gern vor all' den Sternen-Kränzen,<br />
Die hehr das weite Himmelszelt durchglimmen;<br />
<br />
Viel Blüthen lockten mich mit Zauber-Stimmen,<br />
Sie riefen mir aus bunten Farben-Tänzen;<br />
Ein Blümchen pflückt' ich mir aus all' den Lenzen,<br />
Und ließ verschmäht die andern stolz ergrimmen.<br />
<br />
Ich sah ja, Laura, Deine holden Augen,<br />
Und liebte Dich, doch nicht mit heißem Toben,<br />
Ich liebe still, wie Veilchendüfte hauchen,<br />
<br />
Ich liebe sehnend Dich, wie's Sternlein oben,<br />
Ganz möcht' ich in Dein Wesen niedertauchen,<br />
Weil hoch Du über Nied'res mich erhoben!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II.</span><br />
<br />
Was ist's, daß ich mir selbst ein Rätsel scheine?<br />
Bald wähn' ich auf dem Meer der Lust zu schiffen,<br />
Umlacht vom Aetherblau und Rosenscheine;<br />
Bald ist mein Kahn zerschellt an Felsenriffen.<br />
<br />
Im Traume seh' ich schöne goldne Schreine,<br />
Voll von Pokalen, künstlerisch geschliffen,<br />
Und füll' ich sie mit lebensmuth'gem Weine,<br />
Ist's ekler Wermuth nur, den ich ergriffen.<br />
<br />
Heut sonnet sich in Freiheit stolz mein Wesen,<br />
Und morgen schon häng' ich an schwerer Kette,<br />
Und weiß es nicht, was gestern ist gewesen,<br />
<br />
Und sinne nicht, wie ich mich muthig rette;<br />
Wer mag dieß Räthsel meiner Sinne lösen?<br />
Du zauderst? Und doch kannst nur Du's, Laurette!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">III.</span><br />
<br />
Noch ist es nicht, das süße Wort, gesprochen,<br />
Verschlossen liegt's in treu verschwiegnem Herzen,<br />
Doch länger nicht trag ich der Sehnsucht Schmerzen,<br />
In banger Brust der Wünsche lautes Pochen.<br />
<br />
Frey sey das Wort, die Fessel sey gebrochen,<br />
Des Kerkers Nacht erhellt von Liebeskerzen,<br />
Verscheucht der Gram von leichtbeschwingten Scherzen,<br />
Mit muth'ger Kraft des Zagens Damm durchstochen!<br />
<br />
Warum sollt' ich's Dir freudig nicht bekennen,<br />
Wem meiner Pulse Takte liebend schlagen,<br />
Wen sehnend mir der Haine Echo nennen,<br />
<br />
Wem ich im Heiligthum der Brust getragen?<br />
Du bist's, der meiner Liebe Opfer brennen,<br />
Dich bet' ich an: o zürne nicht dem Wagen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">IV.</span><br />
<br />
Noch bist Du mein, noch lacht aus Deinen Zügen<br />
Der Liebe zarterschloss'ner Frühlings-Garten;<br />
Wie Blüthen seh' ich noch zum Kranz sich fügen<br />
Die süße Gunst und Neigungen, die zarten.<br />
<br />
O Laura, sollten diese Blicke trügen;<br />
Die Liebe, die die Engel gern bewahrten,<br />
Wär' nur des Sommers-Vogel buntes Fliegen<br />
Von einer Blume zu den andern Arten?<br />
<br />
Nein, Zweifelsucht, mit deinen gift'gen Schlangen<br />
Sollst du mir nicht das treue Herz umstricken;<br />
Warum dieß düst're, quälende Erbangen?<br />
<br />
Les' ich nicht klar in Laura's reinen Blicken,<br />
Ihr Liebreiz habe ewig mich umfangen.<br />
Für eine Ewigkeit mich zu beglücken?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">V.</span><br />
<br />
Ein Lied verlangte scherzend heut die Holde,<br />
Als sey mein Lieben nicht ein stetes Spielen<br />
Mit lieblichen, harmonischen Gefühlen<br />
Auf meines Herzens reinem Saiten-Golde;<br />
<br />
Doch Du gebeust, ich steh' in deinem Solde,<br />
