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Der Feuerkuß des Salamanders (Sonettennetz)
#2
Und die dazugehörigen "Quersonette"


Der Feuerkuss des Salamanders


Wir befinden uns schon auf dem rechten Gespür.
das verführt uns vertraut in die Gegend gen Süd,
wo uns purpur im Moos eine Lilie blüht.
Ein tropischer Glanz, eine schwindelnde Kür,

wir lagern berührt ineinandergefügt,
durchschauert von glühendem Atemgeflimmer.
Ein Goldfunkenpaar in verschwendendem Schimmer.
Im Handsturm einander die Haare durchpflügt,

dass namentlich man ein Universum durchmesse.
Der Höhenrausch schnürt uns das Herz und die Kehle,
ein Duft in der Luft den ich nie mehr vergesse.

Ich fall Dir zu Lenden mit Haut und mit Seele,
ich lecke dein Hautsalz, der Kniekehle Nässe,
daß kein Stückchen Haut der Erinnerung fehle.



Eine Näherung an eine flüchtige Fährte
Läßt uns einander aufs Nächste entdecken.
Da lernen wir uns wieder lieben und schmecken,
in der Nacht, die sich nicht um Verbotenes scherte.

Wir ahnten so wenig, bekamen das meiste.
Ein Kuß, der auf Herz und auf Seele vereidigt,
Haut liegt an Haut, knisternd, hitzig und seidig.
Die Kehle, die Brust, die ich kosend umkreiste,

mit Händen, ein Streichquartett auf dünner Haut.
Wir fliegen, wir blühen, ein prächtiger Flor.
Es hat sich so viel an Gefühl angestaut.

Die Herzschmelze steht uns schon greifbar bevor.
Ein Glück, daß es für uns zusammengebraut,
man die richtige Stunde, Sekunde erkor.



Gefühl, das uns Wünsche und Wege verkehrte
Talent, in uns ganz neue Sinne zu wecken.
Ich zähl mit der Zunge die Narben und Flecken
Ich zehre von dem, was dich jemals versehrte.

Ein Mund der die Armhöhle zögernd bereiste.
Die Haut schmeckt nach Mandel, ein bißchen getreidig.
Die Hand folgt dem Rückgrat, den Rippen geschmeidig
und weiter die Lenden entlang Richtung Leiste,

da entsteht alles neu, was ich jemals geschaut.
Ich werde zum Narren, zum Spieler, zum Tor.
Ich dachte der Nackenflaum wird mir zerkaut.

Ich spür deinen zärtlichen Biß in mein Ohr,
ein Streicheln gab katzig ich dir ohne Laut,
das wiegt mehr als auf, was ein Augenpaar schwor.



Eröffnet in Raum und Zeit dem eine Tür,
der sengender Lust wegen leuchtend verglüht
mit Vorsicht, daß man sich daran nicht verbrüht.
Ich war schon verführt, ehe ich dich berühr,

ohne Furcht, daß Verlangen die Sinne betrügt.
Der Augenblick wäre so gerne ein Immer.
Die Kraft unser Vorstellung sprengt unser Zimmer
ins Zentrum der Sehnsucht, was noch nicht genügt.

Zwei Zittern, Zwei Küsse in Unterleibs Blässe,
sobald ich mein Wunderweib rückwärts erzähle,
als du mir mit Zunder schreibst deine Finesse.

Geheimnisse, die ich dir offen verhehle,
mit Fingerkontakt in die Blutbahnen presse.
Du schürst mich zur Heißglut, bis ich rot verschwele.



Der nicht zuläßt, daß Furcht alle Sinne betäubt,
der bietet sich ungeschützt, unverhüllt, nackt.
Wir finden uns pulsend im eigenen Takt.
Der Form wegen hatten wir uns noch gesträubt.

Wir hatten einander gesucht und gesehen,
im Kopfverdrehn bis auf die Wäsche gereizt.
Eine Hand führt ne Hand, zum zerreißen gespreizt.
Ein Luftzug entfährt ihrem Mund wie ein Flehen.

