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Albert Lozeau: A Baudelaire
#1
Canada-Quebec 
Albert Lozeau
Canada

A BAUDELAIRE

Baudelaire, chrétien sous des dehors pervers,
Tourmenté des démons dont parle l'Écriture,
Démontrant l'Idéal devant la pourriture,
Vouant l'âme à l'azur, la chair lubrique aux vers;

Grand Voyageur qui fis le tour de l'Univers
Pour y voir le Péché maître de la nature,
Qui pleuras de dégoût sur toute créature
Ces larmes de ton coeur, purs diamants, tes vers!

Distillateur subtil de parfums lourds, Artiste!
Des libres mots français sublime symphoniste,
Magicien parfait de l'artificiel;

Génial peintre épris de couleurs violentes,
Qui fis surgir du vin les Querelles sanglantes,
A travers ton enfer je découvre le ciel!


An Baudelaire

Charles Baudelaire, als Christ weißt du, die Welt ist böse.
Gefoltert von Dämonen, spricht aus deiner Schrift,
daß Ideale widerstehn der Fäulnis Gift.
Die Seele flieht gen Himmel, erdwärts das Gekröse.

Du Vielgereister, der den Erdenball gekannt,
sahst weinend überall die Sünde der Natur,
und gegen ihre Ablehnung der Kreatur,
war deine Herzensträne rein wie Diamant.

Du Destillator schweresten Parfüms, Artist,
Französisch wird durch dein Wort klangvoll und erhaben,
der du ein Künstler und vollkommner Magier bist.

Als Maler liebst du die Gewalt in deinen Farben
Und ließt aus rotem Wein den blutgen Streit entbrennen.
Den Himmel konnte ich durch dein Fanal erkennen.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#2
Baudelaire - O was ein hehrer Name,
wenn man denn poesieverseucht ist!
wenn schwer gewiegt vom bittren Grame
dir all dein letztes Wohl verscheucht ist...

Und wie im Auge einer Dame
das Höfische auch nur gedeucht ist,
so überschattet die Reklame
die Nacht, die ohne ein Geleucht ist.

Was sind an deinen Versen wir,
Verlorene, gebrandet -
entmündigt ohne Jetzt und Hier...

ein jedes Irgendwo umrandet
den Horizont der wachen Gier
nach Meer, vor der ihr lesend standet.
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#3
poesieverseucht! Pah!


Ist es ein Spleen? Eine Krankheit oder Sucht?
oder ist es die Therapie für eine kranke Gesellschaft? oder wenigstens für den Poeten selbst?

Baudelaire war natürlich ein poetischer Titan, der bei allem ästhetischen Anspruch auch die Abgründe der Seele nicht scheute, und auch heute noch eine Inspiration ist.

"Gedeucht" und "Geleucht" klingt in einem neuen Sonett arg antiquiert oder manieristisch, aber insgesamt hast du durchaus geschafft eine baudelairsche Stimmung aufzubauen. Auch hier wieder: Gerne gelesen!

Liebe Grüße
ZaunköniG

P.S.: Wäre dein Sonett nicht besser in einer anderen Rubrik aufgehoben?
Ich würde es gerne hierher verschieben:
--> Sonette der Mitglieder --> Zu den Künsten --> Sonette über das Schreiben und Schreibende
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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