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Friedmann, Alfred: Im Bahnhof
#1
Alfred Friedmann
1845-1923



Im Bahnhof


Schräg liegt der Rauch in den berußten Gängen,
Packträger laufen wild mit Plaid und Kasten,
Auf kleinen Karren rollen schwere Lasten,
Ein Rufen, Schrein! Ein Labyrinth von Klängen!

Die Glocke tönt. Zum letzten Male hängen
Am Hals sich Kind und Mutter. Keuchend hasten
Nachzügler an. Ein Port mit tausend Masten,
So scheint der Ort, da sich Maschinen drängen.

Was lockt euch, Narren, für ein fernes Ziel?
Liegt euch am Anschluß, Reisende, so viel?
Habt ihr denn nie von süßer Ruh geträumt?

Wozu das Mühn? Ihr stürmt von Ort zu Ort,
Kaum angekommen, ziehts euch wieder fort:
Es ist ein Anschluß, den ihr nie versäumt!




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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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