19.01.2026, 02:43
Ernst Barlach
1870 - 1938
Fries der Lauschenden
6. Die Pilgerin
Sie schließt die Augen, denn die Sonne spielt
ihr im Gesicht und Vögel sind zu hören,
vermischen sich im Wind zu Engelschören.
Der Weg ist weit, sie weiß, und dennoch hielt
sie inne, denn ihr Kompass ist dies Lauschen.
Sie horcht den Winden nach und ist beseelt.
Wer seinen Kompass in sich trägt, der fehlt
nicht, wird nicht untergehn im großen Rauschen,
der wird erfasst, getragen und wird eins
mit ihm, mit Gott, der Welt... Der Mensch dazwischen,
alleine im Bewußtsein seines Seins,
kann alles überwinden durch den Geist:
die Schöpfung wahren, pflegen und erfrischen,
worauf ihn jeder seiner Sinne weist.
.
1870 - 1938
Fries der Lauschenden
6. Die Pilgerin
Sie schließt die Augen, denn die Sonne spielt
ihr im Gesicht und Vögel sind zu hören,
vermischen sich im Wind zu Engelschören.
Der Weg ist weit, sie weiß, und dennoch hielt
sie inne, denn ihr Kompass ist dies Lauschen.
Sie horcht den Winden nach und ist beseelt.
Wer seinen Kompass in sich trägt, der fehlt
nicht, wird nicht untergehn im großen Rauschen,
der wird erfasst, getragen und wird eins
mit ihm, mit Gott, der Welt... Der Mensch dazwischen,
alleine im Bewußtsein seines Seins,
kann alles überwinden durch den Geist:
die Schöpfung wahren, pflegen und erfrischen,
worauf ihn jeder seiner Sinne weist.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