Mir ward ja neidenswerthes Loos vor Vielen,<br />
Daß meine Lieder, Schönste, Dir gefielen,<br />
Die Dir mein treues Herz begeistert zollte.<br />
<br />
Ich singe Dir; doch soll ich würdig singen,<br />
So leite Du die unstät irren Triebe,<br />
Gebiete Du des Sanges luft'gen Schwingen,<br />
<br />
Führ' sie zur Sonne durch das irdisch' Trübe,<br />
Und schenke mir, das Zagen zu bezwingen,<br />
Schenk', Laura mir, was ich Dir singe, - Liebe!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VI.</span><br />
<br />
Du schweidest, Laura, hin zu weiten Fernen<br />
Ziehst Du, und nicht mehr wird Dich schauen<br />
Mein Blick, doch eine Brücke will sich bauen<br />
Die Sehnsucht kühn zu den verwandten Sternen;<br />
<br />
Die Kunst der bunten Farben will ich lernen,<br />
Auf Linnen zaubern holde Frühlings-Auen,<br />
Und sie mit Deinen Reizen überthauen,<br />
Mit Deiner Huld das Himmelszelt besternen;<br />
<br />
Ein Gärtner will ich seyn, und treulich warten<br />
Der zarten Blumen; blüht doch meinem Herzen<br />
In der Erinn'rung auch ein schöner Garten;<br />
<br />
Und sind die Früchte gleich nur Liebes-Schmerzen,<br />
Wenn in dem kalten Jetzt die Blüthen starrten,<br />
War süß es doch, mit Täuschung so zu scherzen!<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Laura<br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Ich sah im Aetherblau ein Sternlein schwimmen,<br />
Gar traulich lachte mir sein stilles Glänzen;<br />
Ich sah es gern vor all' den Sternen-Kränzen,<br />
Die hehr das weite Himmelszelt durchglimmen;<br />
<br />
Viel Blüthen lockten mich mit Zauber-Stimmen,<br />
Sie riefen mir aus bunten Farben-Tänzen;<br />
Ein Blümchen pflückt' ich mir aus all' den Lenzen,<br />
Und ließ verschmäht die andern stolz ergrimmen.<br />
<br />
Ich sah ja, Laura, Deine holden Augen,<br />
Und liebte Dich, doch nicht mit heißem Toben,<br />
Ich liebe still, wie Veilchendüfte hauchen,<br />
<br />
Ich liebe sehnend Dich, wie's Sternlein oben,<br />
Ganz möcht' ich in Dein Wesen niedertauchen,<br />
Weil hoch Du über Nied'res mich erhoben!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II.</span><br />
<br />
Was ist's, daß ich mir selbst ein Rätsel scheine?<br />
Bald wähn' ich auf dem Meer der Lust zu schiffen,<br />
Umlacht vom Aetherblau und Rosenscheine;<br />
Bald ist mein Kahn zerschellt an Felsenriffen.<br />
<br />
Im Traume seh' ich schöne goldne Schreine,<br />
Voll von Pokalen, künstlerisch geschliffen,<br />
Und füll' ich sie mit lebensmuth'gem Weine,<br />
Ist's ekler Wermuth nur, den ich ergriffen.<br />
<br />
Heut sonnet sich in Freiheit stolz mein Wesen,<br />
Und morgen schon häng' ich an schwerer Kette,<br />
Und weiß es nicht, was gestern ist gewesen,<br />
<br />
Und sinne nicht, wie ich mich muthig rette;<br />
Wer mag dieß Räthsel meiner Sinne lösen?<br />
Du zauderst? Und doch kannst nur Du's, Laurette!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">III.</span><br />
<br />
Noch ist es nicht, das süße Wort, gesprochen,<br />
Verschlossen liegt's in treu verschwiegnem Herzen,<br />
Doch länger nicht trag ich der Sehnsucht Schmerzen,<br />
In banger Brust der Wünsche lautes Pochen.<br />
<br />
Frey sey das Wort, die Fessel sey gebrochen,<br />
Des Kerkers Nacht erhellt von Liebeskerzen,<br />
