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Moabiter Sonette: 02 - Nächtliche Botschaft
#1
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Nächtliche Botschaft


Noch andre Botschaft rieselt aus der Nacht
In meines Wesens kaum bewusste Schichten.
Im Wellengang von Tönen und Gesichten
Wird mir von Toten letzter Sinn gebracht.

Zu deuten, was ich fühle, bleibt versagt.
Die Toten rufen uns in eigner Weise
Mit Klängen wie von einer Sternenreise.
Nur Eines weiss ich, da der Morgen tagt.

So wenig in den stoffgebundnen Reichen,
Seit Schöpfertum im Sonnenkreis begann,
Ein Körnchen Staub verlorengehen kann,

So wenig darf ein Seelenhauch entweichen.
Wohin er weht, wenn er dem Leib entflieht —
Die Frage scheut, wer keine Grenze sieht.









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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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