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Warten
#1
Noch vor der Stunde mit dem Schwert entsandt
folgt mir das Feuer , folgen schwarze Reiter.
Auf meinem Weg als Gottes erster Streiter.
bin ich mit seiner Liebe nicht verwandt.

Das muss so sein, die Liebe ist verbannt
im Heer des Herrn. Der Tod als mein Begleiter
bewaffnet mich und drängt mich immer weiter
und immer mehr. Ich kenne euer Land

als Ort, der sicher ist. Dort sind Gesetze
die schützen mich, obwohl ich sie verlache,
als Hunde, die ich trete und verletze,

bis ich erneut weit weg den Brand entfache.
Dass ich bei euch nur meine Messer wetze,
heißt nichts. Mein Gott ist groß, er liebt die Rache.
Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
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#2
Hallo Sneaky,

Wenn ich mich recht entsinne, hattest du das Thema schon einmal bearbeitet (und das Ergebnis später zurückgezogen)
Dieses scheint mir deutlich besser, aber ganz kann es doch nicht überzeugen.

Es ist ein heikler Balance-Akt einerseits die Ich-Perspektive einzunehmen ohne diese Haltung zu glorifizieren.
ist es wirklich so, dass sich die Attentäter als Boten der Apokalypse sehen (schwarze Reiter)?
Oder habe ich da jetzt eine falsche Assoziation?

Ein Wunder Punkt in deinem Text ist auch Z 8/9:
Sicherheit ist doch ein grundguter Wert, warum sollte jemand dagegen kämpfen?
Wäre nicht Dekadenz o. ä. eher hassenswert?

Ein logischer Fehler ist auch in Zeile 11:

Wenn der Schläfer uns als Hunde verlacht und verachtet drückt das eine Geisteshaltung aus.
"trete und verletze" ist aber Aktion, die nicht zum Schläfer passt, im Gegenteil bemüht er sich doch als gut integriert zu gelten, oder?

Die Schlusszeilen sind für mich schwer verständlich:
Warum heißt es nichts, wenn er die Messer wetzt?
Da wird ein scheinbarer Widerspruch suggeriert, der in deiner Argumention aber nicht besteht.

Ich meine: es heißt nichts, wenn er sich angepasst gibt.

Also mit der zweiten Hälfte kann mich der Text nicht überzeugen,
aber zugegeben, wüßte ich auch nicht, wie ich das Thema überzeugend angehen könnte.

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
Also ich finde das Stück rundum gelungen, lediglich am Ende würde ich die Anspielung auf "mein Gott" streichen. Sonst verliert die Ich-Figur ihren schaurigen Charakter - sie führt ja auf ihrer Schreckenstour bloß göttliche Befehle aus. Wenn diese Befehle aus dem Himmel kommen, können sie eigentlich nichts Böses bewirken. Und wenn sie aus der Hölle kommen, gibt es dort keinen "Gott", nur den Satan, Gottes gefallenen Engel...
.
"Lorsque nous serons mort, on parlera de vie" (Jules Supervielle)
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