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Im Zaubergarten
#1
Im Zaubergarten


Der Zaubergarten öffnet seine Rosenpforte:
Im Namen Gottes – sei willkommen, trete ein!
Es lockt die Äolsharfe sanft und glockenrein
Ins Blütenreich bewusst verborgner Seelenhorte.

Nur schattenloses Licht durchströmt im Widerschein
Naturgefilde – Geistespracht als Wegeskorte.
Empfinden führt im Wandel all der Gottesworte
Respektvoll Würde achtend hin zum eignen Schrein.

Ein Wächter facht mit blauem Blick sein Pfauenrad.
Spontan entschleiert Zuversicht erdachte Hüllen,
Und Obacht fasst den Kelch, dein Hoffen lässt ihn füllen.
Charakter hieß die Lanze auf dem Pilgerpfad.

Hoch über allem weiß die eine Taube schwebt,
Erhaben, Geist, der unser aller Sein belebt.


© Friedrich
Wonach immer du im Leben suchst - du findest es in dir.
Melos Merulae - Friedrich
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#2
Hallo Friedrich,


Ich nehme an, dass hier das himmlische Paradies gemeint ist, ähnlich wie es Dante in seiner Göttlichen Komödie beschrieben hat.
Das gleiche Dilemma, wie bei ihm. Die szene ist wenig spektakulär, "weichgespült" im Vergleich zu seinen Höllenphantasien.
Nun liegen Friede und harmonie naürlich im gewählten Thema und sollten daher nicht unbedingt kritisiert werden.

Im zweiten Quartett hast du eine komplizierte Satzstruktur. Vielleicht geht es grammatisch auch weniger komplex?

In Zeile 12 wundere ich mich über die Lanze. Nun bin ich in religiöser respektive spiritueller Symbolik nich ganz so bewandert wie du, aber eine Waffe kommt an der Stelle überraschend für mich. Ich hätte dort eher einen Stecken erwartet.

Liebe Grüße

ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
Hallo ZaunköniG,

vielen Dank für die rasche Rückmeldung! Mit dem Himmel hast Du im weiten Sinn recht und Dantes Schilderung des Himmels in der "Göttlichen Komödie" berührt das Thema ebenfalls - doch im Konkreten ist es die Auseinandersetzung mir der Gralssuche mit einer Zäsur (aber meiner eigenständigen Interpretation) an Richard Wagners "Parsifal".Hier spielen der Kelch und die Lanze eine tragendee Rolle.

Bezüglich der Komplexität des 2. Quartetts werde ich noch in mich gehen.

Was die Harmonie (und die damit vielleicht etwas fehlende Spannung) betrifft, ist sie gewollt, da der Text für ein am Hintergrundthema interessiertes Hochzeitspaar geschrieben ist. Es verlangt daher in diesem Kontext vom Leser sicher einiges an Hintergrundwissen ab, insbesonders was die religösen und mythologischen Zusammenhänge und Symbole angeht.

LG Friedrich
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Melos Merulae - Friedrich
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#4
Ich habe gerade den Abschnitt Klingsors Zaubergarten in deinem Link gelesen.
Der Speer ist dort tatsächlich wichtig.
Aber als Waffe, von Klingsor auf Parzival geschleudert, die sich darauf gegen ihn wendet, würde ich sie nicht als "Charakter" identifizieren. wessen Charakter soll da gemeint sein? Klingsors? oder Parzivals? es ist ja die gleiche Lanze, die von sehr verschiedenen Charakären geführt wird.

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#5
Hallo ZaunköniG,

tatsächlich ist die Sache mit der "Heiligen Lanze", mit der ursprünglich der römische Soldat die Seite Jesu am Kreuz durchbohrt hat, eine sehr vielschichtige. In ähnlicher Weise verhält es sich mit der Figur des "Klingsor", der wie die Figur der "Kundry" in der Literatur mitunter sehr unterschiedlich beeigenschaftet wahrgenommen und gezeichnet werden.

In meiner Darstellung/Deutung versuche ich sowohl Klingsors Zaubergarten wie auch die heilige Lanze in ihrer Potentialität der Wahrnehmung "Schein-Wirklichkeit" und " gut-böse",, die der menschlichen Fähigkeit der Entscheidungsmöglichtkeit/-freiheit innewohnt, zu transformieren.

