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Jugenheim
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Registriert seit: Jan 2007
Jugenheim.
1850.
Wie steh' ich oft gelehnet an die Planken,
Die meines Gartens trauten Raum umzogen
Und seh die grüne Saat im Winde wogen,
Wenn still des Abends duft'ge Schleier sanken.
Wie weich vom West durchwühlet, alle schlanken
Zahlosen Aehren, anmuthvoll gebogen,
Dort Schwall auf Schwall anspülen, roth umflogen,
Den Meeresfluten gleicht ihr wallend Schwanken.
Ein Friedensmeer, auf dessen Wellen leise
Die Abendglocken ihrer Schwingung Kreise
Hinspülen als melod'schen Silberschaum;
Bis fie der Abendstern auf goldnen Schwingen
Zum Aether trägt, bis alle Sterne klingen
In meiner Seele süßen Abendtraum.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Den Frieden hab' ich wieder hier gefunden;
O heilige Natur, dein göttlich Schweigen
Legt sich mit seinem kühlen, schwanenweichen
Gefieder sanft auf meiner Seele Wunden.
Die draußen mir im Lebensdrang entschwunden,
Die Himmelsträume, seh' ich licht entsteigen
Dem Saatenmeer, grüßend mit Lilienzweigen
Ziehn fie vorüber, banger Haft entwunden.
Dort steiget, wie aus Mondenglanz gegoffen,
Das Kreuz empor, im Licht, das es umflossen,
Taucht meine Seele unter wie zum Bade;
Und sanfter wogt die Saat in leisem Schwellen,
Der Heiland wallet durch die grünen Wellen
Und segnet sie zum Lebensbrod der Gnade.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Hier, wo vom starken Säulenbau getragen,
Der wurzelt in der Vorzeit morschem Reste,
Der Lenz, ob den Ruinen einer Veste
Die winddurchrauschten Zelte aufgeschlagen:
Hier träumt sich's leicht zurück zu schöner'n Tagen,
Wo stolz der Buchen dichtbelaubte Aefte
Umschirmten jene sangesreichen Gäfte,
Die froh ihr Lied von Burg zu Burg getragen.
O schöne Zeit, als tief im Heil'genschreine
Des Busens, fromm der Sänger barg die Eine,
Der quolu sein Lied in ewig neuem Schwung;
Für die er eintrat in des Ruhmes Schranken,
Der als Vasallen schwuren die Gedanken
Den nie gebrochnen Eid der Huldigung
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Wie rauscht der Wald vom Gipfel bis zum Thal,
Wenn ich ihm nenne jene stolzen Namen,
Wie treten fie aus grünem Waldesrahmen
Lebendig vor mich hin im Morgenstrahl!
Vor Allen er, der uns vom heil'gen Gral
Begeistert sang, von allen die da kamen
Der herrlichste, der seines Geistes Samen
Unsterblich ausgestreut im Parcival.
Ersteh' uns neu, Wolfram von Eschenbach
Und ruf' mit deines Lieds gewalt'gem Ton
Den alten Geist aus tiefem Schlummer wach!
Sieh, durch des Zweifels Wildnis irrt dein Sohn,
Am Herzen krank, an Lied und Thaten schwach,
Seitdem der Geist der Väter ihm entflohn.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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