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Viacheslav Ivanov: Зимние сонеты 6
#1
Russland 
Viacheslav Ivanov
1866-1949 Russland


Зимние сонеты

VI


Ночь новолунья. А мороз, лютей
Медведицы, певцу надежд ответил,
Что стуж ущерб он с Музой рано встретил,
Беспечных легковернее детей.

Не сиротеет вера без вестей;
Немолчным дух обетованьем светел.
И в час ночной, чу, возглашает петел
Весну, всех весен краше и святей.

Звук оный трубный, тот, что отворяет
Последние затворы зимних врат,
Твой хриплый гимн, вождь утра, предваряет.

И, полночь пережившее утрат,
Биеньем тайным сердце ускоряет
Любимых на лицо земли возврат.



6

Night. A new moon. And frost, fiercer
Than a she-bear answered the singer of hopes
That he and his Muse had met the damage of the hard frost
Early, as untroubled, gullible children.

Faith is not orphaned without news; given
A continual promise the spirit remains bright,
At this night hour hear how the clock proclaims
The spring finer and holier than any spring.

That trumpeted call which opens the last
Locks on the gates of winter ordains your
Hoarse hymn, leader of the morning.

And the heart which has experienced
The midnight of loss quickens the return of its loved ones
To the face of the earth with a secret beating.


(engl. von Mary Jane White)



Wintersonette

6


Die Neumondnacht: Der Eiswind schneidet scharf.
Wie eine Bärin brüllt der Hoffnung Sänger,
weil ihn und seine Muse Frost bedrängen,
wie Kinder, die naiv sind, treu  und brav.

Ersatzlos ist der Glaube nicht gegangen,
da doch die Seele das Versprechen trägt
und hört wie nachts die Uhr dem Morgen schlägt
und bald hat schönrer Frühling angefangen.

Die letzten Schlösser, Riegel, die verblieben,
stößt dieser Ruf nun auf; die Frost gebannt,
führt deine Hymne nun zu frischem Tagen.

Und auch das Herz, das sich nunmehr entspannt,
belebt die Liebe, dass sie trifft den Lieben
mit seinem vor der  Welt verborgnen Schlagen.



.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#2
Hallo Zaunkönig,

in S1Z2 bist du mMn von der englischen Übersetzung weg. Es ist nicht der Sänger der Hoffnung, der wie eine Bärin brüllt, sondern "....der Frost, grimmiger als eine Bärin antwortet dem Sänger der Hoffnung dass er und seine Muse dem Schaden des harten Frostes früh, wie leichtgläubige unbekümmerte Kinder begegnet sind.

lG

Sneaky
Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
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#3
Hallo Sneaky,

du hast natürlich recht, wie so oft.
Ich versuche mal eine bessere Näherung:



6

Die Neumondnacht: Der Eiswind schneidet scharf,
brüllt wie ein Bär. Wer noch der Hoffnung sänge,
wenn Frost ihn und die Muse hart bedränge,
wär kindisch, unbekümmert, arglos brav.


Ersatzlos ist der Glaube nicht gegangen,
da doch die Seele das Versprechen trägt
und hört wie nachts die Uhr dem Morgen schlägt
und bald hat schönrer Frühling angefangen.

Die letzten Schlösser, Riegel, die verblieben,
stößt dieser Ruf nun auf; die Frost gebannt,
führt deine Hymne nun zu frischem Tagen.

Und auch das Herz, das sich nunmehr entspannt,
belebt die Liebe, dass sie trifft den Lieben
mit seinem vor der  Welt verborgnen Schlagen.



.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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