LG Friedrich
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#6
Und dann noch ein Akrostichon! "Die innere Suche" verdichtet das Ganze recht schön.
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#7
Danke! Smile

Für historisch Interessierte - ZDF-Dokus:

"Im Visier der Forschung: Die Suche nach dem Gral"

"Im Visier der Forschung: Die heilige Lanze"

Für Musik-Interessierte: Bayreuth 1998 (YouTube-Video):

"Parsifal - Richard Wagner"

LG Friedrich

PS. (ad ZaunköniG): Im 2. Quartett in V6 (kleine Änderung): Zunächst Komma durch Punkt ersetzt
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#8
Hallo zusammen,

ist diese Version des 2. Quartetts jetzt formal ansprechender (inahltlich entspricht es meiner Intention):

Neufassung:

Nur schattenloses Licht durchströmt im Widerschein
Naturgefilde – Geistespracht als Wegeskorte.
Empfinden führt im Wandel all der Gottesworte
Respektvoll Würde achtend hin zum eignen Schrein.

Ursprüngliche Fassung:

Nur schattenloses Licht durchströmt im Widerschein
Naturgefilde. Geistespracht als Wegeskorte
Entführt im steten Wandel all der Gottesworte,
Respektvoll Würde achtend, hin zum eignen Schrein.

Danke und LG
Friedrich
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#9
Hallo Friedrich,

Das Komma durch den Punkt zu ersetzen hat schon geholfen.
Ansonsten bin ich eigentlich ein Freund des Enjambements.
"Entführt" würde ich allerdings nicht unbedingt auf ein Ziel beziehen, insofern ist "Empfinden" an der stelle wohl passender.
Beide Versionen haben ihre Stärken.

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#10
Hallo ZaunköniG,

konnte leider nicht früher antworten. Eingedenk Deiner Rückmeldung hätte ich noch folgende zwei Vorschläge:

Version 1:

Nur schattenloses Licht durchströmt im Widerschein
Naturgefilde. Geistespracht als Wegeskorte
Erhhöht. Sie führt im Wandel all der Gottesworte
Respektvoll Würde achtend hin zum eignen Schrein.

Version 2:

Nur schattenloses Licht durchströmt im Widerschein
Naturgefilde. Geistespracht als Wegeskorte
Eerhöht und führt im Wandel all der Gottesworte
Respektvoll Würde achtend hin zum eignen Schrein.

"Erhöht" könnte auch mit "Erhellt" oder "Erbaut" ersetzt werden, ohne den Sinn zu verzerren. Was meinst Du dazu?

LG Friedrich
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#11
Hallo Friedrich,

Die Version mit "und" gefällt mir besser.
Ich vermisse aber noch das Objekt zum Verb, wer oder was erhöht wird.
Es ist zwar aus dem Kontext klar, aber grammatisch finde ich es noch nicht ganz rund.

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#12
Hallo ZaunköniG,

ohne jetzt eine größere Umstellung vornehmen zu müssen (leider damit auf das "und" verzichtend, das mir im Sinne des Berschreitens eines Weges auch besser gefallen hätte), wäre dies ein ein Kompromiss (nicht nur Notösung):

Nur schattenloses Licht durchströmt im Widerschein
Naturgefilde. Geistespracht als Wegeskorte
Erhhöht dich, führt im Wandel all der Gottesworte
Respektvoll Würde achtend hin zum eignen Schrein.

"Dich" deswegen, weil im Q3V11 von "dein Hoffen lässt ihn füllen" die Rede ist.

LG Friedrich
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#13
Hallo zusammen,

für die Endfassung habe ich statt der bisherigen Version des 2. Quartetts:

Nur schattenloses Licht durchströmt im Widerschein
Naturgefilde. Geistespracht als Wegeskorte
Erhhöht dich, führt im Wandel all der Gottesworte
Respektvoll Würde achtend hin zum eignen Schrein.

die folgende Fassung genommen:

Nur schattenloses Licht durchströmt im Widerschein
Naturgefilde – Geistespracht als Wegeskorte.
Empfinden führt im Wandel all der Gottesworte
Respektvoll Würde achtend hin zum eignen Schrein.

Den Text habe ich oben schon geändert.

LG Friedrich
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