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Sonnets 075
#1
William Shakespeare
1564 – 1616 England



LXXV.

So are you to my thoughts as food to life,
Or as sweet-season'd showers are to the ground;
And for the peace of you I hold such strife
As 'twixt a miser and his wealth is found;
Now proud as an enjoyer and anon
Doubting the filching age will steal his treasure,
Now counting best to be with you alone,
Then better'd that the world may see my pleasure;
Sometime all full with feasting on your sight
And by and by clean starved for a look;
Possessing or pursuing no delight,
Save what is had or must from you be took.
Thus do I pine and surfeit day by day,
Or gluttoning on all, or all away.



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#2
Übersetzung von
Terese Robinson



LXXV.

So bist du mir, was Brot dem Leben ist,
Was trock’nem Grund die süße Regenflut;
Um dich leb’ ich in einem ewigen Zwist,
Wie nur ein Geizhals um sein Hab und Gut.
Bald stolz wie ein Genießer und bald grollend,
Voll Angst, daß mir die Zeit mein Kleinod raubt,
Jetzt heimlich nur mein Glück genießen wollend,
Jetzt wünschend, daß die Welt das Wunder glaubt.
Manchmal nach deinem Anblick hungernd, bangend,
Schwelgend ein andres Mal und trunken schier,
Kein Glück besitzend und kein Glück verlangend,
Als was ich hab’ und nehmen miß von dir.

So, bald von Wollust, bald von Not gepackt,
Bin heut ich reich und morgen arm und nackt.



.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



LXXV.

Was Brot dem Leben, was lauwarmer Regen
Dem Erdreich ist, das bist du meinem Geist:
Und solches Kämpfen führ’ ich deines Friedens wegen,
Wie zwischen Geizigen und ihrem Gut sich weist.

Bald jubl’ ich im Genuß, bald muß ich sorgen,
Ob nicht ein Dieb mein Kleinod mir entrückt:
Bald wär ich gern allein mit dir geborgen,
Bald wollt’ ich, jeder säh was mich entzückt.

Von deinem Augenschmaus bisweilen vollgefüllt;
Um einen einz’gen Blick dann wieder wie verschmachtet,
Auf keine Lust bedacht, von keinem Glück gestillt,
Das nicht von dir kommt oder zu dir trachtet.

So flutet’s Tag für Tag, und so gebricht’s:
Ich prass’ und darb’ im Allen, und im Nichts.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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