Verscheucht der Gram von leichtbeschwingten Scherzen,<br />
Mit muth'ger Kraft des Zagens Damm durchstochen!<br />
<br />
Warum sollt' ich's Dir freudig nicht bekennen,<br />
Wem meiner Pulse Takte liebend schlagen,<br />
Wen sehnend mir der Haine Echo nennen,<br />
<br />
Wem ich im Heiligthum der Brust getragen?<br />
Du bist's, der meiner Liebe Opfer brennen,<br />
Dich bet' ich an: o zürne nicht dem Wagen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">IV.</span><br />
<br />
Noch bist Du mein, noch lacht aus Deinen Zügen<br />
Der Liebe zarterschloss'ner Frühlings-Garten;<br />
Wie Blüthen seh' ich noch zum Kranz sich fügen<br />
Die süße Gunst und Neigungen, die zarten.<br />
<br />
O Laura, sollten diese Blicke trügen;<br />
Die Liebe, die die Engel gern bewahrten,<br />
Wär' nur des Sommers-Vogel buntes Fliegen<br />
Von einer Blume zu den andern Arten?<br />
<br />
Nein, Zweifelsucht, mit deinen gift'gen Schlangen<br />
Sollst du mir nicht das treue Herz umstricken;<br />
Warum dieß düst're, quälende Erbangen?<br />
<br />
Les' ich nicht klar in Laura's reinen Blicken,<br />
Ihr Liebreiz habe ewig mich umfangen.<br />
Für eine Ewigkeit mich zu beglücken?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">V.</span><br />
<br />
Ein Lied verlangte scherzend heut die Holde,<br />
Als sey mein Lieben nicht ein stetes Spielen<br />
Mit lieblichen, harmonischen Gefühlen<br />
Auf meines Herzens reinem Saiten-Golde;<br />
<br />
Doch Du gebeust, ich steh' in deinem Solde,<br />
Mir ward ja neidenswerthes Loos vor Vielen,<br />
Daß meine Lieder, Schönste, Dir gefielen,<br />
Die Dir mein treues Herz begeistert zollte.<br />
<br />
Ich singe Dir; doch soll ich würdig singen,<br />
So leite Du die unstät irren Triebe,<br />
Gebiete Du des Sanges luft'gen Schwingen,<br />
<br />
Führ' sie zur Sonne durch das irdisch' Trübe,<br />
Und schenke mir, das Zagen zu bezwingen,<br />
Schenk', Laura mir, was ich Dir singe, - Liebe!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VI.</span><br />
<br />
Du schweidest, Laura, hin zu weiten Fernen<br />
Ziehst Du, und nicht mehr wird Dich schauen<br />
Mein Blick, doch eine Brücke will sich bauen<br />
Die Sehnsucht kühn zu den verwandten Sternen;<br />
<br />
Die Kunst der bunten Farben will ich lernen,<br />
Auf Linnen zaubern holde Frühlings-Auen,<br />
Und sie mit Deinen Reizen überthauen,<br />
Mit Deiner Huld das Himmelszelt besternen;<br />
<br />
Ein Gärtner will ich seyn, und treulich warten<br />
Der zarten Blumen; blüht doch meinem Herzen<br />
In der Erinn'rung auch ein schöner Garten;<br />
<br />
Und sind die Früchte gleich nur Liebes-Schmerzen,<br />
Wenn in dem kalten Jetzt die Blüthen starrten,<br />
War süß es doch, mit Täuschung so zu scherzen!<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An ***]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26682</link>
			<pubDate>Tue, 05 Dec 2023 08:01:59 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26682</guid>
			<description><![CDATA[.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An ***</span><br />
<br />
Wenn, ungewohnt sein Schwingen-Paar zu heben,<br />
Zum erstenmal das junge Vögelein<br />
Den Flug beginnet durch den grünen Hain,<br />
Der liebend ihm geschirmt das zarte Leben;<br />
<br />
Wenn stets dann fruchtlos bleibt sein mühsam Streben;<br />