Mein Mund an dem Spalt, wo der Lebensweg mündet.
Ich folg einer uralten lockenden Spur,
die Schmerzen und Glück mir auf einmal verkündet,

denn unserer Bund ist ein löslicher Schwur,
was mich, bis ich zerfließe, mit allem verbündet,
ich eins bin mit dir und der Welt, der Natur.



wer die Botschaft empfängt vom Libellengestirn,
dem sind alle Sinne Beweise und Zeuge.
Wir legen die Leiber sacht in eine Beuge,
die Finger beginn´ bei Berührung zu flirrn.

In Sphären, in die man allein nicht hinaufträumt,
hat sich unser Körperpaar flüchtig vermischt,
einander den Schweiß aus dem Rücken gewischt,
nachdem sich der Körper ein letztes Mal aufbäumt.

Wir falln uns entgegen wie vollreifes Obst.
Du führst mich die Achse des Körpers entlang,
ich falle noch weiter als du dich erhobst.

Ein fließendes Ganzes wie Yin und wie Yang,
was dein ist, bis du in die Sterne zerstobst,
ich für einen Moment meine Schwerkraft bezwang.




Der erfindet sich wieder in schillerndem Zwirn,
der die Haut immer wie unter Goldlicht beäuge.
Ich such, daß ich dir jede Regung bezeuge.
du gibst mir den Nacken frei für meine Stirn.

Sowie man gemeinsam ein Flügelpferd aufzäumt
haben wir uns das Licht aus den Haaren gefischt.
Wir hüten die Flamme, daß sie nicht erlischt,
ein Glückshormon in den Arterien aufschäumt.

Ich fühl wie du unter der Bauchdecke tobst,
ein Haarbüschel schaukelt wie strandender Tang,
als du aufwallend eine Verdrehung erprobst,

dein Bein , das ich mit meinem Arm eng umschlang,
kurz nachdem du dich mir in die Mitte verschobst,
als dein Körper mit meinem im selben Takt schwang.



Der Faden ins Licht schimmert blütenbestäubt.
Du hast meine Hand mit der Zunge gepackt,
ich mal dir im Rücken ´nen schillernden Akt.
Und spür ich mich selber nur halb, wie betäubt,

ist manches undenkbare doch noch geschehen,
erfrischt uns ein Luftzug des Abends bereits.
Unter der Haut wird noch weiter geheizt.
Vier Beine, die sich ineinander verdrehen,

ein Feuerwerk, das uns im Unterleib zündet,
als ich dir ins Zentrum der Sehnsüchte fuhr.
Unser Akt hat ne ewige Bindung begründet,

zwei Körper, zwei Seelen nackt, ungeschützt, pur.
Eine Paarung, die einigt, die heiligt und sündet
und stundenlang dreht uns kein Mensch an der Uhr.



Nur unsre Atem erfüllen die Stille,
die Brust und den Bauch, wir erschauern und schwitzen.
Ich spür jedes Härchen bis in seine Spitzen.
Das Rascheln der Kissen, Gesang einer Grille,

im Windschatten eines Balkonoleanders
spielen Sonnenlichtflecken auf unseren Rücken.
Wir schicken uns an manchen Funken zu pflücken.
Die Hautspannung funkt jeden Augenblick anders.

Wir nehmen uns zärtlich beim Mund, bei der Hand
und am anderen Ende im Spiel unsrer Hände
da fließt Milch und Honig, ein schäumendes Band.

Der Impuls den ich dir aus dem Innersten sende
hat uns bis zum Anschlag in Einheit gebannt,
auf daß man sich immer und wieder verbände.



Wir tauschen sie und wir besiegeln den Bund.
Die Zunge ertastet, umspielt ihresgleichen.
Die Spitze ist Zeuge, der Speichel ein Zeichen.
Dann vergegenwärtige ich meinen Fund.

