17.03.2026, 09:50
Amor und Psyche
Psyche an Amor
O Amor, Du schwingst die bezauberndsten Reden
und blendest mich mit Deinem fehllosen Tuche.
Du kennst alle Tricks und führst wie im Buche,
mich Ärmste, ach, wiedermal an Deine Fäden.
Ich will Dich ja gar nicht, doch alle Versuche
sind zwecklos, Du zwingst letztlich alle und jeden
und kümmerst Dich nicht um entstandene Schäden.
O Amor, wie ich Deine Spielchen verfluche!
Ich weiß, daß Du all’ meine Torheiten kennst,
und nur das ist es, daß ich Dir wieder verfalle.
Hast Du denn nie, wenn Du Dein Opfer verbrennst
einmal Nachsicht? Ich wünsche, daß sich all’ das balle,
was Du ausgeteilt, und Du dich mal verrennst,
und Dein Zuckerwein schmeckt Dir wie bittere Galle!
Amor an Psyche
Du fliehst mich, doch weißt: Wir gehören zusammen.
Ich nahe von fern, und Du suchst schon zu meutern,
doch hab’ keine Angst vor vernebelnden Kräutern
und nicht vor der Glut der verzehrenden Flammen.
Du zählst mich noch heut zu den Seelenfreibeutern
und weist auf die Wunden und brennenden Schrammen,
doch hab’ keine Angst wieder neu zu entflammen.
Ich werde Dich nur bis auf’s edelste läutern.
Mein Brandpfeil erscheint Dir noch nicht ganz geheuer;
Du fliehst mich, und wehrst mir mit Spott und mit Härme.
Vertraue mir und meinem reinigend’ Feuer.
Nur anfangs ist’s siedend, dann heilende Therme,
das Herzblut; es wird Dir noch wertvoll und teuer!
Dein goldener Kern fängt nicht Feuer, nur Wärme!
Psyche an Amor
O Amor, Du schwingst die bezauberndsten Reden
und blendest mich mit Deinem fehllosen Tuche.
Du kennst alle Tricks und führst wie im Buche,
mich Ärmste, ach, wiedermal an Deine Fäden.
Ich will Dich ja gar nicht, doch alle Versuche
sind zwecklos, Du zwingst letztlich alle und jeden
und kümmerst Dich nicht um entstandene Schäden.
O Amor, wie ich Deine Spielchen verfluche!
Ich weiß, daß Du all’ meine Torheiten kennst,
und nur das ist es, daß ich Dir wieder verfalle.
Hast Du denn nie, wenn Du Dein Opfer verbrennst
einmal Nachsicht? Ich wünsche, daß sich all’ das balle,
was Du ausgeteilt, und Du dich mal verrennst,
und Dein Zuckerwein schmeckt Dir wie bittere Galle!
Amor an Psyche
Du fliehst mich, doch weißt: Wir gehören zusammen.
Ich nahe von fern, und Du suchst schon zu meutern,
doch hab’ keine Angst vor vernebelnden Kräutern
und nicht vor der Glut der verzehrenden Flammen.
Du zählst mich noch heut zu den Seelenfreibeutern
und weist auf die Wunden und brennenden Schrammen,
doch hab’ keine Angst wieder neu zu entflammen.
Ich werde Dich nur bis auf’s edelste läutern.
Mein Brandpfeil erscheint Dir noch nicht ganz geheuer;
Du fliehst mich, und wehrst mir mit Spott und mit Härme.
Vertraue mir und meinem reinigend’ Feuer.
Nur anfangs ist’s siedend, dann heilende Therme,
das Herzblut; es wird Dir noch wertvoll und teuer!
Dein goldener Kern fängt nicht Feuer, nur Wärme!
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

