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Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 04 Sehnsuchten und Erinnerungen
#1
Sehnsuchten und Erinnerungen

Einem Freunde
Julius von Karolij


Ich schritt, ein Träumer, durch mein jüngstes Leben,
Die Blicke aufwärts nur emporgesenet,
Und von des Himmels Glanze fast geblendet,
Vergaß ich bald, nach ird’schem Glück zu streben.

Du wieder warst der Welt zu sehr ergeben,
Des Lebens nächsten Zielen bloß verpfändet,
Und so den hehrsten Gütern halb entwendet,
Versäumtest du zum Höchsten aufzuschweben.

Seit uns ein glücklich Schicksal nun verbunden,
Lehrst du des Lebens Ziele mich ergreifen,
Ich dich, was du noch nie gedacht, empfunden.

So laßt der Zukunft uns entgegenreifen,
Und immer, wenn vollbracht der Arbeit Stunden,
Empor zum Höchsten mit der Seele schweifen!


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#2
Pariser Weltausstellung 1900

Den Silberstrom entlang zu beiden Seiten
Sah ich das Buch der Völker aufgeschlagen;
Aus aller Welt ward hier herbeigetragen,
Was Menschenwitz nur jemals konnt’ bereiten.

Wie Aug’ und Ohr sich der Verachtung wihten,
Wie mich’s erfüllt, ich brauch’s nicht erst zu sagen;
Was ich gesehn in all den Wundertagen,
Vergess’ ich nicht für alle Lebenszeiten.

Und dennoch: wißt ihr, von den Herrlichkeiten
Was dort wie hier am meisten mir gefallen
Und mich entzückt wie heut’ so stets vor allen?

Was über allen Völkern prangt und Zeiten:
Bei Tage schöne Menschen im Gewimmel,
Und nachts ob meinem Haupt der Sternenhimmel.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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