Der führt mich in mediterrane Gefilde
und der Schattenzug unter den Augen zerfranst.
Traumwandelnd sind wir durchs Feuer getanzt
und fallrauschend stürze ich aus jedem Bilde.

Uns trägt eine tropische wohlige Welle.
Da warn wir wie niemals gelöst und verbunden
und wogende Wollust durchspült jede Zelle,

läßt den ewigen Traum allen Lebens gesunden.
Wir holen uns Schwung aus dem rechten Gefälle.
Wir haben für jetzt unsern Himmel gefunden.



Ein Kuß und ein Blick, ein gemeinsamer Wille,
wir geben uns mehr als wir beide besitzen.
Wir bringen die Hände, den Nacken zum Schwitzen,
wie da über der Lippe zur Nase die Rille.

Der kräuselnde Glanz eines Haardurcheinanders,
beim ersten Versuch dir die Strähnchen zu schmücken.
Dieses Mal wird unser Funkenflug glücken
Die Goldspur sprüht eines fraktalen Mäanders

verschlungene Pfade in glühendem Sand
Wir erkunden uns neu, altbekanntes Gelände
bleibt weiter ergiebigster Wundergarant,

getragen von einer sich wiegenden Lende,
uns ist jede Faser zum Reißen gespannt,
erlösen uns durch gegenseitige Spende.



Bald sind wir ganz Auge, ganz Finger, ganz Mund.
Ohne ein Wimpernschlag von dir zu weichen,
deine Hand mir im Haar, meine Kuppen die streichen
die Halsader frei, jede Stelle die wund

kitzelt und weckt in uns beiden das Wilde.
Ich fühl was du willst und ich weiß was du kannst.
Ich finger dir ein, als du mich übermannst
wirbelndes Band in die Haut, deine milde.

Eine heilende, nie mehr versiegende Quelle:
Dein Mund. Wir umkreisen uns eh wir uns munden.
Wir schwelgen im andern, erreichen die Schwelle

von Gliedern und Liedern glückglänzend umwunden,
verweilen so in Auge, Wade und Elle.
Der Augenblick taugt auch für weitere Stunden.


Als blitzender Widerschein in der Pupille
find ich mich wieder. Mein eigenes Blitzen
in deinem. Ich will diesen Funken stibitzen,
konzentrier den Geruch wie in einer Destille,

ätherisch wie Öl des Jasmins, Palisanders.
Du schickst dich dein letztes Geheimnis zu zücken,
ein deutliches Zeichen dem Kopf zu entrücken:
Zwei Münder, der Feuerkuß des Salamanders

eint zwei Elemente, die sich nie erkannt.
Die Hände verstecken, erfinden behende,
daß zwei Herzschlag ein und zwei Körper verwandt.

Und die Erde ringsum, jede Sorge verschwände.
Wir gehören uns ganz, das genügt uns als Pfand
und wir träumen schon, was man das nächste Mal fände.



Geh´n wir dem Tränensee bis auf den Grund,
ertrinkend in Sinnen, die endlos tief reichen.
Dein Sog auf die Haut, dieser Biß stellt die Weichen.
Saug dich in mich ein, wird ein zehrender Schwund.

Ein indifferentes, verwandtes Gebilde,
ein Atemzug den du in Einigkeit bannst,
Gefühl, das ich dir in die Mitte gepflanzt
führt Glück und verderben auf einmal im Schilde.

Durch den Schattenriß schlüpft biegsam eine Forelle,
die Zwischenzeit zweier synchroner Sekunden
und die Zeit hebt sich auf für die schönere Stelle.

Verworfen die Leiden, gelindert die Wunden.
Ein letzter Blick sagt vor der Nacht das Spezielle,
dann sind wir zusammen ins Traumland verschwunden.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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RE: Der Feuerkuß des Salamanders (Sonettennetz) - von ZaunköniG - 08.12.2012, 12:34

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