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Fernando Pessoa: 35 Sonnets 08
#1
Portugal 
Fernando Pessoa
1888 - 1935 Portugal

35 Sonnets

VIII



How many masks wear we, and undermasks,
Upon our countenance of soul, and when,
If for self-sport the soul itself unmasks,
Knows it the last mask off and the face plain?
The true mask feels no inside to the mask
But looks out of the mask by co-masked eyes.
Whatever consciousness begins the task
The task's accepted use to sleepness ties.
Like a child frighted by its mirrored faces,
Our souls, that children are, being thought-losing,
Foist otherness upon their seen grimaces
And get a whole world on their forgot causing;
And, when a thought would unmask our soul's masking,
Itself goes not unmasked to the unmasking.



VIII

Wie oft und mannigfalt sind wir maskiert
auf unsrer Seele Antlitz? Was, wenn sich
die Seele einfach einmal demaskiert
und nackt erkennt das eigene Gesicht?

Die wahren Masken fühlen nicht nach innen,
doch schaun sie aus, ist auch ihr Blick maskiert.
Was immer das Bewusstsein will beginnen;
die Schläfrigkeit darin wird akzeptiert.

Ein Kind kann seine Spiegelung kaum fassen:
Gedankenlos die Seele, kindlich, - und
mag mag nur fremdes sehn in den Grimassen
und hebt doch eine Welt aus tiefstem Grund.

Will ein Gedanke unsre Seele demaskieren,
geht er nicht unmaskiert zum Demaskieren.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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