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Viacheslav Ivanov: Winter-Sonette 3
#1
Russland 
Viacheslav Ivanov
1866 – 1949 Russland


Зимние сонеты

3


Зима души. Косым издалека
Ее лучом живое солнце греет,
Она ж в немых сугробах цепенеет,
И ей поет метелицей тоска.

Охапку дров свалив у камелька,
Вари пшено, и час тебе довлеет;
Потом усни, как все дремой коснеет...
Ах, вечности могила глубока!

Оледенел ключ влаги животворной,
Застыл родник текучего огня,
О, не ищи под саваном меня!

Свой гроб влачит двойник мой, раб покорный,
Я ж истинный, плотскому изменя,
Творю вдали свой храм нерукотворный.



The Winter Sonnets

3


Winter of the soul. Skewed and distant
The live sun warms what stiffens
In a mute snowdrift while tedium
Sings of it in the guise of a storm.

An armload of wood dumped at the fire,
Boiling millet, and the hour prevails upon you –
Then sleep as all sets into somnolence…
Ah, this grave of eternity is deep!

The spring with its life-giving fluid iced
Over, its unstable fire grown hard,
You won’t find me by lifting that shroud.

My double, obedient servant, drags his coffin
While the true I, betraying the carnal, creates
His temple in the distance, and not by human hands.

(engl. von Mary Jane White) 



Winter-Sonette

3


Ein Seelenwinter, nur von Ferne sonnt
sich das verfrorne leben. Dichter, gröber
wird immer noch das leise Schneegestöber
und singt vom Nahen einer Wetterfront.

Ins Feuer fallen Scheit um Scheit um Scheit.
Ein Topf mit Brei, die Stunde, die dich schlägt.
Der Schlaf ringsum, der Schlaf auf alles legt;
Oh tief ist dieses Grab der Ewigkeit.

Der Brunnen, der das Nass des Lebens barg
fror zu, sein Feuer ist erstarrt und keiner,
der mich verborgen unterm Laken fände.

Mein treues Alter Ego schleppt den Sarg.
Mein wahres Ich baut einen Tempel, reiner
im Jenseits - aber nicht von Menschenhänden.




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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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