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Verfallen
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Verfallen
I.
Ein warmer Mantel Worte soll sich um uns falten,
gewoben aus Erinnern, Wünschen und Verstehen.
Was kann man geben? Ich geb dir mein Herz zum Lehen,
Werben wider das Entfernen und erkalten.
Ich will dich weiter um mich, so wie in mir sehen,
um deinen Blick, drei Worte, deine Hand anhalten.
Spürst du denn nicht, was diese Stunden für mich galten?
Wie meine Innereien durcheinanderwehen?
Wie viele Liebesbriefe schrieb ich in den Staub
Wie viel verdarben mir noch ungesagt im Mund.
So viele Hoffnung ist mir in den Sand geflossen.
Sie ist mir still versickert, hinterließ mich taub.
Verstummt seh ich zurück auf unfruchtbaren Grund.
Ach, Soviel Liebe ist vergebens ausgegossen.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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II.
Ein warmer Mantel Worte soll sich um uns falten.
Mir geht’s, so scheu’ nicht vor semantischer Umschlingung,
nur um Bekenntnis und Bezeugung statt Bezwingung.
Das erste Wort, fast stumm, gemessen und verhalten,
ist doch für alle weiteren die Vorbedingung.
Und es soll gelten, so wie alle Taten galten.
Die Näherungen sind nicht länger aufzuhalten;
Sie enden durch Verfehlung oder mit Durchdringung.
Ich schuf ein Gleichnis, aber die Vergleiche hinken.
Ein Mißverständnis hat mich allzu oft verschaukelt;
so rühr mich an; die falschen Bilder wär’n vergessen.
Ich bin ja schon dabei, die Götzen abzuschminken,
die mir ´ne allzu flache Seele vorgegaukelt,
Und doch so schwer mein Herz und meine Augen nässen.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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III.
Gewoben aus Erinnern, Wünschen und Verstehen
umschließt der Mantel uns eng, wohligwarm und bündig.
Nimm mich beim Wort, vertraue mir und du wirst fündig,
und wo noch Doppeldeutigkeiten fortbestehen;
So nimm sie an: Das Leben ist halt doppelgründig.
Sieh mich an, und du wirst einen Menschen sehen;
komm mir entgegen, und ich werde mit dir gehen.
Küß mich nur einmal und die Liebe würde mündig.
Der Abendwind scheint mir die Antwort zuzufächeln,
Und sollte mich die schwarze Nacht zur Neige trinken;
Das Wort bleibt wahr und wert, verhalten und gemessen.
Der Mond hat Weisung zunehmend für dich zu lächeln;
Er von der rechten Seite – ich wach’ dir zur linken;
So nimm es an, geb ich von meinem Herz zu essen.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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IV.
Was kann man geben? Ich geb’ dir mein Herz zum Lehen.
Mein Bild von dir war frei und falsch, die Täuschung chronisch.
Ich hielt die Werte, Ideale für kanonisch.
Ist’s Glaube? oder Leichtsinn? Liebe erst verstehen
und vergehen. Unsre Bahnen laufen konisch
aufeinander zu, ein Schnitt, - und weitergehen.
Die Berührung löst sich... „auf ein Wiedersehen...“
Ich hätt’ dich weiterlieben können, auch platonisch.
Du liebtest mich nicht wieder, doch ich hielt dich wert,
und daß du mich schätzt, daß es wahre Freundschaft sei;
ein anderer Gedanke galt mir ausgeschlossen.
Hab’ deine Windungen für Schmiegsamkeit geehrt,
doch mein Entgegenlieben blieb dir Schmeichelei.
Mit klarem Blick war’n helle Träume aufgeschossen.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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