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Endrulat, Bernhard: Verlor’ne Augenblicke
#1
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Bernhard Endrulat  
1824 – 1886



Verlor’ne Augenblicke

Verrauscht ist schon so manche schöne Stunde,
Die mir im Schooß viel duft’ge Rosen trug,
Allein von dir verstört in zorn’gem Flug
Mit Dornen mir gerissen Wund’ an Wunde.
 
Und blutet dann mein Hrz zum tiefsten Grunde,
Dann schiltst du’s wohl nicht groß, nicht stark genug,
Und nennst es Nichts, wenn du vor’m sel’gen Zug
Der Wonne Becher nimmst vom durst’gen Munde.
 
Whl ist’s ein kleines Glück, das mir verschwebt,
Doch sprich: „Wie willst du mir das Höchste geben,
Wenn vor dem Kleinsten deine Lieb’ erbebt?“
 
Wohl sind es Augenblicke, die entschweben,
Doch aus verlor’nen Augenblicken webt
Sich schnell zusammen ein verlor’nes Leben!
 






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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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