Dann ruft's die Alten, hilfreich ihm zu seyn;<br />
Und sieh, die Treuen kommen, im Verein<br />
Bemüh'n sie sich, das Kind hinauf zu heben.<br />
<br />
Auch ich, der Neuling in der Kunst der Musen,<br />
Heb', jenem Vöglein gleich, mein Schwingen-Paar;<br />
Doch müde sinkt's, und Schmerz bestürmt der Busen.<br />
<br />
O Du, der kühn Du Dich emporgehoben,<br />
Dem selbst die Grazien umkränzt das Haar,<br />
Mich lehr' den Flug! - Das Sehnen rankt nach Oben!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An ***</span><br />
<br />
Wenn, ungewohnt sein Schwingen-Paar zu heben,<br />
Zum erstenmal das junge Vögelein<br />
Den Flug beginnet durch den grünen Hain,<br />
Der liebend ihm geschirmt das zarte Leben;<br />
<br />
Wenn stets dann fruchtlos bleibt sein mühsam Streben;<br />
Dann ruft's die Alten, hilfreich ihm zu seyn;<br />
Und sieh, die Treuen kommen, im Verein<br />
Bemüh'n sie sich, das Kind hinauf zu heben.<br />
<br />
Auch ich, der Neuling in der Kunst der Musen,<br />
Heb', jenem Vöglein gleich, mein Schwingen-Paar;<br />
Doch müde sinkt's, und Schmerz bestürmt der Busen.<br />
<br />
O Du, der kühn Du Dich emporgehoben,<br />
Dem selbst die Grazien umkränzt das Haar,<br />
Mich lehr' den Flug! - Das Sehnen rankt nach Oben!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An ihrem Geburtstage (2)]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26685</link>
			<pubDate>Sat, 02 Dec 2023 07:45:11 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26685</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An ihrem Geburtstage<br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Wär ich ein Mahler, kundig der Palette,<br />
Und lachte mir der Farben holde Weihe,<br />
Ein jubelnd Herz voll heißer Lieb' und Treue<br />
Mahlt' heut' ich auf der Leinwand blanke Glätte;<br />
<br />
Und wenn Amphions Leyer Rund ich hätte<br />
Und stünd' ich in der Sänger hoher Reihe,<br />
Wohl säng' ich heut, daß, Mädchen, Dich's erfreue<br />
Ein stolzes Lied, denn klingender Sonette.<br />
<br />
Wär ich ein Gnome heut, wie gern die Dichter<br />
Sie aus dem Fabelreich der Träume rufen,<br />
Umstrahlt von schön'rer Mächte Zauber Sonnen,<br />
<br />
Beim Silberglanz der tausend Sternen Lichter<br />
Stieg heute ich hinab die tiefen Stufen,<br />
Und schöpfte Glück Dir aus dem Segensbronnen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II.</span><br />
<br />
Nun mir der Farben holde Kunst nicht eigen,<br />
Nun mir nicht ward der Gnomen zaub'risch Walten,<br />
Sag an, in welchen lieblichen Gestalten<br />
Soll der Gefühle Abbild ich Dir zeigen?<br />
<br />
O Mädchen, Du, die fest mit Blüthenzweigen<br />
Auf ewig Herz und Sinn umschlungen halten,<br />
Die Du mir hell'st der Seele tiefste Falten,<br />
Wie arm, muß ich vor Dir mich, Hohe, neigen!<br />
<br />
Doch möge drum nicht kalt mein Lieben scheinen,<br />
Laß spurlos nicht mein Lied vor Dir verhallen!<br />
Laß Brust an Brust uns sinken, Herz dem Herzen<br />
<br />
In liebender Begegnung erst sich einen,<br />
Dann wird Dir laut ein Sang entgegenwalten<br />
Von Lieb' und Treu', und heißer Sehnsucht Schmerzen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An ihrem Geburtstage<br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Wär ich ein Mahler, kundig der Palette,<br />
Und lachte mir der Farben holde Weihe,<br />
