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Koi-Teich im Bonsaigarten Ferch
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29.09.2022, 01:01
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.06.2023, 18:58 von ZaunköniG.)
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Koi-Teich im Bonsaigarten Ferch
Oktober 2020
Gespreizte Kiefernäste lassen Luft
für tiefe Perspektiven. Azaleen
und Farne, Rasen... Sauber ist das Grün
im Hintergrund des Koi-Teichs abgestuft.
Als hätte man die Pinsel ausgespült,
liegt jener gelblich-grün im Sonnenschein,
gerahmt von manchem rau gerieften Stein
und wird nur hier und da kurz aufgewühlt,
wenn irgendwo ein Koi sein Fischmaul lupft.
Ein roter Fleck. Kaum scheint er auf, verschwimmt
gleich wieder unter kräuselnder Bewegung.
Zur Achtsamkeit ermahnt auch die Zuwegung.
Purpur die Ahorne, sacht hingetupft,
dass der Kontrast zu Stein und Wasser stimmt.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Sei gegrüßt, ZaunköniG.
Spät komme ich, aber ich komme. Die Fotos sind eine schöne Beigabe, hätte es - für mich - bei dieser malereibetonten Natur- bzw. Landschaftsbeoabachtung allerdings nicht gebraucht, denn dieses Sonett spricht mit seinem feinen Pinselstrich für sich. Die lyrische Form und Szenerie mit Malerei (zumindest für mein Empfinden, "Perspektive" (gut, das gilt auch noch für Fotographie, wie "gerahmt"), dann aber "Pinsel" und "hingetupft") zu verbinden, finde ich sehr passend und überzeugend umgesetzt.
Sehr interessant finde ich auch den Betonungsbruch im letzten Terzett, der - für mein Empfinden - allerdings sehr ausgesucht gewählt ist, da er in direkter Verbindung mit der "Bewegung" und der 'Ermahnung zur Achtsamkeit bei der Zuwegung' (die man wohl kaum auf "we" betont, da muss man eben etwas aufpassen) steht und vielleicht sogar die "kräuselnden" Bewegungen im und auf dem Wasser mit der doch sehr strikt und exakt organisierten steinernen und pflanzlich sauber abgestuften Umgebung des Teichs - insbesondere im Kontext japanischer Gärten - vergleichen soll.
War das ein Experiment in Richtung der Dinggedichte?
Hat mir in jedem Fall ausnehmend gut gefallen.
Grüße vom Olymp,
Aphrodite
Die Schönste
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Hallo Aphrodite,
Ist nicht jedes Gedicht ein Experiment, auch dort wo wir nicht komplett neues Terrain betreten, sondern nur Bekanntes variieren?
Ja, die Wege in japanischen Gärten, speziell auch zu Teehäusern, sind in der Regel absichtlich unregelmäßig gestaltet um Achtsamkeit gleichsam zu erzwingen. Wohl aus ähnlichhen Gründen haben auch Haiku und Tanka zwar eine feste Silbenzahl aber kein festes Metrum. Solche Gedanken gingen mir tatsächlich durch den Kopf, als den den Rohtext nochmal durchgeschaut habe. Aber bewußt hineingelegt, habe ich es ehrlichrweise nicht. Ich hatte für die Stelle schlicht keinen sauberen Reim gefunden, der mir gefiel. Wenn Dir beim Lesen ähnliche Gedanken kommen, scheint die Stelle aber zu funktionieren.
Eine kleine Unregelmäßigkeit kann auch interessant sein, wie das Muttermal in einem sonst ebenmässigen Gesicht.
liebe Grüße
ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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