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Nutz, Gabriele
#1
Gabriele Nutz
*


Wenn je die große Liebe ohne Schranken
Sterben müßte, Todesposaunen dröhnten,
Hoffnungen keine blieben, die versöhnten,
So bleibt mir doch der Traum, in den wir sanken.

Für diese Wunder will ich ewig danken
Den Göttern, die das heil'ge Glück mir gönnten,
Dich zu lieben; nie gänzlich löschen könnten
Die Glut in jenem Kelch, aus dem wir tranken.

Wenn du mich liebst, und nur auf deine Weise
Sollst du dies tun, dann will dem Glück ich trauen.
In deinem Herzen wird mein Feuer brennen.

Nicht schwächer lieb ich, stärker, wenn auch leise.
Die Sehnsucht ließ mich in den Himmel schauen,
Und Himmel will ich deine Liebe nennen.
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#2
Es ist schon der Anflug von Abenddämmer
In uns, streng mit dem Blick der Wirklichkeit
Betrachtet. Das hellgrüne Frühlingskleid
Ziert uns lange nicht mehr. Wir, einstens Lämmer,

Jetzt oftmals geschorene Schafe. Hämmer
Trafen unsere Häupter. Was uns Leid
War, wurde schwächer; doch auch stärker, seit
Wir erkannten, daß wir für immer Lämmer

Bleiben müssen, wenn das Herz überleben
Soll die Zeit der wahrhaften Grausamkeit,
Die Leben heißt. Von Angst zu Eitelkeit

Schwankend hin und her. Unwichtig daneben
Ist die Liebe nicht. Sie, einzig und wahr,
Kann wandeln uns in Gold das graue Haar.
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#3
Ich seh dich wandeln unter roten Rosen.
Zerbrechlich stehen, leicht gebeugt, beschwert.
Was du dir selbst bedeutest, bin ich wert
In deinen Augen. Meine Stürme tosen

So verborgen wie die der meisten. Großen
Augenblicken bleibt Größe oft verwehrt.
Ich liebe dich wie ein geschliff'nes Schwert
Den Tod; zu ihm gehört es. Jene Posen,

In denen wir uns spiegeln, brauchen wir,
Um uns zu heilen von den vielen Wunden,
Die uns fürs Leben schmerzen: die Sekunden,

Die Vertrauen töten. So wächst die Gier.
Die will nur kriegen und sich fest anhalten
An Tand. Am Herzen nicht. Das mag erkalten.
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