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William Blake: A Poison Tree
#1
GB 
A Poison Tree

I was angry with my friend:
I told my wrath, my wrath did end.
I was angry with my foe:
I told it not, my wrath did grow.

And I water'd it in fears,
Night & morning with my tears;
And I sunned it with my smiles
And with soft deceitful wiles.

And it grew both day and night,
Till it bore an apple bright;
And my foe beheld it shine,
And he knew that it was mine,

And into my garden stole
When the night had veil'd the pole:
In the morning, glad, I see
My foe outstretch'd beneath the tree

Ein Giftbaum

Ich war wütend auf den Freund:
schalt ihn und der Zorn verschwand.
Ich war wütend auf den Feind,
schwieg, der Zorn wuchs kurzerhand.

Träufte Nachts viel Furcht darauf,
morgens Tränen noch zuhauf,
wärmte ihn mit Lächeln fein,
gab ihm sanfte Lügen ein.

So wuchs er bei Tag und Nacht,
wuchs zum Apfelbaum voll Pracht.
Und mein Feind sah seinen Glanz,
wusste er gehört mir ganz

hat nach ihm sich still gereckt,
als die Nacht den Nordstern deckt.
Morgens sah ich mit Vergnügen
den Feind dann unterm Giftbaum liegen.
Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
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#2
Ein schönes, boshaftes Gedicht. An der Übersetzung gibt es auch nichts auszusetzen.
Wer wohl der Feind des Dichters war? Vielleicht ein Kritiker? Denen wünschen Dichter ja gerne mal was Schlimmes ... Aber vielleicht schläft der Bursche nur unterm Giftbaum und wird sich gleich räkeln und ausgeschlafen strecken! Bei Blake kann man nie sicher sein.

Gruß
Josef
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