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Rubai
#1
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Rubai 01


Warum wird mir in meinem Paradies geboten,
was, um mein Seelenheil, mir in der Welt verboten?
Erzieht man zur Bescheidenheit die Lebenden,
so wird auch niemand aufbegehren von den Toten.


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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#2
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02

Die Seele schon bei Lebzeiten zu drillen,
nicht jeden Wunsch, nicht jede Sucht zu stillen,
vertröstet man mich auf die Ewigkeit.
Im Tode bin ich frei; - Auch frei von Willen.


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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
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03

Mir scheint so mancher Glaubenssatz sehr kindlich.
Der Überlieferung, ob schriftlich oder mündlich,
kann ich allein in einem Punkt nur folgen:
Der Ratschluß Gottes bleibt uns unergründlich.



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#4
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04

Es ist nicht recht, Ungläubige zu hassen:
Die Ungläubige bestrafen, die vergaßen,
dass Gott allmächtig, gütig und allwissend ist.
Wer traut sich, sich den Richtspruch anzumaßen?


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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#5
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05

Dass man sich weder Bild, noch Gleichnis mache,
ist so 'n Gebot, auf das ich herzlich lache.
Wer brachte denn das Bild vom Himmelsvater,
vom Hirten, Töpfer oder Fürst zur Sprache?



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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#6
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06

Zum Lachen ist wohl denen nicht zumute,
die für sich selbst entscheiden, was das Gute
und Falsche ist, und die für ihre Werte
bezahl'n mit ihrer Freiheit, ihrem Blute.

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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#7
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07

Gewiss, man kann beim Bildhauen und Drechseln
vor Übereifer schnell viel Holz verhächseln,
doch das Modell bleibt davon unberührt,
man soll nur Ur- und Abbild nicht verwechseln.


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#8
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08

Schon mancher glaubte, dass er Gott erkannte:
Ein Bild, das sich in das Gedächtnid brannte,
doch sah, selbst wenn er nicht am Abweg war,
von Gottes Mannigfalt nur eine Kante.


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#9
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09

Ist nicht der Mensch nach Gottes Bild gestaltet?
Doch Göttliches, das sich in uns entfaltet,
ist nur ein Funken grenzenloser Macht,
die auch im Tier und in den Sternen waltet.


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#10
10

Ich übe durchaus auch mal Selbstkritik.
Mein Weg hat manchen Schlenker, manchen Knick,
doch angefeindet von den Weltverbesserern,
gerät der eigne Vorsatz aus dem Blick.


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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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