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Ungelebter Tag
#1
Vita 
Ungelebter Tag

Die Bilder im Kopf verändern sich.
Das sei unmöglich, sagst du,
weil es diese nicht gäbe.
Sie wären genauso wenig Wirklichkeit
wie die Abbildungen außerhalb
und agierten als Einbildungen in einem Kopf,
den ich nicht hätte,
weil er faktisch nicht bestehe.
Und da es nun mal hieße:
Wie innen, so außen,
sei auch das ganze Drumherum
die Fata Morgana eines Universums,
das seit Jahrmillionen nicht mehr vorkomme,
das es vermutlich nie gegeben habe -
und damit könne ich die inneren Auftritte
kippen.
Genau wie das ganze Innen und Außen.
Weil es nicht vorhanden sei,
genau wie du und ich,
einschließlich dessen, was uns an
Vorgeblichem umgibt.
Und darum wäre es in der Regel egal,
welche Studien ich in meinem Kopf betriebe,
da es sich um nicht existente Abgüsse
eines nicht existierenden Geistes handle.

Der du mit deinen Weisheiten mir
manch ungelebten Tag erleuchtet hast -
Schade, dass es dich nicht gibt!
 
© Karin Rohner 2003/2021
Des Daseins eigentlichen Anfang macht die Schrift.
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#2
Hallo Cameleon

Ich weiß, man sollte Autor und und Lyrich nicht verwechseln, und hier ist es zudem das lyrische Du, das den Denkfehler macht, aber ich möchte ihn dennoch nicht unwidersprochen lassen:

Unsere Sinne können uns täuschen.
Das hat Platon in seinen Höhlengleichnis beschrieben, und auch spätere Denker wie Descartes, Leibniz oder Kant haben nach den Grundbedingungen der Erkenntnisfähigkeit gefragt. Wenn man unsere Sinne als verlässliche Quelle der Erkenntnis ausschließt, kann man fast alles anzweifeln, aber eben nur fast. Die Welt um uns herum, unsere Mitmenschen, selbst der eigene Körper wird zur blos erdachten Erscheinung. Aber auch wenn die ganze Welt nur erträumt ist, wie es z.B. Hinduisten sagen, muss es einen Träumer geben, ein träumendes Subjekt, das sich das alles ausdenkt. Auch in normalen träumen, egal wie phantastisch sie sind, gibt es ein erlebendes Ich, das identisch ist mit dem realen ich, auch wenn es vielleicht andere Fähigkeiten oder körperliche Atribute hat.

Die Zeilen "Weil es nicht vorhanden sei, genau wie du und ich" sind also so nicht haltbar. "Ich denke, also bin ich" Das zumindest ist unbestreitbar.
Dass wir allein in der Welt sind ist zudem höchst unplausibel, da wir ohne äußere Anregung kaum zu träumen oder denken in der Lage wären. Wir sind also nicht allein auf der Welt. Und wenn die Erscheinungen nichts mit den realen Dingen zu tun hätten, wären wir auch nicht lebensfähig. Eine zumindest lose Analogie muss also gegeben sein..

Gruß
ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
Hallo Zaunkönig,
schön, dass wir das per PN klären konnten.
Gruß
cameleon
Des Daseins eigentlichen Anfang macht die Schrift.
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