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Sonnets 066
#7
In Übersetzung von
Karl Kraus

1874 – 1936


LXVI

Den Tod ersehn' ich, müd, es anzusehn:
wie sich Verdienst verhüllt im Bettlerkleide
und hohles Nichts sich darf im Prunke blähn
und Treue wird verkauft durch falsche Eide,

wie Würde trägt der ausgepichte Wicht
und keusche Sittlichkeit verfällt in Schande
und echte Ehre lebt im Gunstverzicht
und Majestät im schlotternden Gewande,

wie Kunst verstummen muß vor Büttels Macht
und Geist entsagt für die gelehrten Narren
und Wahrheit wird als Torheit ausgelacht
und Güte muß des Winks der Bosheit harren.

All dessen müd, hielt' ich den Tod für Glück,
blieb' meine Liebe einsam nicht zurück.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Sonnets 066 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
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