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Endrulat, Bernhard: Ein Bild
#1
Bernhard Endrulat  
1824 – 1886



Ein Bild

Durch finstern Wald ein schönes Weibsbild schreitet
Auf irrem Fuß, das Herz voll stummer Bange;
Vom Wolfsgeheul, vom Giftgezisch der Schlange,
Von Euenschrei’n ist jeder Schritt begleitet.
 
Ein sturmverhöhnter Fackelbrand verbreitet
Nur unstät Licht auf nachtbedecktem Gange,
Doch sieh’, wie auf die furchtverblaßte Wange
Lieblich von ihm ein warmer Schimmer gleitet!
 
Wo liegt ihr Ziel? Gott wird es wohl bestellen!
Ich aber muß an unsre Liebe denken,
Der also Angst und Grau’n sich wild gesellen.
 
Doch sei getrost! Wie sich die Pfade lenken,
Sie trägt ein Licht, - nicht, diese Welt zu hellen,
Doch sel’gen Glanz in’s eigne Herz zu senken!





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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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