Ein jubelnd Herz voll heißer Lieb' und Treue<br />
Mahlt' heut' ich auf der Leinwand blanke Glätte;<br />
<br />
Und wenn Amphions Leyer Rund ich hätte<br />
Und stünd' ich in der Sänger hoher Reihe,<br />
Wohl säng' ich heut, daß, Mädchen, Dich's erfreue<br />
Ein stolzes Lied, denn klingender Sonette.<br />
<br />
Wär ich ein Gnome heut, wie gern die Dichter<br />
Sie aus dem Fabelreich der Träume rufen,<br />
Umstrahlt von schön'rer Mächte Zauber Sonnen,<br />
<br />
Beim Silberglanz der tausend Sternen Lichter<br />
Stieg heute ich hinab die tiefen Stufen,<br />
Und schöpfte Glück Dir aus dem Segensbronnen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II.</span><br />
<br />
Nun mir der Farben holde Kunst nicht eigen,<br />
Nun mir nicht ward der Gnomen zaub'risch Walten,<br />
Sag an, in welchen lieblichen Gestalten<br />
Soll der Gefühle Abbild ich Dir zeigen?<br />
<br />
O Mädchen, Du, die fest mit Blüthenzweigen<br />
Auf ewig Herz und Sinn umschlungen halten,<br />
Die Du mir hell'st der Seele tiefste Falten,<br />
Wie arm, muß ich vor Dir mich, Hohe, neigen!<br />
<br />
Doch möge drum nicht kalt mein Lieben scheinen,<br />
Laß spurlos nicht mein Lied vor Dir verhallen!<br />
Laß Brust an Brust uns sinken, Herz dem Herzen<br />
<br />
In liebender Begegnung erst sich einen,<br />
Dann wird Dir laut ein Sang entgegenwalten<br />
Von Lieb' und Treu', und heißer Sehnsucht Schmerzen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sänger-Preis]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26683</link>
			<pubDate>Sun, 26 Nov 2023 03:59:04 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=26683</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sänger-Preis</span><br />
<br />
Süß tönt die Lyra an des Sängers Seite,<br />
In goldnen Wogen strömt des Liedes Quelle,<br />
Und bunte Bilder spiegeln in der Helle<br />
Der Fluth den ewig grünen Kranz der Freude.<br />
<br />
Hehr steht er, in dem heil'gen Priester-Kleide,<br />
Der Muse Sohn, auf ihres Tempels Schwelle,<br />
Von ihrem Kuß durchglüht, rauscht auf die Welle<br />
Der Phantasie, und braust in ferne Weite.<br />
<br />
Ein Schiffer auf der Zeiten Oceane<br />
Durchsegelt schnell der Sänger die Aeonen,<br />
In seines Liedes leichtgefügtem Kahne;<br />
<br />
Den Günst'gen beut er seiner Dichtung Kronen,<br />
Und schmäht der Haufe ihn im stolzen Wahne,<br />
Wird dankend doch der Enkel ihm noch lohnen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sänger-Preis</span><br />
<br />
Süß tönt die Lyra an des Sängers Seite,<br />
In goldnen Wogen strömt des Liedes Quelle,<br />
Und bunte Bilder spiegeln in der Helle<br />
Der Fluth den ewig grünen Kranz der Freude.<br />
<br />
Hehr steht er, in dem heil'gen Priester-Kleide,<br />
Der Muse Sohn, auf ihres Tempels Schwelle,<br />
Von ihrem Kuß durchglüht, rauscht auf die Welle<br />
Der Phantasie, und braust in ferne Weite.<br />
<br />
Ein Schiffer auf der Zeiten Oceane<br />
Durchsegelt schnell der Sänger die Aeonen,<br />
In seines Liedes leichtgefügtem Kahne;<br />
<br />
Den Günst'gen beut er seiner Dichtung Kronen,<br />
Und schmäht der Haufe ihn im stolzen Wahne,<br />
Wird dankend doch der Enkel ihm noch lohnen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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