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Luxuria
#1
Die Wollust

Was Kitzel schafft und Lust und Wohlbehagen,
was meine Haut geschmeidig jung erhält,
das ist mein Daseinszweck, ist meine Welt.
Zu leben heißt, nach Sinnenlust zu jagen!

Ich nehme jeden, der mir gut gefällt -
was soll uns unerfüllte Sehnsucht plagen?
Wir müssen uns kein Leben lang ertragen,
wir sind aufs Hier und Jetzt nur eingestellt.

Hab ich genug, so geh nur sang- und klanglos.
Dein Herz ist dein, für mich ist es belanglos.
Dein Leib war eine Nacht lang meine Beute.

Die große Liebe geht ja doch in Brüche,
das mit der Ewigkeit sind dumme Sprüche.
Begehren und genießen will ich heute!
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#2
Wollen wir mal hoffen, dass dich die Acedia an Nr. 7 nicht hindern wird...
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#3
Hallo Sonettista,

Das ist doch wieder ein gelungenes Stück!
Auch wenn du die Luxuria (Genusssucht, Ausschweifung) auf die Wollust reduziert hast, das geht wohl in Ordnung.

Aber eine Kleinigkeit habe ich doch:
In Zeile 12 fehlt mir der Artikel "in die Brüche"
Da würde ich "geht ja doch zu Bruch" vorschlagen. Den folgenden Reim auf "Spruch" zu ändern sollte doch möglich sein.

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#4
hmm... etwa so:

Die große Liebe geht ja doch zu Bruch,
die Ewigkeit ist nur ein dummer Spruch.

Im übrigen denke ich noch darüber nach, das Ganze etwas "wüster" zu machen; mir ist es beim neuerlichen Lesen zu zahm.
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#5
So, jetzt habe ich noch eins draufgelegt und bin richtig gemein geworden.

Was Kitzel schafft und Lust und Wohlbehagen,
was meine Haut geschmeidig jung erhält,
das ist mein Daseinszweck, ist meine Welt.
Zu leben heißt, nach Sinnenlust zu jagen!

Ich nehme jeden, der mir gut gefällt -
was soll uns unerfüllte Sehnsucht plagen?
Ich muß dich nicht ein Leben lang ertragen,
ich bin aufs Hier und Jetzt nur eingestellt.

Hab ich dich satt, so geh nur sang- und klanglos.
Dein Leib wird schal, dein Lieben ist belanglos.
Zu meiner Lust spür ich nach frischer Beute.

Die große Liebe geht ja doch zu Bruch,
die Ewigkeit ist nur ein dummer Spruch.
Begehren und genießen will ich heute!
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#6
Hallo Sonettista,

"gemeiner" ja schon, allerdings vermischt du dein Motiv dadurch mit der Selbstsucht.
Vermutlich geht es auch gar nicht anders, als daß ein Laster das andere bedingt.
Luxuria, insbesondere in ihrer Ausprägung als Wolllust, ist für mich aber die Lust am Leib.
Zeile 10 würde ich also ändern in "Der Leib wird schal".
Weniger gemein wird es dadurch nicht, betont aber nochmal das Selbstverständnis jetzt zu leben.

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#7
Das ist gut, danke! Ich habe noch eine weitere Kleinigkeit geändert, außerdem aus den Herzen "dein Lieben" gemacht.
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#8
Hallo Sonettista,

Sauber gereimt, saubere Wortwahl und guter Lesefluß.
Und eine sitzende Conclusio. Nichts zu bekritteln.
So lese ich Sonette gerne.

Gruß Terrapin.
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